Freitagsgebet
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Aiman Mazyek, Vorsitzender des Zentralrats der Muslime in Deutschland
Aiman Mazyek, Vorsitzender des Zentralrats der Muslime in Deutschland

25.06.2017

Mazyek über Terror und Islam "Muslimischer Extremismus befindet sich im Niedergang"

Ist die Zeit der Islamisten vorbei? Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, sieht radikale Muslime auf dem Rückzug. Das mache den extremen Islam aber nicht weniger gefährlich. 

"Der muslimische Extremismus befinde sich im Niedergang", sagte der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek der "Bild am Sonntag". Er rief die Muslime auf, sich an Demonstrationen gegen den Terror zu beteiligen. Gerade jetzt gelte es, öffentlich Gesicht zu zeigen. 

Der Zentralratsvorsitzende zeigte sich enttäuscht über die relativ geringe Beteiligung an einem von Muslimen organisierten Friedensmarsch vergangene Woche in Berlin. Er hätte sich mehr Teilnehmer erhofft, sagte er. Behauptungen des türkischen Moschee-Verbands Ditib, den Gläubigen könnten Demonstrationen während der Fastenzeit nicht zugemutet werden, wies er zurück: "Im Ramadan wurden entscheidende Wegmarken der muslimischen Geschichte gesetzt. Das war oft auch mit großer körperlicher Anstrengung verbunden."

Islam nicht in Gruppen einteilen

Zum Zusammenhang zwischen Terror und Islam sagte Mazyek, der Terror habe "bisweilen etwas mit Muslimen zu tun". Aber ein Glaube, der das genaue Gegenteil von Terror predige, könne nicht "wie ein einzelnes Subjekt für den Terror haftbar gemacht werden." Terrortaten seien Verbrechen gegen die Menschlichkeit und hätten mit dem Islam der Mehrheit weltweit nichts zu tun.

Mazyek sprach sich auch gegen eine Unterteilung des Islam in liberal und konservativ aus. Begriffe wie 'liberal' oder 'konservativ' führten zur Politisierung seiner Religion, deswegen lehne er sie ab, sagte Mazyek. Vielleicht gebe es so etwas wie "praktizierende Gläubige" und "weniger praktizierende".

2.100 Moscheen in Deutschland

Zur der Gründung einer liberalen Moschee in Berlin durch die Anwältin Seyran Ates sagte er: "Es gibt 2.100 Moscheen in Deutschland. Ich muss nicht jede einzelne Moschee kommentieren. Sie soll ihre Sache machen." In der neuen Ibn-Rush-Goethe-Moschee sollen dort Männer und Frauen, Sunniten und Schiiten, Homosexuelle und Heterosexuelle gemeinsam beten dürfen. Dies stieß bei vielen Muslimen auf Ablehnung.

Morddrohungen gegen die Moschee-Gründerin verurteilte Mazyek "in aller Klarheit". Er könne sich vorstellen, wie sie sich jetzt fühlt, sagte er. Kürzlich habe die Terrorgruppe "Islamischer Staat" ihn selbst auf eine Todesliste gesetzt.

Zentralrat der Muslime

Der Zentralrat der Muslime ist Deutschland ist ein Verband, dem nach eigenen Angaben rund 300 Moscheegemeinden angehören.

Darunter sind arabische, deutsche, iranische, afrikanische und bosnische Muslime, sowohl sunnitischen wie schiitischen Glaubens.

(epd)

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