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Aufgeschlagener Koran
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17.02.2019

John Wray erzählt die Geschichte eines verführten Mädchens Vom US-Teenager zum Taliban

Eine idealistische junge Amerikanerin zieht in den Dschihad. In seinem Roman 'Gotteskind' erzählt John Wray die Geschichte einer US-Teenagerin, die sich den Taliban anchließt. Über die 'Geheimnisse des Glaubens' spricht der Autor auf DOMRADIO.DE.

"Wie kann es sein, dass sich eine junge Frau, die in den USA in einer atheistischen Familie aufgewachsen ist, so sehr für den Islam interessiert, dass sie sogar auswandert – zunächst nach Pakistan und sich dann in Afghanistan den Taliban anschließt?", fragte sich der amerikanische Autor John Wray. In seinem Roman "Gotteskind" erzählt er die Geschichte von Aden Sawyer, die aus einer Professorenfamilie in Kalifornien kommt und sich dem Dschihad anschließt.

Die große innere Leere als ein Motiv

Für ein amerikanisches Magazin war Wray in Afghanistan unterwegs, um über die reale Geschichte eines US-Amerikaners zu schreiben, der sich den Taliban-Terroristen anschließt. Bei der Recherche begegnete er einem alten Mann, der ihm sagte, er könne viel über diesen Amerikaner erzählen und auch über die junge Amerikanerin. Diese Aussage ließ Wray aufhorchen. Es hat sie also gegeben, die Frau, die der Autor dann zu seiner Romanheldin gemacht hat. Da er aber nicht mehr über ihre reale Geschichte erfahren konnte, beschloss er einen Roman über sie zu schreiben. Im DOMRADIO.DE Interview erzählt Wray, zu Beginn habe er gedacht, dass so ein junger Mensch aus den USA eine große Leere in sich haben müsse und das Verlangen, diese Leere auszufüllen, ohne vielleicht am Anfang zu wissen wie.

Der Vater des Mädchens Aden Sawyer ist Professor für Islamwissenschaften, beschäftigt sich aber mit der Religion aus einem rein wissenschaftlichen Interesse. Aden genügt das nicht. Sie fühlt sich wie ein 'leeres Etwas'. Im Roman geht sie mit ihrem Vater in eine Moschee. 'Eine kleine hässliche Moschee in einer Ladenzeile. Sie war nicht mal annähernd schön, aber leer war sie auch nicht. Eher im Gegenteil. Sie war bis zum Rand voll mit Gläubigen. Es gab kaum einen Platz zum Stehen'.

Religion als Glutkern

Aden lernt doch einen Freund kennen, mit dem sie eine Beziehung beginnt. Sie studiert den Koran, sie will die Religion leben, und nicht wie ihr Vater nur studieren, sie sucht in der Religion ein zuhause, das sie bei ihren Eltern nicht findet.

Der Roman 'Gotteskind' ist weit davon entfernt, einfache Antworten zu geben. Vieles bleibt rätselhaft. Die Motive für den Weg einer Tochter aus der Wohlstandsgesellschaft, die sich den Taliban anschließt, deutet John Wray nur an. Sprachgewandt nähert er sich dem Glutkern, den eine Religion hat – und der auch Böses hervorbringen kann. Was ist Erlösung? fragt er. Und wie kann ein junger Mensch sich in einer Religion verirren. Seine Heldin Aden geht im Krieg unter und wird dann doch ins Dasein zurückgerufen.

Der Glauben als lebenslange Reise

Seit seiner Kindheit habe er sich für Religion interessiert, erzählt Wray. Seine Eltern seien bekennende Atheisten, aber gerade das habe die Religion für ihn so spannend gemacht und das Thema würde ihn nicht mehr loslassen. Bei den Recherchen zu seinem Roman, sei ihm aber auch noch einmal bewusst geworden, wie eng und 'intim' das Verhältnis von Islam und Christentum sei.

Und dann erzählt der US-Autor und Sohn einer aus Österreich stammenden Mutter, dass für ihn der Glaube an Gott eine lebenslange Reise sei, "auf der man unterwegs ist. Man bleibt nie statisch. Wie sich meine Religiosität im Leben ausdrückt? Das kann man am deutlichsten in meinen Romanen erkennen", sagt Wray. Und so stellt das Buch 'Gotteskind' auch die große Frage nach Gott. Der Weg seiner Heldin Aden ist steinig, er schickt sie durch die Hölle – aber die Ahnung vom wahren Himmel nimmt er ihr nicht. Auf einem Friedhof in Afghanistan beobachtet Aden eine Elster. 'Während sie dem Vogel gebannt zuschaute, teilten sich die hohen Wolken, und das Blau und Smaragdgrün seines Gefieders glänzte wie die offenbarten Geheimnisse des Himmels", schreibt Wray.

Johannes Schröer
(DR)

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