Kontroverse um Moscheebau in Erfurt
Entsteht bald in Florenz eine neue Moschee?

14.12.2017

Erzbistum Florenz stellt Baugelände für Moschee zur Verfügung Unterstützung für die Nachbarn

Interreligiöse Hilfe in Italien: Das katholische Erzbistum Florenz überlässt der muslimischen Gemeinde den Baugrund für eine Moschee, nachdem frühere Versuche eines Grundstückerwerbs in Florenz laut Medienberichten gescheitert waren.

Wie das Erzbistum am Donnerstag mitteilte, verkauft die Kirche ein 8.300 Quadratmeter großes Areal in Sesto Fiorentino an den Moscheebauverein und erwirbt im Gegenzug 2.500 Quadratmeter Baugelände von der Universität Florenz.

Das Genehmigungsverfahren für das geplante islamische Zentrum wird insofern erleichtert, als der Bebauungsplan für das Kirchengrundstück bereits eine religiöse Nutzung vorsieht.

Das Erzbistum begründete sein Angebot mit dem von der Kirchenlehre gebotenen Respekt vor anderen Glaubensrichtungen. Religionsfreiheit sei "die Wurzel jedes anderen Rechts und jeder anderen Freiheit", hieß es in der Erklärung.

Die Universität Florenz wolle ihrerseits den Dialog und eine gegenseitige Kenntnis verschiedener Religionen und Kulturen fördern.

Gemeinsame Absichtserklärung

Der Bebauungsplan der Gemeinde Sesto Fiorentino im Nordwesten von Florenz erlaubt einen bis zu 2.500 Quadratmeter großen Gebäudekomplex. Auf dem Universitätsgrundstück kann demgegenüber ein Bau von maximal 1.250 Quadratmetern Grundfläche errichtet werden.

Die islamische Kultusgemeinde verpflichte sich, die Moschee architektonisch hochwertig und in Harmonie mit dem Stadtbild zu gestalten, so das Erzbistum.

Eine gemeinsame Absichtserklärung solle von allen Beteiligten am 22. Dezember unterzeichnet werden, hieß es. Die Grundstücksverkäufe würden privatrechtlich abgewickelt und seien mit keinerlei finanziellen Lasten für die Kommune verbunden.

(KNA)