Ein Imam betet in einer Moschee
Ein Imam betet in einer Moschee

18.05.2020

Islamrat beschließt weitere Corona-Lockerung für Moscheen "Vorsicht ist das Gebot der Stunde"

Vorsichtig hatten die Islamverbände begonnen, die Moscheen wieder zum Gebet zu öffnen. Jetzt haben sie sich auf eine Obergrenze für Neuinfektionen verständigt. Gläubige einiger Altersgruppen sollen dem Gebet allerdings noch fernbleiben. 

Der Islamrat in Deutschland hat weitere Lockerungen für Moscheen beschlossen. Demnach können islamische Gotteshäuser, die die vereinbarten Vorsichtsmaßnahmen erfüllen, Freitagsgebete und andere Gebetszeiten wieder in Gemeinschaft durchführen, wie der Verband am Montag in Köln mitteilte. Dabei gelte eine Obergrenze für mögliche Neuinfektionen: Bei 50 Neuinfizierten auf 100.000 Einwohner in sieben Tagen würden die Lockerungen auch für die Moscheegemeinden zurückgenommen.

Die Islamverbände hatten Anfang Mai erste vorsichtige Schritte der Öffnung von Moscheen eingeleitet. Gemeinschaftsgebete in Moscheen fanden zunächst nur zu den weniger frequentierten Zeiten morgens, mittags und nachmittags statt.

Moscheebesucher zeigen Verständnis

Die jetzt beschlossenen Öffnungen beruhten auf den dabei bislang gesammelten Erfahrungen, heißt es. In die Entscheidung seien auch die Einschätzungen von Virologen und Gesundheitsbehörden eingeflossen. "Es freut uns sehr, dass wir nach der ersten schrittweisen Öffnung durchweg positive Erfahrungen gemacht haben", erklärte der Vorsitzende des Islamrates für die Bundesrepublik Deutschland, Burhan Kesici.

Die Moscheebesucher hätten großes Verständnis für die Maßnahmen gezeigt und sich an die Vorgaben gehalten. "Darauf können wir aufbauen."

Schrittweise Öffnung der Moscheen

Kesici betonte, dass Kindern unter 12 Jahren der Besuch der Moscheen untersagt sei. Menschen ab 65 wird empfohlen, die Gebete zu Hause zu verrichten. Darüber hinaus gelten strenge Abstandsregeln, Begrenzung der Teilnehmerzahl, Anmeldeverfahren, Masken- und
Desinfektionspflichten. Die Räume zur rituellen Waschung vor dem Gebet bleiben ebenfalls weiter geschlossen. Zudem werden Namen und Telefonnummern der Besucher für eine mögliche Infektionsrückverfolgung notiert.

"Die schrittweise Öffnung der Moscheen erfolgt nach wie vor behutsam und transparent. Es wäre jetzt fatal, durch einen leichtfertigen Umgang das bisher Erreichte zu gefährden", betonte Kesici. "Deshalb ist weiter Wachsamkeit und Vorsicht das Gebot der Stunde."

Der Islamrat gehört zu den großen islamischen Verbänden in Deutschland. Er vertritt nach eigenen Angaben 37 Mitgliedsvereine mit geschätzten 40.000 bis 60.000 Mitgliedern.

(KNA)

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