Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU)
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU)

09.04.2018

Söder weist Kirchenkritik zurück "Über Christentum sprechen"

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat Kritik aus Kirchenkreisen an der Haltung seiner Partei in der Flüchtlings- und Islampolitik zurückgewiesen. Er rief die Kirchen dazu auf, wieder mehr über das Christentum zu sprechen.

 "Niemand in Deutschland wird ausgegrenzt. Ich würde mir von unseren Kirchen wünschen, das Sinnstiftende des Christentums noch stärker darzustellen und mehr Menschen vom christlichen Glauben zu überzeugen", sagte Söder der "Bild am Sonntag". Wenn in Städten wie Berlin Christen nur eine Minderheit seien, wäre es eine "lohnende Aufgabe, sich Gedanken darüber zu machen, wie man das Christentum wieder attraktiver macht".

Mit Blick auf Flüchtlinge und Migranten sagte Söder außerdem, dass man in Deutschland tolerant gegenüber anderen Religionen sei, es gelte die Religionsfreiheit. "Aber jeder, der zu uns kommt, muss sich unseren Werten, Sitten und Gebräuchen anpassen und nicht umgekehrt. Bayern ist christlich-abendländisch geprägt mit jüdischen und humanistischen Wurzeln."

Wertekunde als Voraussetzung

Söder will die Zulassung von Kindern und Jugendlichen aus Migrantenfamilien zum regulären Schulunterricht vom Erwerb der deutschen Sprache und der Vermittlung von Wertekunde abhängig machen. "Nur diejenigen Schüler kommen in den Regelunterricht, die unsere Sprache sprechen und unsere Werte verstehen. Intoleranz und Antisemitismus gehören nicht dazu."

Dafür werde Bayern sogenannte Deutschklassen einführen. "Das sind Ganztagesklassen mit kleinerer Klassenstärke. Dort wird Kindern und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien intensiv Deutsch vermittelt, aber gleichzeitig auch Wertekunde. Denn das kann man nicht nur in vierwöchigen 'Crashkursen' lernen." Zur Begründung für seine Pläne sagte Söder, dass viele Menschen verunsichert seien. "Viele Eltern sorgen sich um die Bildungschancen ihrer Kinder."

Kritik an Söders Vorstoß für Werte-Unterricht

Der Vorstoß des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder stößt auf Kritik. Die integrationspolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, Linda Teuteberg, nannte den Vorschlag in der "Augsburger Allgemeinen" unausgegoren.

"Ab wann und bei welchem Sprachniveau sollen die Migrantenkinder dann zusammen mit einheimischen Schülern lernen, was für die Integration ebenfalls wichtig ist? Und wie will man bei Kindern prüfen, ob sie ausreichend unsere Werte teilen?» Richtig an Söders Forderung sei aber, dass sowohl die deutsche Sprache als auch deutsche Werte besonders wichtig für die Integration seien.

Filiz Polat, Sprecherin für Migrations- und Integrationspolitik der Grünen-Bundestagsfraktion, forderte eine andere Ausrichtung der Bildungspolitik. Notwendig sei eine rasche Inklusion in die Regelklassen. "Der Zugang zu guter Bildung ist zentral für erfolgreiche Integration." Sie betonte: "Wir brauchen dringend eine ausreichende Förderung von Schülerinnen und Schülern mit Fluchthintergrund, die sich tatsächlich an deren Bedürfnissen orientiert." Dafür sei es aber essenziell, dass die Ausstattung der Schulen finanziell verbessert und die entsprechende Lehrerausbildung reformiert würden.

Kindergeldzahlungen und Mehrfachehen

Söder sagte auch, dass Kindergeldzahlungen an im Ausland lebende Kinder gekürzt werden sollten. "Die jetzige Gesetzeslage ist für die Bevölkerung nicht verständlich. Künftig sollte sich das Kindergeld nach der Kaufkraft des Landes bemessen, in dem die Kinder leben."

Zugleich will er mit einer Initiative im Bundesrat erreichen, dass im Ausland geschlossene Mehrfachehen hierzulande nicht gelten: "Eine Ehe bedeutet Einehe. Polygame Ehen sind in Deutschland strafbar. Da ist es doch absurd, dass wir uns mit der Zuwanderung Polygamie ins Land holen."

(KNA)

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