Altstadt von Jerusalem mit Tempelberg
Altstadt von Jerusalem mit Tempelberg

11.12.2018

Diskussion um Tempelberg Jerusalems Stadtverwaltung verbietet jüdische Schlachtopfer

​Die Jerusalemer Stadtverwaltung hat jüdischen Tempelbergaktivisten die Bewilligung verweigert, in einem städtischen Park eine rituelle Schlachtung durchzuführen. Das Schlachtopfer sollte Teil einer liturgischen Übung für einen künftigen Tempel sein.

Darüber berichtet die Zeitung "Haaretz". Die Aktivisten enthüllten demnach am Montag einen neuen Altar. Dieser solle künftig auf den Tempelberg in der Jerusalemer Altstadt gebracht und zur Durchführung von rituellen Schlachtopfern genutzt werden.

Laut Bericht hatte die Gruppe für die geplante Opferung bereits eine Genehmigung seitens der Polizei erhalten. Tempelbergaktivisten engagieren sich seit längerem für den Bau eines dritten jüdischen Tempels auf dem Tempelberg. Unter anderem führen sie Übungsliturgien durch und bauen antike Werkzeuge nach, die im Tempelkult genutzt wurden.

Schlachtungen zum Pessachfest erlaubt

Im September hatte die Jerusalemer Polizei ein Gesuch der jüdischen Aktivistengruppe "Rückkehr zum Berg" abgelehnt, zum jüdischen Versöhnungstag Jom Kippur ein Schlachtopfer auf dem Tempelberg durchführen zu dürfen. Rituelle Schlachtungen zum Pessachfest durften in unmittelbarer Nähe zur Klagemauer und dem Tempelberg stattfinden.

Der Tempelberg ist für Juden, Muslime und Christen eine wichtige Heilige Stätte. Bis zur Zerstörung durch die Römer im Jahr 70 nach Christus befand sich an dieser Stelle der jüdische Tempel, zentrales Heiligtum Israels. Zahlreiche biblische Überlieferungen wie die Erschaffung Adams und Evas, die Opferung Isaaks oder aufseiten des Islam die Himmelsreise Mohammeds sind mit dem Ort verbunden.

Immer wieder gewalttätige Proteste

Der geltende Status Quo gestattet Nichtmuslime den Besuch, das öffentliche Gebet auf dem Tempelberg ist Muslimen vorbehalten. An Besuchen nationalistischer Israelis auf dem Tempelberg sowie an jüdischen Forderungen nach dortigen Gebetsrechten entzündete sich in der Vergangenheit wiederholt teils gewalttätiger Protest von Palästinensern.

(KNA)

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