Pakistan ist überwiegend muslimisch geprägt
Symbolbild Moschee und Kirche

08.02.2018

Muslime enttäuscht über Koalitionsvereinbarung Islamfeindlichkeit thematisieren

Der Islamrat zeigt sich enttäuscht von der Koalitionsvereinbarung. Sein Vorwurf: Islamismus werde zu stark betont, der notwendige Dialog indes zu wenig.

Der Vorsitzende des Islamrats, Burhan Kesici, bemängelte am Donnerstag in Köln, dass der Koalitionsvertrag sich zu stark auf Sicherheitsaspekte und Islamismus konzentriere. Die Fortsetzung des Dialogs und Integration werde dagegen zu wenig berücksichtigt.

"Gesonderte Thematik mehr als nötig"

"In Zeiten von Pegida, dem Erstarken des Rechtsextremismus, täglichen verbalen und körperlichen Angriffen auf Muslime und ihre Einrichtungen wäre eine gesonderte Thematisierung der immer stärker werdenden Islamfeindlichkeit in unserem Lande mehr als nötig", so der Islamrat-Chef.

Der 1986 gegründete Islamrat gehört zu den vier größten muslimischen Verbänden in Deutschland. Er vertritt nach eigenen Angaben 37 Mitgliedsvereine mit geschätzten 40.000 bis 60.000 Mitgliedern.

Stimmung gegenüber Muslimen im Tal

Muslime seien täglich verbalen und körperlichen Angriffen ausgesetzt. Sie erlitten Diskriminierungen in Bildung und auf der Arbeit, fügte Kesici hinzu. "Die Stimmung gegenüber Muslimen und den Islam durchläuft derzeit eine Talfahrtphase. Ihre Gebetsstätte werden mittlerweile beinahe täglich geschändet." Dass Union und SPD diese Probleme nicht mal mit einem Satz in der Koalitionsvereinbarung erwähnten, sei besorgniserregend.

(KNA)

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