Friedenslicht aus Betlehem
Friedenslicht aus Betlehem

15.12.2019

Seit 25 Jahren kommt das Friedenslicht nach Deutschland Durch Sturm und Stacheldrahtzaun

Seit 25 Jahren gibt es die Aktion "Friedenslicht aus Bethlehem". Die Pfadfinder kümmern sich um die Überbringung des Lichtes von der Geburtsgrotte nach Deutschland. Ab dem dritten Advent wird die Flamme in die Welt weitergetragen.

KNA: Herr Zenk, Sie sind ein Mann der ersten Stunde. Wie kam es überhaupt dazu, dass die deutschen Pfadfinder hierzulande das Friedenslicht weitergeben?

Thorsten Zenk (Mitglied im Ringarbeitskreis des Friedenslichts und Friedenslicht-Beauftragter des Verbandes Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder (VCP) in Schleswig-Holstein​): Die Aktion entstand 1986 als Initiative des Österreichischen Rundfunks im Rahmen einer Spendengala. Seitdem wird das Licht in der Vorweihnachtszeit von einem österreichischen Kind an der ewigen Flamme in der Geburtsgrotte in Bethlehem entzündet und nach Österreich gebracht. Drei Jahre später wurde die Idee vom Wiener Pfadfinderleiter Herbert Grünwald aufgegriffen. Wir haben über die österreichischen Pfadfinder davon erfahren. Sie organisieren seitdem die Verteilung des Friedenslichtes an ausländische Pfadfinder-Delegationen im Rahmen einer ökumenischen Feier in Wien oder Linz.

KNA: Wie funktioniert der Transport? Gibt es keine Sicherheitsbedenken für den Flug oder die Zugfahrt?

Zenk: Die Österreicher haben eine Ausnahmegenehmigung, das Licht in einem Spezialbehälter im Flugzeug mitzuführen. Nach dem Aussendungsgottesdienst, bei dem das österreichische Friedenslichtkind alle mitgebrachten Laternen der Delegationen entzündet, wird das Licht dann in verschiedene europäische Länder, mitunter auch nach Übersee gebracht.

Wir transportieren die entzündeten Laternen mit der Bahn nach Deutschland; München ist für uns die erste Station, von dort wird das Licht dann sternförmig weiter in die Umgebung verteilt. Anfangs haben wir das Licht noch in einer Petroleumlampe - in einem Blecheimer mit Löchern, damit Luft drankommt - transportiert. Doch dann haben wir von der Bahn Sicherheitsauflagen bekommen. Seitdem verwenden wir eine Kerze, die in einer Laterne steht, die nochmal in einem Eimer steht.

KNA: Ist das Risiko nicht groß, dass die Flamme unterwegs mal ausgeht? Und hätten Sie für den Fall einen Plan B oder ein Reservelicht?

Zenk: Ich bin seit 1996 Mitglied der deutschen Delegation; ich habe es in all den Jahren noch nie erlebt, dass das Licht mal von alleine ausgegangen ist. Natürlich achten wir auf die Flamme, dass sie nicht erlischt. Sollte das mal passieren, heißt es: eine Station zurückfahren, wo noch ein Originallicht aus Bethlehem brennt. Daran wird die Kerze dann neu entzündet. Ich selbst nehme zur Sicherheit immer eine zweite Laterne mit.

KNA: Was ist Ihnen in all den Jahren besonders in Erinnerung geblieben?

Zenk: Wo soll ich da anfangen? Ich erinnere mich gerne an meine erste Aussendungsfeier im Wiener Stephansdom; er war bis zum Anschlag gefüllt mit Pfadfindern unterschiedlichster Nationen und Konfessionen. Als wir dann alle das Glaubensbekenntnis in unserer Muttersprache gesprochen haben, da habe ich wirklich Gänsehaut bekommen. In besonderer Erinnerung ist mir auch die Aktion nach den Anschlägen vom 11. September. Damals haben wir das Friedenslicht über Kiel mit dem Schiff nach Norwegen und von dort in einem Privatjet nach New York gebracht, wo wir es am Ground Zero einem Feuerwehrmann übergeben haben.

Als die Situation in Israel mal so schlimm war, dass kein österreichisches Kind einreisen konnte, um in Bethlehem das Licht zu holen, hat uns ein palästinensisches Kind das Licht zum Flughafen in Linz gebracht. Ein anderes Mal übergab ein palästinensisches Kind die Flamme durch den Stacheldrahtzaun einem israelischen Kind; auf beiden Seiten standen die Soldaten mit ihren Maschinengewehren im Anschlag. Wir haben die Flamme auch schon bei stürmischer See per Schiff nach Norwegen gebracht; da musste ich die Laterne schon gut festhalten, damit das Licht nicht ausgeht...

KNA: Warum bewegt dieses Friedenslicht die Menschen so?

Zenk: Zum einen ist das Licht von der Geburtsgrotte gerade in der Weihnachtszeit ein starkes Symbol für die Friedensbotschaft, die von dort ausgeht. Diese Botschaft berührt Menschen, über alle Konfessionen und Nationen hinweg. Viele spricht es auch an, dass wir das Licht auch in Krankenhäuser, Alten- und Obdachlosenheime bringen und uns dort auch auf einen Kaffee mit den Menschen zusammensetzen. In vielen Gemeinden brennt das Licht um Weihnachten in einem sicheren Gefäß in der Kirche - zum Abholen und Weitergeben. Als Zeichen dafür, dass der Wunsch nach einem Leben in Frieden die Menschen auf dieser Welt verbindet.

Angelika Prauß
(KNA)

Sommeraktion: Meine Heimatkirche

Die Sommeraktion von DOMRADIO.DE: Wir suchen Ihre Heimatkirche. Laden Sie ein Bild hoch und erzählen Sie uns Ihre Geschichte!

Gottesdienste auch auf Facebook und Youtube

DOMRADIO.DE überträgt alle Gottesdienste auch auf Facebook und Youtube und Periscope.

Wichtig: Kein DAB+ mehr in NRW ab Juli

Leider sendet DOMRADIO ab Juli nicht mehr über DAB+ in NRW. Laden Sie sich doch unsere App herunter – kostenlos in den Stores. DOMRADIO hören Sie auch übers Internetradio, Smartspeaker, andere gängige Radio-Apps, in Köln auf UKW 101,7, in Berlin/Brandenburg über DAB+ und natürlich auf DOMRADIO.DE.

Himmelklar Podcast

durchatmen – Der Seelsorge Podcast

Im Video: Täglicher Gottesdienst

Sehen Sie hier den täglichen Gottesdienst aus dem Kölner Dom. An Werktagen ab 9 Uhr, an Sonn- und Feiertagen ab 12 Uhr in der Mediathek.

Weihbischof Puff: täglicher Impuls und Fürbitten

Messenger-Gemeinde

Der gute Draht nach oben!

Tageskalender

Radioprogramm

 11.07.2020
06:30 - 11:00 Uhr

DOMRADIO Der Samstag

  • Stadionpfarrer Frankfurt - Fußball ohne Gesang und Emotionen?
  • Anno Domini: Der Schutzpatron Europas
10:15 - 10:20 Uhr

Alle Wetter!

11:00 - 16:00 Uhr

DOMRADIO Der Samstag

  • Colonia Latina Tour: Interview mit Kim Moralles
  • Sang und Klangfestival startet heute digital
  • 50 Jahre Trennung der Beatles
11:11 - 11:15 Uhr

Wort zum Samstag

11:00 - 16:00 Uhr

DOMRADIO Der Samstag

  • Colonia Latina Tour: Interview mit Kim Moralles
  • Sang und Klangfestival startet heute digital
  • 50 Jahre Trennung der Beatles
Heutiges Evangelium:
In dieser Woche zu Gast:
In dieser Woche zu Gast:

Wort des Bischofs

Der geistliche Impuls von Kardinal Woelki. Jeden Sonntag neu.

Wochenkommentar

Der DOMRADIO.DE Chefredakteur blickt auf die Woche.

Kostenlose Radio-App für iPhone und Android

Nehmen Sie Ihr DOMRADIO.DE mit wohin Sie wollen und wann immer Sie Lust haben. Funktionen: Nachrichten, Podcasts, Mediathek, Wecker, Sleep-Timer, Bluetooth, Chromecast, AirPlay, CarPlay, Android Wear…