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Abdel-Hakim Ourghi (l)
Abdel-Hakim Ourghi (l)

13.10.2017

Islamwissenschaftler verteidigt "Thesenanschlag" an Moschee Beginn eines innermuslimischen Dialogs?

Der Freiburger Islamwissenschaftler Abdel-Hakim Ourghi hat seinen umstrittenen "Thesenanschlag" an der Dar as-Salam Moschee in Berlin-Neukölln verteidigt. Kritik kommt von der evangelischen Kirche, die von einer Publicity-Aktion spricht.

Er habe die Moschee genau unter die Lupe genommen, sagte Ourghi, der für einen reformierten Islam eintritt, im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd). "Ich würde nicht alle Mitglieder der Moschee als Salafisten betrachten, aber das Gedankengut dieser Moschee läuft eindeutig in diese Richtung, nämlich dass der Koran über allem - auch über dem Grundgesetz - steht."

Bedenkliche Zitate in Freitagspredigten?

Außerdem lägen ihm Zitate aus den Freitagspredigten des Imams Mohamed Taha Sabri vor, "die sehr bedenklich sind und auch nicht vereinbar mit dem Grundgesetz". Dem Berliner Verfassungsschutzbericht 2016 ist zu entnehmen, dass sich in der Moschee gelegentlich Anhänger der islamistischen, aber nicht verbotenen Muslimbruderschaft treffen. Die Moscheegemeinde selbst wollte sich auf epd-Anfrage zunächst nicht äußern.

Ourghi hatte am vergangenen Samstag 40 Thesen für eine Reform des Islam an die Tür der Moschee angebracht und damit für Aufsehen gesorgt. Der evangelische Pfarrer Martin Germer von der Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche stellte sich hinter Imam Sabri und kritisierte den "Thesenanschlag" als "reine Publicity-Aktion" für Ourghis neues Buch.

Evangelischer Pfarrer verteidigt Imam

Germer schrieb in einem offenen Brief, dass er aus eigener Anschauung und aus Gesprächen wisse, dass die Moscheegemeinde für ein "friedensförderliches und für die Lebensbedingungen in Europa offenes Verständnis des Islam" werbe. Die Dar as-Salam Moschee ist auch als Neuköllner Begegnungsstätte (NBS) bekannt. Imam Sabri wurde für seine Integrationsarbeit unter anderem 2015 mit dem Verdienstorden des Landes Berlin ausgezeichnet.

Ourghi verteidigte im epd-Gespräch seinen "Thesenanschlag" - er habe mit ihm seine Ideen verbreiten und möglichst viele Muslime erreichen wollen. "Hätte Martin Luther in unserer Zeit gelebt, hätte er wohl auch die Presse und Fernsehsender zu seinem Thesenanschlag eingeladen." Er hätte daher nie gedacht, dass gerade Kirchenvertreter etwas gegen die Veröffentlichung seiner Thesen hätten. "Ich finde es traurig, dass manche Nachkommen der deutschen Aufklärung anscheinend Gegner einer Aufklärung der Muslime und des Islam sind."

Gespräch zwischen Ourghi und Imam geplant

Er sei daher sehr dankbar, dass Imam Sabri ihn zu einem Gespräch in seiner Moschee eingeladen habe. "Das kann der Beginn eines innermuslimischen Dialogs sein." Er wolle nicht Sabri oder anderen seine Ideen aufzwingen, "sondern die Thesen sollen einladen, dass Muslime über einen aufgeklärten Islam diskutieren", betonte Ourghi.

Ourghi ist Mitbegründer der liberalen Berliner Ibn Rushd-Goethe Moschee und leitet seit 2011 den Fachbereich Islamische Theologie und Religionspädagogik an der Pädagogischen Hochschule Freiburg.

Judith Kubitscheck und Christiane Ried
(epd)

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