Blick auf den Tempelberg mit Felsendom
Blick auf den Tempelberg mit Felsendom

14.07.2017

Attentat in Jerusalem Tote bei Schießerei am Tempelberg

​Bei einem Attentat auf israelische Polizisten sind am Freitagmorgen auf dem Jerusalemer Tempelberg zwei Beamte getötet worden. Die drei palästinensischen Angreifer wurden von der Polizei erschossen. Der Tempelberg wurde abgeriegelt.

Die Angreifer hatten an einem der Zugänge zum Tempelberg in der Jerusalemer Altstadt das Feuer auf die Polizisten eröffnet. 

Israels Präsident Reuven Rivlin kündigte ein hartes Vorgehen an und forderte die arabischen Führer in Israel und außerhalb auf, klar gegen den Angriff Position zu beziehen. "Wir können es nicht zulassen, dass Agenten des Mordes, die den Namen Gottes entweihen, uns in einen blutigen Krieg ziehen, und wir werden mit harter Hand gegen alle Arme des Terrors und seine Täter vorgehen", heißt es in einer vom Präsidialbüro verbreiteten Stellungnahme Rivlins.

Evakuierung des Tempelbergs

Israels Polizeichef Roni Alscheich bezeichnete den Angriff als ernsten Zwischenfall mit Auswirkungen auf nationaler und internationaler Ebene. Als Reaktion riegelte die Polizei für Stunden die Jerusalemer Altstadt ab.

Der Tempelberg wurde evakuiert und die muslimischen Freitagsgebete erstmals seit Beginn der 1990er Jahre abgesagt. Das Büro des Ministerpräsidenten begründete die Schließung mit Sicherheitsargumenten. Der Tempelberg solle nach weiteren Waffen durchsucht werden.

Armee in Alarmbereitschaft

Die israelische Armee ist nach dem Vorfall in erhöhter Alarmbereitschaft. Die Armeeführung habe die Soldaten zu erhöhter Wachsamkeit aufgerufen, weil sie Unruhen in den besetzten Palästinensergebieten sowie Nachahmungstäter befürchte, berichtet die Zeitung "Haaretz" (Freitag). Das US-Generalkonsulat untersagte unterdessen allen Regierungsangestellten und deren Familien den Besuch der Jerusalemer Altstadt ohne vorherige Genehmigung des Konsulats, wie die Zeitung "Jerusalem Post" berichtet. Die bis Samstagmorgen geltende Anordnung sei auch US-amerikanischen Privatpersonen als Richtlinie empfohlen.

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas verurteilte laut Regierungsangaben in einem Telefonat mit Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu den Angriff. Gleichzeitig forderte er Medienberichten zufolge, den Tempelberg wieder zu öffnen. Er warnte davor, den Angriff zu Änderungen an dem historischen Status quo an der Heiligen Stätte auszunutzen.

"Rote Linie überschritten"

Der israelische Minister für Öffentliche Sicherheit, Gilad Erdan, rief die maßgeblichen Vertreter dazu auf, die Ruhe in Jerusalem sicherzustellen. Gleichzeitig sei mit dem Angriff eine rote Linie überschritten worden, die eine Überprüfung der Sicherheitsvorkehrungen für den Tempelberg erfordere. Zunächst müsse jedoch der Abschluss der Untersuchung abgewartet werden.

Der Sprecher der radikalislamischen Hamas bezeichnete den Angriff laut Medien als "natürliche Reaktion auf israelischen Terror und die Entweihung der Al-Aksa-Moschee" sowie als Beweis für den anhaltenden Widerstand der Palästinenser.

(KNA)

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