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Wahlplakat der AfD

26.09.2018

Vertreter jüdischer Gemeinden kritisieren neue AfD-Vereinigung "Juden in der AfD"

Vertreter jüdischer Gemeinden haben scharfe Kritik an der Gründung einer offiziellen Vereinigung "Juden in der AfD" geübt. Die Frage sei auch, "wie jüdische Menschen ihre Mitgliedschaft in einer solchen Partei vor sich selbst rechtfertigen können."

Mit diesen Worten zeigte insbesondere die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München, Charlotte Knobloch, gegenüber der "Bild"-Zeitung (Dienstag) Unverständnis. "Die AfD ist und bleibt eine Partei, in der Antisemiten sich pudelwohl fühlen können", so Knobloch weiter.

Die AfD habe "seit ihrer Gründung entscheidend dazu beigetragen, die gesellschaftliche Debatte in unserem Land zu vergiften und antisemitische Ressentiments wieder salonfähig zu machen", so Knobloch weiter. Die AfD benutze Juden als "Feigenblatt für plumpen AfD-Rassismus".

Die AfD benutze Juden als "Feigenblatt für plumpen AfD-Rassismus", so Elio Adler vom Berliner Verein "WerteInitiative".

Jüdischer Weltkongress wirft AfD Religionsfeindlichkeit vor

Maram Stern vom Jüdischen Weltkongress warf der AfD vor "nicht mit beiden Beinen auf dem Boden des Grundgesetzes" zu stehen und offen gegen Minderheiten zu hetzen. Zudem sei sie religionsfeindlich, etwa wenn sie fordere, zentrale jüdische Traditionen wie das Schächten oder die religiöse Beschneidung zu verbiete. "Ich glaube nicht, dass man der AfD einen Koscherstempel geben sollte", sagte sie der Zeitung.

Nach den Worten des Antisemitismusbeauftragten der Bundesregierung, Felix Klein, ist die AfD als Ganzes nicht antisemitisch, dulde aber antisemitische Ausfälle wie die Relativierung der nationalsozialistischen Gewaltverbrechen.

Aufruf zu Protestkundgebung

Unterdessen wird der Protest gegen die geplante Gründung einer Gruppierung "Juden in der AfD" immer lauter. Am Mittwoch rief die Jüdische Studierendenunion Deutschland (JSUD) zu einer Protestkundgebung am 7. Oktober im hessischen Offenbach auf. Dort soll am gleichen Tag nach AfD-Angaben der Parteikreis "Juden in der Alternative für Deutschland" ins Leben gerufen werden.

JSUD-Präsidentin Dalia Grinfeld erklärte am Mittwoch in Berlin, die AfD sei "eine der größten Gefahren für jüdisches und vielfältiges Leben in Deutschland". Juden dürften sich nicht für die "antisemitischen und rassistischen Vorhaben" der Partei instrumentalisieren lassen, so Grinfeld.

Gewählte AfD-Vertreter leugneten den Holocaust, wollten die religiöse Beschneidung verbieten und das Schächten von Tieren aus Deutschland verbannen. Der Thüringer AfD-Fraktionsvorsitzende Björn Höcke habe das Berliner Holocaust-Mahnmal als ein "Denkmal der Schande" bezeichnet. (KNA)

(KNA)

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