Blick in das Innere der neuen Synagoge
Blick in das Innere der neuen Synagoge

27.01.2015

Erste Synagoge Brandenburgs nach Holocaust eingeweiht Symbol für Zusammenhalt der Religionen

Erstmals nach dem Holocaust hat Brandenburg wieder eine Synagoge erhalten. Das jüdische Gotteshaus wurde am Dienstag in Cottbus feierlich eingeweiht.

Es entstand aus der früheren evangelischen Schlosskirche. Brandenburgs Kulturministerin Sabine Kunst (SPD) würdigte dies als "bundesweit wichtiges Symbol für den Zusammenhalt der Religionen". Es sei das Signal, dass ein friedliches Miteinander der Kulturen möglich sei.

Kunst würdigte das neue Gotteshaus als "sichtbares Zeichen für das vielfältige, aktive jüdische Leben", das sich seit den 1990er Jahren in Brandenburg wieder entwickelt habe. Sie hob die Gründung der School of Jewish Theology an der Universität Potsdam hervor. Damit sei erstmals eine jüdisch-theologische Ausbildung an einer deutschen Universität verankert. Auch das Abraham Geiger Kolleg, das Zacharias Frankel College und das Moses Mendelssohn Zentrum prägten heute "selbstverständlich jüdisches Geistesleben in Brandenburg".

Der Vizepräsident des Zentralrates der Juden, Mark Dainow nannte die neue Synagoge ein "sichtbares Zeichen für das vielfältige, lebendige jüdische Leben, das sich wieder entwickelt hat". Mit der Umwidmung der früheren Kirche sei die Synagoge zugleich ein Symbol für den Zusammenhalt der Religionen: "Das ist in diesen Zeiten besonders wichtig."

Synagoge 1938 niedergebrannt

Die einschiffige Schlosskirche Cottbus wurde von 1707 bis 1714 von französischen Hugenotten erbaut. Die evangelische Kirchengemeinde Sankt Nikolai Cottbus, die das Gebäude zuletzt nutzte, verkaufte die Kirche im vergangenen Jahr der Jüdischen Gemeinde Cottbus. Den Kaufpreis in Höhe von 582.000 Euro übernahm das Land Brandenburg. Das Kulturministerium unterstützte die Umwandlung des Gebäudes zu einem jüdischen Kultraum mit 12.000 Euro und den Einbau von Sicherheitstechnik mit 18.000 Euro. Zudem fördert das Land den Unterhalt des Gebäudes mit jährlich 50.000 Euro.

Die frühere Cottbuser Synagoge wurde bei den nationalsozialistischen Novemberpogromen von 1938 niedergebrannt. Bei Kriegsende 1945 lebten noch 12 von ursprünglich mehr als 300 Juden in der Stadt. Erst 1998 konnte eine neue jüdische Gemeinde gegründet werden, heute zählt sie rund 350 Mitglieder.

(KNA, epd)

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