Rechtspopulismus: Ein europäisches Problem
Rechtspopulismus: Ein europäisches Problem
Josef Schuster (Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland)
Josef Schuster (Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland)

09.04.2017

Zentralrat der Juden kämpft für Freiheit Rechtspopulisten in die Schranken weisen

"Eine Gemeinschaft kann nur dann in Freiheit funktionieren, wenn jeder die Freiheit des anderen respektiert und als eigene Grenze begreift", hieß es in einem am Sonntag veröffentlichten Beitrag des Zentralrats-Präsidenten Josef Schuster.

Der Zentralrat der Juden betonte anlässlich des Pessachfest, dass Freiheit und Respekt ebenso Geschwister wie Freiheit und Verantwortung seien. Es sind nach Schusters Worten derzeit in Deutschland vor allem die Rechtspopulisten, die den Ruf der Freiheit beschädigen. Sie nutzten einige Freiheiten auf unverantwortliche Weise für ihre Zwecke aus.

Ängste schüren und Freiheit beschädigen

"Auf ihren Demonstrationen und Parteiveranstaltungen wettern sie gegen Medien und angebliche Meinungskartelle", so der Zentralrats-Präsident. Damit wollten sie sowohl die Meinungs- und Pressefreiheit diskreditieren als auch Begriffe und Weltanschauungen salonfähig machen. "Wer von einem 'Schuldkomplex' oder 'Überfremdung' spricht und 'völkisch' als harmlose Vokabel verkaufen möchte, der will nicht zur Meinungsvielfalt beitragen, sondern eine braune Gesinnung reinwaschen und in die politische Debatte einspeisen", erklärte Schuster.

Statt Verantwortung zu übernehmen, machten diese Personen den Bürgern Angst. Sie schürten Angst vor einer angeblichen Islamisierung Deutschlands, Angst vor dem Euro, Angst vor Lebensformen, die nicht von der Mehrheit geteilt werden. Sie wollen laut Schuster Freiheiten und Rechte nur jenen zugestehen, die in ihr Weltbild passen. Ausländer, Flüchtlinge und Muslime zählten nicht dazu. "Juden im Zweifelsfall auch nicht. Religionsfreiheit ja, aber nicht für alle. Damit beschädigen die Rechtspopulisten die Freiheit stärker, als uns derzeit bewusst ist. Das dürfen wir nicht hinnehmen und erst recht nicht mitmachen!", sagte Schuster in dem Beitrag, der an alle Juden in Deutschland und weltweit gerichtet war.

Demokratie schützen

Schuster erinnerte zugleich zum "Superwahljahr" an das Privileg, wählen zu können. "Freie, geheime und gleiche Wahlen gehören zu den Errungenschaften der Demokratie, die wir allzu häufig als selbstverständlich hinnehmen", erklärt er. Derzeit genüge jedoch ein Blick in die Türkei um zu sehen, wie schnell wesentliche Elemente einer Demokratie ausgehöhlt werden könnten.

(KNA)

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