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Tempelberg in Jerusalem

14.10.2016

Jüdischer Weltkongress verurteilt Unesco-Entscheid zu Tempelberg Nur noch heilige muslimische Stätte

Die Unesco hat eine Resolution zu Israels Umgang mit Jerusalem und seinen heiligen Stätten angenommen - und damit Empörung ausgelöst. Demnach soll der Tempelberg ausschließlich als muslimische heilige Stätte bezeichnet werden.

Die Weltkulturorganisation Unesco hat mit ihrer Annahme einer umstrittenen Resolution zum Status des Jerusalemer Tempelbergs für scharfe Kritik in Israel gesorgt. Die Unesco habe "eine weitere wahnhafte Resolution verabschiedet, die besagt, dass das jüdische Volk keine Verbindung zum Tempelberg oder zur Klagemauer hat", sagte Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu nach Mitteilung seines Pressesprechers am Donnerstagabend vor einem Bibelstudienkreis in seiner Jerusalemer Residenz.

Israels Verbindung zu dem Jerusalemer Heiligtum zu leugnen, komme den Aussagen gleich, China habe keine Verbindung zur Großen Mauer oder es bestehe keine Verbindung zwischen Ägypten und den Pyramiden. "Mit dieser absurden Entscheidung hat die Unesco den letzten verbliebenen Rest an Legitimität verloren", so Netanjahu wörtlich. Die Unterzeichner der Resolution rief er auf, den Titus-Bogen zu besuchen, den die Römer vor 2.000 Jahren vom zerstörten Jerusalemer Tempel nach Rom brachten und der den siebenarmigen Leuchter als Symbol des jüdischen Volkes trage.

"Fälschung der Geschichte"

Die Abstimmung der Unesco habe keinen Bezug zur Realität, kritisierte auch der Jerusalemer Bürgermeister Nir Barkat laut Mitteilung seines Pressebüros. Die Unesco verleugne damit tausende Jahre jüdischer Verbundenheit zur Klagemauer. Barkat verglich diese Leugnung mit dem Absprechen einer christlichen Verbindung zum Vatikan oder einer muslimischen zu Mekka.

Die Tatsache, dass die Abstimmung mehr Enthaltungen als Ja-Stimmen erhalten habe, unterstreiche die "tiefen Vorbehalte vieler Staaten gegenüber dieser schändlichen Resolution", erklärte die stellvertretende Außenministerin Tzipi Hotovely laut Mitteilung. Die Befürworter der Resolution hätten hingegen ihre Stimme der von den Palästinensern propagierten Lüge geliehen, dass der Tempelberg eine ausschließlich islamische Stätte sei. Diese "Fälschung der Geschichte" sei "ein Affront gegen die alten jüdischen und christlichen Verbindungen nach Jerusalem".

Laut israelischen Medien stimmten 24 Mitgliedstaaten für den Entwurf, sechs Länder stimmten gegen die Resolution, 26 weitere enthielten sich. Der Jüdische Weltkongress (WJC) reagierte entsetzt. Die Entscheidung der Weltkulturorganisation von Paris sei "beschämend", betonte WJC-Präsident Ronald Lauder in New York. "Es ist eine totale Farce und eine Beleidigung für das jüdische Volk, so zu tun, als seien die heiligen Stätten in Jerusalem nur muslimische Stätten", empörte sich Lauder. "Es ist schwer zu glauben, dass nur sechs Länder den Mut hatten, gegen diesen einseitigen, abscheulichen Text zu stimmen", betonte er.

Scharfe Kritik von Israel

Eingebracht wurde der Entwurf neben den Palästinensern von Ägypten, Algerien, Marokko, Libanon, Oman, Katar und dem Sudan. Im Entwurf der von Israel scharf kritisierten Resolution wird Jerusalem als heilige Stadt für Juden, Christen und Muslime bezeichnet. Ein eigener Abschnitt befasst sich laut Bericht der Tageszeitung "Haaretz" mit dem für alle drei Religionen bedeutenden Tempelberg. Dieser wird als heilige Stätte der Muslime bezeichnet, ohne dass seine Bedeutung für Juden erwähnt wird.

Auch der jüdische Name der Stätte, auf der sich bis zu dessen Zerstörung durch die Römer im Jahr 70 der jüdische Tempel, zentrales Heiligtum Israels, befand, fehlt laut Bericht in der Resolution. Stattdessen würden ausschließlich der muslimische Name "Al Aksa-Moschee" und "Haram al-Scharif" verwendet.

Hilfe vom Vatikan erhofft

Laut Berichten der Online-Zeitung "Ynet-News" hatte Israel zuvor versucht, gegen die Resolution Rückhalt beim Vatikan zu erhalten, der bei der Weltkulturorganisation einen Beobachterstatus hat. Demnach wandte sich der designierte israelische Botschafter im Vatikan, Oren David, mit seinem Anliegen an den Untersekretär der Sektion für die Beziehungen mit den Staaten des vatikanischen Staatssekretariats, Antoine Camilleri. Die Leugnung jüdischer Verbindungen zum Tempelberg und zu Jerusalem schade auch den Christen, deren Verbundenheit mit der Stadt ebenfalls missachtet werde, so David laut Zeitung.

Im Streit um den Tempelberg entzündeten sich in der Vergangenheit wiederholt teils gewalttätige Konflikte. Zahlreiche biblische und religiöse Überlieferungen wie die Erschaffung Adams und Evas, die Opferung Isaaks oder aufseiten des Islam die Himmelsreise Mohammeds sind mit dem Ort verbunden.

(KNA)

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