Jugendlicher bei der Firmung (Archiv)
Jugendlicher bei der Firmung

24.01.2018

Katholische Kirche zum Angebot für Jugendliche "Das Stichwort lautet Vielfältigkeit"

Im Alter zwischen zwölf und 25 Jahren ist knapp jeder dritte Jugendliche deutschlandweit in der römisch-katholischen Kirche. Dabei sind sie heute sehr unterschiedlich und sehr vielfältig interessiert. Eine Herausforderung für die Kirche.

DOMRADIO.DE: Sie sorgen für den Austausch zwischen den Aktiven in der Jugendarbeit und den Deutschen Bischöfen. Sprechen die denn überhaupt noch die gleiche Sprache?

Bianka Mohr (Leiterin der Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz): Die Aktiven sind ja nicht direkt die Jugendlichen, die Bischöfe auch nicht. Aber die Fachkräfte und die Bischöfe verstehen sich durchaus. Was manchmal schwierig ist, ist die Kommunikation zwischen Fachkräften, Bischöfen und jungen Menschen. Da versuchen wir zu übersetzen und stricken Fortbilungsangebote, damit Sprache auch wieder zueinander passt. Ganz wichtig ist, dass man sich dann nicht verkünzelt oder versucht, eine gestelzte Jugendsprache zu sprechen.

Die, die mit den jungen Menschen arbeiten, sollen authentisch bleiben. Nur so können sie wirklich das rüberbringen, was sie auch sagen können. Junge Menschen merken ganz schnell, wenn da jemand versucht cool zu sein oder sich verstellt. Das kommt überhaupt nicht gut an. Egal ob das Pädagoge, Theologin oder ein Bischof ist.

DOMRADIO.DE: Immer weniger Jugendlichen ist der Glaube an Gott wichtig. Wie kann man einer sehr technologisierten, internetaffinen Generation so etwas Abstraktes näher bringen?

Mohr: Wir gehen nicht mehr davon aus, dass alle katholisch Getauften selbstverständlich zur Kommunion, Firmung und sonntags in die Kirche gehen. Wir wissen aber auch, dass es eine ganze Menge Felder in der katholischen Jugendarbeit gibt, die Jugendlichen noch die Möglichkeit geben, sich zu beteiligen und sich zu engagieren. Ich glaube das Stichwort ist die Vielfältigkeit. Junge Menschen sind heute sehr unterschiedlich und sehr vielfältig.

Die Möglichkeiten, die sie haben, sind unzählig. Entsprechend muss es natürlich in der katholischen Kirche nicht nur ein Angebot, sondern ganz viele Angebote geben, die es den jungen Menschen ermöglichen, ihren Glauben zu leben und mit anderen Menschen in Kontakt zu kommen. Wir sind da ganz gut aufgestellt. Wir haben in der katholischen Jugendarbeit in Deutschland fünfzehn Handlungsfelder und da kann man schon einiges machen.

DOMRADIO.DE: Schaut man sich die Zahlen an, dann beten die Jugendlichen von heute noch fast so häufig wie die vor 60 Jahren. Nur eher zuhause als im Gottesdienst. Traditionelle Gottesdienste sind also eher langweilig für junge Menschen?

Mohr: Wahrscheinlich ist der traditionelle Gottesdienst wenig alltagsnah - für das, was Jugendliche sonst so erleben und wie sie ihre Sprache und ihre kulturellen Ausdrucksweise gestalten. Aus den Studien erkennen wir, dass Jugendliche immer noch auf der Suche nach Orientierung sind, nach dem Sinn und nach dem Ziel ihres Lebens. Sie haben auch religiöse Fragen und haben Interesse. Die beziehen sich nicht immer nur auf eine, und nicht nur auf die eigene Religion. Es ist natürlich ein guter Ansatzpunkt für die katholische Kirche, damit Antworten anzubieten und zur Seite zu stehen, wenn Fragen aufkommen und sich die Jugendlichen interessieren.

Es gibt eine ganze Reihe von Orten, an denen Gottedienste von und für Jugendliche gestaltet werden. Wir haben in Deutschland über 50 Jugendkirchen, die ganz explizit Angebote mit und für Jugendliche machen. Gleichzeitig aber auch die Jugendverbände, die ihre Gottesdienste machen. Die geistlichen Gemeinschaften, die ihre Angebote gestalten. Es gibt neben den Sonntagsgottesdiensten viele Orte, an denen man als junger Mensch einen Gottesdienst feiern kann. Dieses Angebot wird auch rege genutzt.

Das Interview führte Silvia Ochlast.

(DR)

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