Gottesdienst mit Weihbischof Ansgar Puff in Siegburg
Gottesdienst mit Weihbischof Ansgar Puff in Siegburg
Fürbitten per Whatsapp: Weihbischof Ansgar Puff betet gemeinsam mit den Jugendlichen
Fürbitten per Whatsapp: Weihbischof Ansgar Puff betet gemeinsam mit den Jugendlichen
Jugendliche feiern einen Gottesdienst beim Firmtag
Jugendliche feiern einen Gottesdienst beim Firmtag
Ein gemeinsamer Gottesdienst beim Firmtag in Siegburg
Ein gemeinsamer Gottesdienst beim Firmtag in Siegburg
Workshop "Urban Gardening" beim Firmtag in Siegburg
Workshop "Urban Gardening" beim Firmtag in Siegburg
Gebastelte Kreuze beim Firmtag in Siegburg
Gebastelte Kreuze beim Firmtag in Siegburg

24.02.2019

Firmvorbereitung in Siegburg mit über 400 Jugendlichen "Was ihr mit 'Whatsapp' macht, mache ich mit der Bibel"

"Wie macht man das: beten?"- Antworten darauf haben junge Menschen bei einem "Firmtag" in Siegburg finden können. An der Firmvorbereitung mit Weihbischof Ansgar Puff nahmen mehr als 400 Jugendliche teil.

"Ich wollte näher zu Gott kommen und habe mir gedacht, ich mache mal einen Firmkurs", sagt eine Jugendliche bei strahlendem Sonnenschein am Samstagmorgen vor dem Schulgebäude der Gesamtschule in Siegburg. Ihr ist es wichtig und sie macht es gemeinsam mit ihren Freunden, erzählt sie. Gleich neben ihr steht einer ihrer Freunde und ergänzt: "Um später einmal kirchlich heiraten zu können, ist das wichtig."

"Firmung ist mir wichtig"

Genauso wie sie sind an diesem Samstag über 400 Jugendliche aus dem Umkreis zu einem sogenannten "Firmtag" zusammengekommen. Viele der Jungen und Mädchen aus Bonn, dem Rhein-Sieg-Kreis, dem Kreis Euskirchen und aus Altenkirchen treffen an diesem Tag zum ersten Mal den Kölner Weihbischof Ansgar Puff, der ihnen in wenigen Monaten die Firmung spenden wird.

Sie lernen ihn persönlich kennen, feiern mit ihm Gottesdienst und erleben die Gemeinschaft unter Gleichaltrigen, die sich alle auf ihre Firmung vorbereiten. "Die Jugendlichen spüren, wir sind doch viele. Sie spüren, sich mit Kirche und mit Gott zu beschäftigen ist nicht die Sache für ein paar arme einzelne 'Spinner', sondern dahinter stehen viele", weiß Weihbischof Ansgar.

Es ist das dritte Jahr, in dem die Katholische Jugendagentur in Bonn den "Firmtag" anbietet. Die Gemeinden in der Region entscheiden selbst, ob sie an ihm teilnehmen möchten. Für die Teilnehmenden ist es ein Schritt in der Firmvorbereitung bis hin zur Firmung in diesem Jahr.

Wie geht Beten?

Jugendreferentin Teresa Kammerlander vom Team des Fachbereichs "Katechese und Spiritualität" betont: "Das Schöne ist, dass die Jugendlichen junge Leute aus der ganzen Region treffen, wie heute eine ganze Schule füllen und kennenlernen, dass auch andere junge Leute ihren Glauben leben und dass sie da nicht alleine sind."

Im Gottesdienst stellt Weihbischof Ansgar aus dem Erzbistum Köln die Frage: "Wie macht man das: beten?! Wie spreche ich mit Gott?" In seiner Predigt beginnt er die Überlegungen mit dem Staunen darüber, dass es einen gibt, der sich für einen selbst interessiert. Dass man mit ihm in Kontakt treten kann. Und ob es stimmt, dass wenn man bittet, man das dann auch wirklich bekommt.

Weihbischof Ansgar überrascht, dass es einige nachdenkliche Gesichter gibt und dass die Jugendlichen konzentriert und ruhig dabei sind, obwohl es eine so große Menschenmasse ist.

Skepsis und Suchen gehört dazu

Bei einigen hat er den Eindruck, dass sie skeptisch gucken – das gehöre für ihn aber dazu. Die Jugendlichen seien in einer Phase des Suchens, des Auseinandersetzens, des sich Fragens: Will ich mich auf diesen Gott einlassen? Und genau dafür sei ein solcher Tag auch gut.

Ende Mai ist es soweit, dann erhalten die Jugendlichen das Sakrament der Firmung. Darauf freut sich auch Weihbischof Ansgar schon sehr: "Die Firmfeiern sind immer super! Ich freue mich schon auf die schönen Gottesdienste!"

Seine Predigt setzt er fort: Wenn man beginnt, zu verstehen, wie die Welt aufgebaut ist und wie alles zusammenhängt, gebe es zahlreiche Gründe, warum man staunen könne. Weihbischof Ansgar meint: "Wenn du hinter die Dinge schaust und anfängst zu staunen, dann fängst du an, Gott zu bewundern. Und das ist oft der erste Schritt."

Kontakt zu Gott knüpfen

Der nächste könne sein, auch von Gott etwas wissen zu wollen. Dazu brauche man eine Bibel, empfiehlt der Weihbischof: "Ohne Bibel zu leben ist ungefähr genauso furchtbar wie kein Handy zu haben. Wenn du kein Handy hast, bist du verloren – dann hast du keinen Kontakt mehr zu deinen Freunden. Wie willst du wissen, was sie machen oder was sie schön finden, wenn du nicht bei 'Instagram' oder bei 'Whatsapp' 'reingucken kannst?" Damit vergleicht er den Kontakt zu Gott. Man kenne Ihn überhaupt nicht, müsse mit Ihm erst einmal Kontakt aufbauen. Darum müsse man etwas über Ihn erfahren, beispielsweise durch die Bibel.

Den Vergleich zwischen der Nutzung von "Whatsapp" und dem Blick in die Bibel zerstört ein Jugendlicher Weihbischof Ansgar, indem er ehrlich zugibt, mehr als 50 Mal am Tag bei "Whatsapp" 'reinzugucken. "So wie ihr das mit 'Whatsapp' macht, so mache ich das mit der Bibel", kann der Weihbischof nun nicht mehr behaupten. Das sorgt für Gelächter und eine heitere Stimmung. Der Weihbischof gibt zu, nicht 50 Mal in die Bibel zu gucken. Ergänzt aber, dass es ein paar Mal am Tag sind.

Einfach Gott ansprechen

So wie die Mädchen und Jungen mit ihren Freunden kommunizieren wollen, könnten sie auch den Kontakt zu Gott suchen und Ihm einfach etwas sagen. Beim Beten brauche man keine komplizierten Dinge, dafür müsse man nicht irgendein Buch haben – Gott könne man einfach sagen, was man denkt, was einem wichtig ist, was Kummer macht. Das verstehe Gott und helfe dann.

Damit eine Bitte von Gott erhört würde, ist die richtige Zeit nötig. Vielleicht bekomme man mal nicht das, was man haben wollte, aber man bekomme in jedem Fall etwas Gutes. Gott schenke seinen Heiligen Geist, die Erfahrung, dass Er da ist und einen liebt. Deshalb stimme der Satz: "Bitte und du wirst bekommen."

Fürbitten per "Whatsapp"

Als nächstes will Weihbischof Ansgar genau das ausprobieren. Im Anschluss an die Predigt können die Jugendlichen ihre Bitten per "Whatsapp" an ihn schicken. Über 150 Bitten erreichen ihn auf diesem Weg innerhalb der nächsten Minuten und werden so zu den Fürbitten des Gottesdienstes.

Eine geeignete Möglichkeit, dass sich alle Gottesdienst Feiernden beteiligen können, ohne sich gleich vor alle Anwesenden hinstellen zu müssen. Es bleibt anonymer und gleichzeitig entstehen ganz persönliche Bitten. Alle Bitten, die von den 150 Nachrichten nicht laut ausgesprochen werden können, gibt Weihbischof Ansgar an ein Kloster, in dem sie vor Gott getragen werden.

Glaube und Sport, Gespräch und Bewegung

Die 15- bis 16-Jährigen bereiten sich in diesem Jahr auf ihre Firmung vor. Dazu zählen an diesem Tag auch die Workshops, deren Spannweite von spirituell über kreativ und sportlich bis hin zu sozial reicht.

Die Workshops gefallen den Jugendlichen sehr gut. Einer der Jugendlichen erzählt, dass er sehr niedrige Erwartungen an den "Firmtag" hatte, die aber deutlich überschritten wurden. Er habe sehr viel über sich selbst und über andere lernen können.

Ein "Glaubens-Talk" mit Kreisjugendpfarrer Thomas Taxacher und ein offenes Singen begeistern die Jugendlichen genauso, wie beim Basteln von Kreuzen kreativ zu werden oder der Kreativität beim "Urban Gardening" freien Lauf zu lassen. Bei Letzterem recyceln die Jugendlichen Plastikflaschen zu Blumentöpfen und pflanzen Setzlinge hinein. Dabei kommen sie Gottes Schöpfung näher.

Wie verbinde ich Religion und Sport?

Eine 16-Jährige erhofft sich, Religion mit Sport zu verbinden. In dem Workshop "Sports & Spirits" erfährt sie, wie man beispielsweise vor dem Sport betet, um möglicherweise mehr zu erreichen. Auch bei "Kick & Lies" geht es darum, den Glauben und die Bibel spielerisch oder sportlich in Bewegung zu bringen.

Ein weiterer Workshop beschäftigt sich damit, den "Firmtag" journalistisch zu begleiten und die Eindrücke der 15- bis 16-Jährigen in Tönen für das Radio einzufangen.

Auch die Themen Sterben, Trauer und Abschied stehen auf dem Programm. In den Austauschrunden werden die Jugendlichen an den Tod herangeführt, erfahren Gemeinschaft im Umgang mit dem Verlust eines Menschen oder lernen Erfahrungen aus der Hospizarbeit kennen.

"Firmtag" mit Erfolg

Die Hoffnung, am diesjährigen "Firmtag" neue Leute kennenzulernen und den gemeinsamen Tag schön zu verbringen, hat sich für die Jugendlichen in Siegburg erfüllt. Sie freuen sich, in wenigen Monaten die Feier ihrer Firmung zu erleben.

Nicht nur die Ergebnisse aus den Workshops wie die gepflanzten Blumen und die gestalteten Kreuze werden mit nach Hause genommen. Es bleiben viele Erinnerungen an einen erlebnisreichen Tag.

Katharina Geiger
(DR)

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