Muslime im Fastenmonat Ramadan
Muslime im Fastenmonat Ramadan

15.05.2018

Der Sinn des Ramadan - erklärt von Imamin Rabeya Müller "Einstimmung auf ein friedliches Zusammenleben"

Heute Abend beginnt für die Muslime der Ramadan. Ab dann wird einen Monat von Sonnenaufgang bis zum Sonnenuntergang gefastet. Die Kölner Imamin und Islamwissenschaftlerin Rabeya Müller erklärt im Interview den Hintergrund und die Ausnahmen.

DOMRADIO.DE: Was ist der Ursprung des Ramadan? Warum fasten die Musliminnen und Muslime?

Rabeya Müller (Imamin und Islamwissenschaftlerin): Der Ramadan ist der Monat, an dem an die ersten Offenbarungen des Korans erinnert wird. Das Fasten ist eine Sache, die im Koran klar vorgeschrieben ist und es wird auch immer wieder daran erinnert, dass auch andere Religionsgemeinschaften vorher schon gefastet haben. Das heißt, das Fasten öffnet eine Tür für das soziale und rücksichtsvolle, gemeinschaftliche Leben.  Es ist auch immer ein bisschen ein Neuanfang für Leib und Seele, eine Möglichkeit der Rückbesinnung. Man kann sich auch klarmachen, dass der Wohlstand, in dem wir leben, nicht unbedingt eine Selbstverständlichkeit ist.

DOMRADIO.DE: Der Ramadan ist recht streng. Einen Monat nicht essen und trinken, richtig?

Müller: Richtig. Man soll auch nicht rauchen und soll versuchen, sich mit entsprechenden Verbalattacken zurückzuhalten, um einfach wieder eine Einstimmung auf ein friedliches Zusammenleben einzuüben.

DOMRADIO.DE: Wie streng wird das denn genommen? Wenn ich jetzt eine schwere Arbeit habe und von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang nicht trinken darf – vor allem kein Wasser – dann ist das schon recht schwierig, oder?

Müller: Ja, das ist relativ schwierig. Das zu bestreiten, wäre unsinnig. Es ist aber so, dass das immer noch relativ rege praktiziert wird. Allerdings kennen der Koran und der Islam auch Möglichkeiten der Ausnahme. Dazu gehören Menschen, die krank sind, Schwangere, jemand mit einer sehr schwierigen Arbeit und auch gebrechliche Menschen können eine Dispens haben. Man kann das Fasten in Zeiten nachholen, in denen es nicht solange dauert oder man kann auch eine Ersatzleistung bringen. Das wird aber meistens nicht so gern in Anspruch genommen.

DOMRADIO.DE: Welche Fragen bekommen Sie als Imamin gestellt, wenn es um den Ramadan geht?

Müller: Grundsätzlich ist immer die Frage, ob das nicht ungesund sei, wenn man den ganzen Tag nicht trinkt. Das ist in der Tat ein ziemlicher Flüssigkeitsverlust, den man natürlich auch wieder aufholen kann. Wir dürfen aber nicht vergessen, dass ich eine Ersatzleistung erbringen kann, wenn ich dazu nicht in der Lage bin. Ich empfehle das auch immer vielen Leuten, die sich unglaublich schwer tun, wenn der Ramadan in so eine heiße oder lange Zeit fällt. Auf der anderen Seite gibt es so viele Leute, die tatsächlich den ganzen Tag nichts zu trinken bekommen und wir dürfen nicht vergessen, wir können abends wieder trinken. Bei uns kommt das Wasser aus der Leitung. Das ist immer noch super.

DOMRADIO.DE: Sie waren früher einmal Katholikin. Heute sind sie Imamin. Hat das Fasten im Christentum und im Islam eine ähnliche Bedeutung?

Müller: Es hat natürlich ähnliche Aspekte, hinsichtlich der Erinnerung und der Rückbesinnung an die Menschen, denen es nicht so gut geht. Aber man darf nicht vergessen, dass für die Musliminnen und Muslime der Ramadan auch die Erinnerung an die erste Offenbarung des Korans ist. Das macht schon einen Unterschied.

(DR)

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