Trauer um die Opfer in Burkina Faso
Interkulturelle Woche wirbt für Vielfalt
Reinhard Kardinal Marx (l.) und Heinrich Bedford-Strohm
Reinhard Kardinal Marx (l.) und Heinrich Bedford-Strohm

18.09.2017

Interkulturelle Woche mit Plädoyer für Vielfalt eröffnet Keine "aufgenötigte Assimilierung"

Mit einem Plädoyer für Vielfalt und friedliches gesellschaftliches Zusammenleben haben Kirchenvertreter die Interkulturelle Woche 2017 eröffnet. Im Blick dabei auch: die Integration von Flüchtlingen, die einen wechselseitigen Prozess bedürfe.

Beim ökumenischen Auftaktgottesdienst am Montagabend in Offenbach sprach sich der Mainzer Weihbischof Udo Bentz mit Blick auf Zuwanderer sowohl gegen Abgrenzung als auch gegen eine "aufgenötigte Assimilierung" aus. Es komme vielmehr auf Integration als wechselseitigen Prozess an, so Bentz.

Der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung sagte, eine einseitig auf das nationale Wohl bedachte Politik gehe nicht mit der göttlichen Botschaft zusammen. "Gottes Liebe ist global und gilt allen Menschen gleichermaßen", so Jung, der Sammelabschiebungen nach Afghanistan und Begrenzungen beim Familiennachzug für Flüchtlinge kritisierte. An dem Gottesdienst nahm auch Erzpriester Georgios Basioudis als Vertreter der Griechisch-Orthodoxen Metropolie von Deutschland teil.

DBK-Mitinitiator

Die 42. Interkulturelle Woche ist eine bundesweiten Initiative der Deutschen Bischofskonferenz, der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Griechisch-Orthodoxen Metropolie. Unter dem Motto "Vielfaltverbindet" sind im Aktionszeitraum vom 24. bis 30. September nach Veranstalterangaben mehr als 5.000 Veranstaltungen an über 500 Orten geplant.

Gemeinsames Wort zum Auftakt

In einem vorab veröffentlichten gemeinsamen Wort der Kirchen zur Interkulturellen Woche sprachen sich der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, und der Vorsitzende der Orthodoxen Bischofskonferenz in Deutschland, Augoustinos Lambardakis, für eine vielfältige Gesellschaft aus.

"Als christliche Kirchen sagen wir in aller Klarheit: Politik, die Fremdenfeindlichkeit schürt, von Angst gegen Überfremdung lebt, einseitig nationale Interessen betont, ein nationalistisches Kulturverständnis pflegt und Grundfreiheiten in Frage stellt, ist mit einer christlichen Haltung nicht vereinbar", heißt es in dem Papier.

(KNA)

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