Muslimin auf dem Tempelberg in Jerusalem
Muslimin auf dem Tempelberg in Jerusalem

23.07.2018

Scharfe Kritik an jüdischen Besuchen auf dem Tempelberg "Atmosphäre extremer Spannung"

Jüdische Besucher auf dem Tempelberg haben für scharfe Kritik gesorgt. Jordanien verurteile "die anhaltenden israelischen Verletzungen und Provokationen gegen die Al-Aksa-Moschee und den Haram al-Scharif-Bezirk aufs Schärfste", hieß es.

Bis zu 1.400 Juden hatten den Jerusalemer Tempelberg laut Berichten am Sonntag zum jüdischen Gedenktag der Zerstörung des Jerusalemer Tempels "Tischa Be'Av" besucht. Dabei kam es laut Polizei zu 15 Festnahmen wegen unzulässiger Gebetsgesten und "demonstrativ-jüdischer" Aktivitäten.

Die unter Polizeischutz durchgeführten jüdischen Besuche verletzten die Heiligkeit des Ortes sowie die Gefühle muslimischer Beter, kritisierte die jordanische Regierungssprecherin Jumana Ghneimat laut örtlichen Medienberichten. Gleichzeitig verletze Israel seine Verpflichtungen als Besatzungsmacht unter internationalem Recht und Völkerrecht. Jordanien forderte Israel zu einem sofortigem Stopp der Besuche auf.

Warnung vor Religionskrieg

Die palästinensischen Autonomiebehörde (PA) sprach unterdessen von einem "schwarzen Tag in der Geschichte der Stadt Jerusalem und in der Geschichte Palästinas". Juden auf dem Tempelberg seien eine Herausforderung für die arabischen und islamischen Nationen sowie eine Verletzung internationalen Rechts.

Der Großmufti von Jerusalem, Scheich Mohammed Hussein, warnte angesichts der wiederholten jüdischen Besuche vor einem Religionskrieg. Jüdische Israelis sorgten mit ihren Besuchen für eine "Atmosphäre extremer Spannung", erklärte er. Die Al-Aksa-Moschee sei eine ausschließlich islamische Stätte, auf die weder Siedler noch andere Anrecht hätten. Die arabischen Rechte an Jerusalem und seinen heiligen Stätten würden "um keinen Preis" aufgegeben.

Gebet auf dem Tempelberg nur Muslimen erlaubt

Der Tempelberg ist für Juden, Muslime und Christen eine wichtige Heilige Stätte. Bis zur Zerstörung durch die Römer im Jahr 70 befand sich an dieser Stelle der jüdische Tempel, zentrales Heiligtum Israels. Zahlreiche biblische und religiöse Überlieferungen wie die Erschaffung Adams und Evas, die Opferung Isaaks oder aufseiten des Islam die Himmelsreise Mohammeds sind mit dem Ort verbunden.

Der geltende Status Quo gestattet Nichtmuslimen den Besuch; das öffentliche Gebet auf dem Tempelberg ist Muslimen vorbehalten. An Besuchen nationalistischer Israelis auf dem Tempelberg sowie an jüdischen Forderungen nach dortigen Gebetsrechten entzündete sich in der Vergangenheit wiederholt teils gewalttätiger Protest von Palästinensern.

(KNA)

Adventskalender

Messenger-Gemeinde

Im Video: Täglicher Gottesdienst

Sehen Sie hier den täglichen Gottesdienst aus dem Kölner Dom. An Werktagen ab 9 Uhr, an Sonn- und Feiertagen ab 12 Uhr in der Mediathek.

Weihbischof Puff: täglicher Impuls und Fürbitten

Morgenimpuls mit Schwester Katharina

Jeden Morgen von Montag bis Freitag on Air und Online: Schwester Katharina Hartleib aus Olpe begleitet Sie mit spirituellen Impulsen in den Tag.

Der gute Draht nach oben!

Tageskalender

Radioprogramm

  • Tageskalender
  • 11.12.
Heutiges Evangelium:
In dieser Woche zu Gast:
In dieser Woche zu Gast:

DOMRADIO.DE auch auf Alexa

Gottesdienste, Nachrichten und das Evangelium – jetzt täglich auch auf Ihrem Echo und Echo Show!

Wort des Bischofs

Der geistliche Impuls von Kardinal Woelki. Jeden Sonntag neu.

Wochenkommentar

Der DOMRADIO.DE Chefredakteur blickt auf die Woche.

Kostenlose Radio-App für iPhone und Android

Nehmen Sie Ihr DOMRADIO.DE mit wohin Sie wollen und wann immer Sie Lust haben. Funktionen: Nachrichten, Podcasts, Mediathek, Wecker, Sleep-Timer, Bluetooth, Chromecast, AirPlay, CarPlay, Android Wear…