25.06.2013

Franziskus gibt erste Sonderaudienz für jüdische Delegation Begegnung mit den "älteren Brüdern"

Bei seiner ersten Begegnung mit Vertretern des Judentums hat Papst Franziskus Erfolge des Dialogs zwischen Christen und Juden hervorgehoben. Der Papst begrüßte die Gäste mit dem jüdischen - und auch bei Christen beliebten - Friedensgruß "Schalom".

Schon mehrfach ist Papst Franziskus in den ersten 100 Tagen seiner Amtszeit mit Vertretern des Judentums zusammengetroffen. Bereits zum Ende des Konklaves teilte er der jüdischen Gemeinde seiner Bischofsstadt Rom offiziell seine Wahl mit. Nach seiner Amtseinführung empfing er eine Woche später die angereisten nicht katholischen und nichtchristlichen Delegationen zu einem Treffen. Doch erst am Montag hielt er seine erste größere Rede an die Dialogpartner vom International Jewish Committee on Interreligious Consultations (IJCIC). Auffallend sprach er seine Gäste dabei mit "liebe ältere Brüder'" an - eine Formulierung, die Benedikt XVI. zuletzt vermieden hatte.

Den Begriff hatte Johannes Paul II. (1978-2005) in die vatikanische Terminologie eingeführt - auch wenn er auf den polnischen Nationaldichter Adam Mickiewicz zurückgeht. Dem Theologen Benedikt XVI. (2005-2013) gefiel die Bezeichnung freilich nicht so sehr, weil ihm das Bild nicht ganz korrekt schien. Er sprach lieber von "Vätern im Glauben" - ein Terminus, der zweifellos noch genauer die zeitliche und kausale Bezogenheit der beiden Religionen betonte. Allerdings fand diese Formel nicht die Akzeptanz wie der gebräuchlichere und zweifellos eingängigere Begriff der älteren Brüder. So überrascht es nicht, dass Franziskus zu der Anrede zurückkehrte.

Das Klima der ersten großen vatikanisch-jüdischen Begegnung war freilich von der gleichen Herzlichkeit und Freundschaft geprägt wie bei seinen Vorgängern. Schon als Kardinal und Erzbischof von Buenos Aires hatte Jorge Mario Bergoglio gute Kontakte zur großen jüdischen Gemeinde in Argentinien gepflegt. Mit dem Hauptstadt-Rabbiner Abraham Skorka gab er sogar ein gemeinsames Interview-Buch heraus. Tenor der Audienzansprache war: Der seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) eingeschlagene Weg von Aussöhnung und Zusammenarbeit muss im Geist der Vorgänger Johannes Paul II. und Benedikt XVI. fortgesetzt werden.

Gemeinsame Wurzeln

"Ein Christ kann nicht Antisemit sein - aufgrund unserer gemeinsamen Wurzeln", brachte Franziskus die Beziehungen auf den Punkt. Die christlichen Ursprünge gingen auf das Judentum zurück; daher seien "aller Hass, alle Verurteilungen und antisemitische Ausdrucksformen entschieden zu verurteilen".

Die jüdische Delegation wurde von IJCIC-Präsident Lawrence Schiffman angeführt und vom Schweizer Kurienkardinal Kurt Koch als Präsident der Kommission für die religiösen Beziehungen zum Judentum begleitet. Franziskus unterstrich die Konzilserklärung "Nostra aetate", die "Magna carta" der katholisch-jüdischen Beziehungen; er würdigte die Fortschritte im beiderseitigen Verhältnis und beschwor die Fortsetzung des Dialogs und der konkreten Zusammenarbeit. "Die Menschheit braucht unser gemeinsames Zeugnis für den Respekt der Würde von Mann und Frau, die nach dem Bild und dem Ebenbild Gottes erschaffen ist, und für den Frieden, der in erste Linie sein Geschenk ist", so der Papst. Und zur Freude seiner Gäste zitierte er den Propheten Jeremia: "Ich kenne meine Pläne, die ich für euch habe - Pläne des Friedens und nicht des Unheils, um euch eine Zukunft voll Hoffnung zu geben."

Johannes Schidelko
(KNA)

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