Vigil der Jugend im Kölner Dom
Vigil der Jugend im Kölner Dom
Sterne wandern über die Decke des Kölner Doms
Sterne wandern über die Decke des Kölner Doms
Dreikönigsschrein bei der Vigil der Jugend 2019
Dreikönigsschrein bei der Vigil der Jugend 2019
Eindrücke der Vigil der Jugend 2019 im Kölner Dom
Eindrücke der Vigil der Jugend 2019 im Kölner Dom
Eindrücke der Vigil der Jugend 2019 im Kölner Dom
Eindrücke der Vigil der Jugend 2019 im Kölner Dom
Eindrücke der Vigil der Jugend 2019 im Kölner Dom
Eindrücke der Vigil der Jugend 2019 im Kölner Dom

29.09.2019

Vigil der Jugend im Rahmen der Dreikönigswallfahrt "Jesus ist nicht gekommen, um verstanden zu werden"

"Wir haben SEINEN Stern gesehen": Das Thema der Vigil der Jugend befasste sich in diesem Jahr mit den "Stars und Sternchen" unserer Zeit. Was repräsentieren diese Menschen? Und wieso brauchen wir immer etwas Greifbares, um glauben zu können?

Die Jugendlichen, die zur Vigil der Jugend im Kölner Dom zusammengekommen sind, wissen mit Sicherheit, wie die Decke des Doms aussieht. Trotzdem stehen sie zu später Stunde im Hochchor des Doms und schauen staunend nach oben. Denn heute ist dort etwas Besonderes zu sehen. Es wandern von einem Scheinwerfer ausgehend große und kleine Sterne über das Gestein, bis sie schließlich über dem Dreikönigsschrein ankommen und langsam verblassen.

Und auch sonst erstrahlt der Dom diesmal in einem anderen Licht. Bunte Scheinwerfer lassen die Wände in rotem, blauem und violettem Licht leuchten. Rund um den Dreikönigsschrein sind brennende Kerzen aufgestellt. Das wenige elektrische Licht geht in den vielen Kerzen unter, die die Besucher in den Händen halten, so dass es aussieht, als würden viele kleine Sterne unter den großen an der Decke entlangwandernden Sternen aufgehen.

Mit Sternen, aber eher mit "Stars und Sternchen" beschäftigt sich die Vigil der Jugend in diesem Jahr besonders. Denn diese Art von Sternen, beginnt Diözesanjugendseelsorger Tobias Schwaderlapp seine Predigt, gab es schon immer. Personen, die uns von Zeitschriften anlachen oder denen wir auf Instagram folgen. Einfach, weil es Menschen sind, über deren Leben wir uns unterhalten – manchmal bewundernd, manchmal kritisch oder sogar belustigt.

Kaffee von George und Diätmittel von Kim

Oft werden diese Menschen auch für Werbung genutzt. So trinkt in der Nespresso-Werbung nicht irgendjemand aus der Tasse, sondern George Clooney. Ein Diätmittel wird nicht von jemand Unbekanntem auf Instagram beworben, sondern von Kim Kardashian. Denn wir Menschen brauchten etwas Greifbares, erklärt Schwaderlapp. Jemanden, der etwas repräsentiere.

Und das finden wir schon in der Bibel so vor. Die Bibel sei schließlich nicht einfach eine Erfolgsgeschichte. Eigentlich ginge es um ein großes Missverständnis. Wenn jemand glaubt, etwas verstanden zu haben, dann sei es nicht mehr Gott. "Das Volk kann mit der Unsichtbarkeit Gottes nicht umgehen.“ Und Jesus? Jesus sei "die sichtbar gewordene Unbegreiflichkeit Gottes", sagt Schwaderlapp. Aber er sei auch gar nicht da, um verstanden zu werden. Er sei da, damit die Leute ihm folgen, ihm nachgehen. Denn "Glauben heißt, einem ins Gesicht zu schauen, der mir immer ein Rätsel bleiben wird und in den ich trotzdem alle Hoffnung setze."

Wie sieht mein Christsein heute Abend aus?

Man müsse nicht alles wissen, kommt Schwaderlapp zum Ende seiner Predigt, um glauben zu können. Man müsse nicht wissen, wie das eigene Christsein nächste Woche aussieht. Viel eher sollte jeder sich fragen: Wie sieht es heute Abend aus? Und wie morgen früh? "Dann gucken wir weiter." In einer Stille kann sich jeder Gedanken über das Gehörte machen.

In einer anschließenden Prozession sind alle dazu eingeladen, unter dem Dreikönigsschrein herzugehen. Denn die Heiligen Drei Könige, erklärt Schwaderlapp, waren so etwas wie die ersten Pilger. Und das sei ein schönes Sinnbild für unser ganzes Leben: "Nie sitzen zu bleiben, sondern weiter zu gehen, Schritt für Schritt hinter Jesus her." Die Sterne an der Decke begleiten die Besucher auf ihrem Weg zum Schrein. Und so werden auch die Menschen im Dom nach und nach zu denen, die einem Stern folgen.

Michelle Olion
(DR)

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