Heiliger Josef mit dem Jesuskind
Heiliger Josef mit dem Jesuskind
Maria und Josef stehen vor einer Betonmauer - im Hintergrund das Heilige Land
Maria und Josef stehen vor einer Betonmauer - im Hintergrund das Heilige Land
Maria und Josef mit dem Jesuskind in Ramatuelle (Frankreich)
Maria und Josef mit dem Jesuskind in Ramatuelle (Frankreich)
Joseph Ratzinger ist Papst Benedikt XVI., einer der bekanntesten Namensvetter des hl. Josef
Joseph Ratzinger ist Papst Benedikt XVI., einer der bekanntesten Namensvetter des hl. Josef

19.03.2019

Was wissen wir über den Heiligen Josef? Einer der wichtigsten Männer der Heilsgeschichte

"Josef", das bedeutet: "Gott hat hinzugefügt". Der Heilige Josef ist einer der wichtigsten Heiligen der Kirche. Trotzdem wissen wir nur sehr wenig über den Ziehvater Jesu. An diesem Dienstag begeht die katholische Kirche den Josefstag.

"Ist es klar am Josefstag, spart er uns viel Not und Plag." So lautet eine der vielen Bauernregeln im Zusammenhang mit dem dem Tag des heiligen Josef, dem 19 März. Josef, der als Ziehvater Jesu gilt, ist für die Kirche ein Symbol der Zuversicht und der Treue.

Seit 1870 ist er auch Schutzpatron der katholischen Kirche. Und nicht nur das: Josef ist Patron der Ehepaare, der Familien, der Kinder und Jugendlichen, der Erzieher, der Zimmerleute, Holzfäller, Tischler, Handwerker, Arbeiter, Ingenieure, er ist Schutzheiliger in Wohnungsnot, in Versuchungen und für einen friedlichen Tod. Josef, eine Art Universal-Patron. Dabei ist so nur wenig über ihn bekannt.

Was die Bibel über Josef sagt

"Mit der Geburt Jesu Christi war es so: Maria, seine Mutter, war mit Josef verlobt; noch bevor sie zusammengekommen waren, zeigte sich, dass sie ein Kind erwartete - durch das Wirken des Heiligen Geistes", heißt es zum Beispiel bei Matthäus, Kapitel 1 Vers 18..

Was Josef so besonders macht, ist, dass er über den weltlichen Gegebenheiten steht, er setzt sich über soziale Konventionen hinweg. Denn Josef bleibt Maria treu, auch als bekannt wird, dass sie ein Kind bekommt, welches nicht von ihm sein kann. Josef könnte sie nun fortschicken, doch Josef er weiß es besser, weil ihm im Traum ein Engel verkündet hat: "Josef, Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria als deine Frau zu dir zu nehmen; denn das Kind, das sie erwartet, ist vom Heiligen Geist. Sie wird einen Sohn gebären; ihm sollst du den Namen Jesus geben; denn er wird sein Volk von seinen Sünden erlösen."

Josef - der Mutige

Josef hört auf die Stimme des Engels - eine mutige Entscheidung. Sie zeugt von tiefem Vertrauen in Gott. Selbst mehr als ein Jahrzehnt später, als Jesus mit 12 Jahren im Tempel in Jerusalem seine Eltern – also auch Josef – zurechtweist, und sagt: "Warum habt ihr mich gesucht? Wusstet ihr nicht, dass ich in dem sein muss, was meinem Vater gehört?". Selbst dann bleibt Josef seiner Frau Maria und ihrem Kind, dem Sohn Gottes, treu.

Lukas berichtet, dass Maria und Josef die Fragen Jesu nicht verstanden hätten. Darum gehe es auch nicht, erklärt der emeritierte Papst Benedikt XVI., im Juli 2010 in einer Rede: "Indem er seine Eltern an den Primat dessen erinnert, den er "meinen Vater" nennt, hebt Jesus den Primat des Willens Gottes über jeden anderen Willen hervor und offenbart Josef die tiefe Wahrheit seiner Rolle: Auch er ist berufen, Jünger Christi zu sein und sein Leben dem Dienst am Sohn Gottes und an der Jungfrau und Gottesmutter zu weihen, im Gehorsam gegenüber dem himmlischen Vater."

Josef hat eine entscheidende Funktion 

Es geht um Gehorsam, es geht um Gefolgschaft. - Und das wird auch immer wieder deutlich, in der Bibel: Josef ist ein Heiliger, der nicht viele Worte macht, sondern auf das Wort Gottes hört, das ihm Engel im Traum überbringen.

Doch Josef hat für Jesus noch eine ganz andere, ganz entscheidende Funktion, betont Altpapst Benedikt bei einem Angelusgebet im Jahr 2006: "Vor allem verband der hl. Josef dadurch, dass er dem Stamm Juda angehörte, Jesus mit der Nachkommenschaft Davids, so dass sich die Verheißungen über den Messias verwirklichten und der Sohn der Jungfrau Maria sich tatsächlich ‘Sohn Davids’ nennen kann."

Vorbild in Gottvertrauen

Bis heute gibt es viele Unklarheiten und Diskussionen, was die Figur des Josef angeht. Manche Forscher sagen, er sei vor Maria schon einmal verheiratet gewesen. Die römische-katholische Kirche geht traditionell davon aus, dass er und Maria nie eigene Kinder hatten. Eine Ehe, die ohne eine geschlechtliche Beziehung gelebt wird, wird bis heute "Josefsehe" genannt.

In Bezug auf Josef von Nazareth beschränkt sich die Bibel auf das, was elementar ist: Seine Treue und sein Gottvertrauen. Josef folgt dem Heilsplan Gottes ohne "Wenn und Aber". Er lässt sich führen von der unsichtbaren Hand Gottes. Damit gibt er Maria und Jesus irdischen Schutz. Er ist gerecht, weil er eben nicht auf irdisches Recht beharrt, und genau das ist die ihm zugedachte Rolle im Heilsplan Gottes.

Der Mann im Hintergrund

Aber auch wenn Josef wichtig ist für die Heilsgeschichte – bleibt er im Hintergrund des Geschehens … Zum letzten Mal berichtet die Bibel von ihm, als er mit seiner Familie zum Osterfest nach Jerusalem pilgert. Jesus war zu dem Zeitpunkt wohl 12 Jahre alt. Danach wird Josef mit keinem Wort mehr erwähnt.

Die Forschung vermutet daher, dass sein Todeszeitpunkt zwischen der gemeinsamen Wallfahrt und dem öffentlichen Auftreten von Jesus liegen könnte.

Marion Sendker
(DR)

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