Anita Lasker-Wallfisch
Anita Lasker-Wallfisch

13.03.2019

KZ-Überlebende Lasker-Wallfisch über Antisemitismus besorgt "Ich bereitete mich aufs Gas vor und spielte stattdessen Cello"

Die deutsch-britische Musikerin und KZ-Überlebende Anita Lasker-Wallfisch sieht einen zunehmenden Antisemitismus in der Gesellschaft. Dieser mache sie "nicht sehr optimistisch", sagte sie am Dienstagabend im Kölner NS-Dokumentationszentrum.

Dort las sie auf Einladung des örtlichen Diözesanrats der Katholiken aus ihren Lebenserinnerungen. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs habe sie nicht damit gerechnet, dass es 70 Jahre später noch oder wieder Antisemitismus geben könnte.

Vielleicht gebe es einen Zusammenhang zwischen der abnehmenden Zahl lebender Zeitzeugen und einer wachsenden Zahl von Menschen, die sich öffentlich judenfeindlich äußerten, mutmaßte die 93-Jährige.

Erinnerung an den Holocaust wachhalten

Nach Ansicht von Lasker-Wallfisch reicht es jedoch nicht, Schülern das Grauen der NS-Zeit zu vermitteln. "Die sollen sich anständig benehmen", forderte sie. Der Weg dahin gehe auch über Bildung, denn an immer mehr Schulen gebe es keinen Unterricht zum Holocaust. Kein Verständnis zeigte sie für Holocaust-Leugner, da es keinen anderen Völkermord gebe, der so gut dokumentiert sei.

Bei der Lesung wurde auch ein "Manifest gegen Antisemitismus und für Menschenfreundlichkeit" vorgestellt. Angelehnt an das Stockholmer Manifest von 2000, an dem Lasker-Wallfisch mitgewirkt hatte, formulierte der Kölner Diözesanrat der Katholiken seinen Appell, die Erinnerung an den Holocaust wachzuhalten und gegen Völkermord, ethnische "Säuberungen", Rassismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit anzukämpfen.

Cellospiel rettete Lasker-Wallfisch das Leben

Lasker-Wallfisch beschreibt in ihrem Buch "Ihr sollt die Wahrheit erben" die Verfolgung ihrer jüdischen Familie während der NS-Zeit in Deutschland. Sie und ihre Schwester, Renate Lasker-Harpprecht, überlebten die Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau und Bergen-Belsen. Lasker-Wallfisch verdankt ihr Leben dem Cellospiel:

"Ich habe mich darauf vorbereitet, ins Gas zu gehen und stattdessen habe ich Cello gespielt - das ist doch Irrsinn." Ihr Überleben sei "ein Wunder". Die Holocaust-Überlebende wohnt seit ihrer Auswanderung 1946 in England. Sie kehrte 1994 erstmals wieder nach Deutschland zurück. Seither unternimmt sie Vortragsreisen und berichtet an deutschen Schulen über ihr Schicksal. 2018 sprach sie im Bundestag zur Gedenkstunde anlässlich des 73. Jahrestags der Befreiung von Auschwitz durch sowjetische Truppen am 27. Januar 1945.

(KNA)

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