Ingo Brüggenjürgen
Ingo Brüggenjürgen

30.12.2019

Der Jahresabschlusskommentar des Chefredakteurs Es kann nur besser werden …?

Als Chefredakteur eines katholischen Senders hat man es nicht immer leicht. Besonders, wenn man leidenschaftlich und aus vollem Herzen an seiner Kirche hängt. Ingo Brüggenjürgen sucht den Weg aus der Glaubwürdigkeits- und Vertrauenskrise.

Das Jahr des Herrn 2019 war für die katholische Kirche ein hartes Jahr. Schwer lastet auf den Schultern der bischöflichen Entscheidungsträger immer noch die Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs. Man denke hier nur an die vieldiskutierten Entschädigungszahlungen… Dabei hatten die Bischöfe schon im Frühjahr bei Ihrer Vollversammlung in Lingen nach hartem Ringen einen synodalen Lösungsweg aus dem Hut gezaubert. Und mussten schnell feststellen, dass selbst mit den drei anvisierten Problemfeldern Machtmissbrauch/Klerikalismus, Sexuallehre/Homosexualität und priesterliches Leben/Zölibat immer noch nicht alle unter den Nägel brennenden Themen auf dem Tisch lagen: Die großen Frauenverbände mit ihren über 600.000 engagierten Mitgliederinnen und die selbstbewussten Marias 2.0 brachten durch ihren Druck auch noch die "neue Rolle der Frauen in der katholischen Kirche" auf die Tagesordnung. Die Frauen vermissten den Dialog auf Augenhöhe und fordern volle Gleichbehandlung und Gleichberechtigung - selbst beim Zugang zu den Weiheämtern.

Dass sich da in der katholischen Kirche kräftig was zusammenbraute, merkte folglich auch Rom. Der Papst schrieb, was auch nur alle Jubeljahre einmal vorkommt, gleich dem ganzen deutschen Gottesvolk eigens einen Brief. Leider geriet auch dieser sofort wieder zwischen die Fronten, die sich im vergangenen Jahr überall deutlich vertieften. Der Frontverlauf, der hoffentlich noch kein endgültiger Riss ist, verläuft nicht nur quer durch die die Reihen der Bischöfe - er geht bis hinein die Gemeinden. Es geht um den richtigen Ausweg aus der selbstverschuldeten Krise, die durch die finanziellen Ungereimtheiten in so manchem Bistum und gleich mehrfach im Vatikan noch verschlimmert wurde. Dass zudem noch höchsten Kardinälen vor weltlichen Gerichten der Prozess gemacht wurde, machte das Unternehmen Kirche auch nicht unbedingt glaubwürdiger. Wenn vor diesen Hintergründen viele Christen ihrer Kirche endgültig den Rücken zukehrten, kam dies somit nicht aus heiterem Himmel, schmerzt aber umso mehr. Um neue Rekordzahlen bei den Austritten zu vermelden, braucht man wahrlich kein Prophet zu sein.

Der Weg aus einer der größten Glaubwürdigkeits- und Vertrauenskrisen der letzten Jahre kann nur gelingen, wenn mit prophetisch klarer Stimme jetzt wirklich alle Fehler und Unzulänglichkeiten beim Namen genannt werden. Und dann auch genauso klar der Glaube des Evangeliums gemeinsam verkündet - und vor allem gelebt wird! Die ersten Christen vor 2000 Jahren erkannte man nicht an ihren guten, tonnenschweren Krisenpapieren, sondern zuallererst an ihren guten Taten! Also auf! Der Herr selber, der gerade erst als Retter der Welt gefeiert wurde, ist immer noch der beste Wegweiser und Wegbegleiter, den Christen sich nur wünschen können. Er schenkt Hoffnung und Mut und macht das Jahr 2020 gut. Es kann also nur – nein, es muss – besser werden!

Ingo Brüggenjürgen
Chefredakteur

(DR)

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