Dr. Irene Tokarski
Dr. Irene Tokarski

01.03.2019

Weltgebetstag der Frauen unter dem Motto: "Kommt, alles ist bereit" Mehr als fromme Sprüche

Er findet immer am ersten Freitag im März statt: Der Weltgebetstag der Frauen. Die Gleichberechtigung der Geschlechter und Religionen ist der weltweit größten Basis-Bewegung christlicher Frauen besonders wichtig. Und noch einiges mehr.

DOMRADIO.DE: Jedes Jahr gibt es den Weltgebetstag der Frauen und jedes Jahr ist ein anderes Land als Gastgeber ausgewählt. In diesem Jahr geht es um Slowenien. Warum Slowenien?

Dr. Irene Tokarski (Geschäftsführerin Weltgebetstag der Frauen in Deutschland): Wir treffen uns alle fünf Jahre auf internationaler Ebene, und dann werden die Länder für die nächsten fünf Jahre ausgewählt. So wurde Slowenien vor ein paar Jahren ausgewählt. Es spielt keine Rolle, ob es ein großes oder kleines Land ist. Irgendwann kommen alle mal dran, die möchten und können.

DOMRADIO.DE: Wofür wird gebetet? Wie geht es den Frauen in Slowenien?

Tokarski: Wir beten für alle Frauen auf dieser Welt, aber wir beten immer gemeinsam mit denen, die es vorschlagen. Die Idee ist, am ersten Freitag im März wirklich auf Augenhöhe gemeinsam ein Gebet einmal rund um den Globus zu schicken. Das Thema ist dieses Jahr: "Kommt, alles ist bereit". Die Sloweninnen haben den Bibeltext vom großen Festmahl ausgewählt.

DOMRADIO.DE: Genau, das steht im Lukas-Evangelium. Wie ist die Einladung als Jahresmotto aufzufassen?

Tokarski: Wir sind überzeugt, dass es eine Einladung an alle Menschen ist. Ganz besonders, wenn man den Evangeliumstext liest, an die, die ausgeschlossen sind, die an den Zäunen stehen und die oft nicht dazugehören. Ich glaube, das ist eine geniale Botschaft des Gleichnisses für uns alle. Das Hervorragende ist ja, als die Diener schon dreimal die Menschen von der Straße eingeladen hatten, dass sie sagen: Es ist immer noch Platz beim Festmahl. Im übertragenen Sinne: Es ist Platz für alle. Jede von uns hat einen Platz.

DOMRADIO.DE: Das Ziel der Bewegung ist die Gleichberechtigung aller. Das heißt, die Gleichberechtigung der Geschlechter, der Konfessionen und der Religionen. Sie sind die größte christlich-ökumenische Basisbewegung auf der ganzen Welt mit 120 Ländern, die mitmachen. Das Gebet spielt für uns als Christen eine große Rolle, aber es ist manchmal nicht wirklich greifbar. Welche Rolle spielt das Gebet und was passiert heute darüber hinaus?

Tokarski: Es geht darum, informiert zu beten. Für uns gehört immer ganz intensiv dazu, das Land und die Frauen kennenzulernen. Betend Handeln heißt, es bleibt nicht nur bei frommen Sprüchen, sondern ein ganz wichtiger Teil ist unsere Kollekte. Das sind in Deutschland ungefähr 2,5 Millionen Euro im Jahr, die zum größten Teil in Projekte für Frauen und Mädchen weltweit gehen.

Zum Beispiel hatten wir jetzt den dringenden Hilferuf aus Burkina Faso, wo 35 Mädchen plötzlich nicht mehr in die Schule kamen. Nachforschungen der Schule haben ergeben, dass diese Mädchen illegalerweise beschnitten wurden und irgendwo im Busch versteckt waren. Sie sind dann gerettet worden. Das Ganze ist ein komplexes Thema. Die Eltern sind dann geflohen, weil sie Angst hatten, polizeilich gesucht zu werden. Unsere Partnerorganisation kümmert sich jetzt um diese Mädchen und deren medizinische Versorgung, Essen und alles. Dafür ist zum Beispiel unsere Kollekte.

DOMRADIO.DE: Sie veranstalten den Weltgebetstag der Frauen jetzt schon seit über 90 Jahren. Derzeit spielt die Frage der Gleichberechtigung der Frauen in der Kirche, der Mitbestimmung in Verwaltungspositionen wie auch die Diskussion um die Weihämter eine ganz große Rolle. Welche Rolle spielt das für Sie?

Tokarski: Für uns ist die Beendigung des Missbrauchs die wichtigste Diskussion. Dabei gibt es ein strukturelles Thema, dass auch Frauen mitreden dürfen. Aber uns geht es darum, das richtig aufzuklären und zwar weltweit und die Opfer und mögliche zukünftige Opfer zu schützen. Das ist das wichtigste Thema.

Es geht nicht vorrangig um Frauen. Es geht um die Opfer. Alles, was wir beitragen können, werden wir natürlich tun. Wir unterstützen sehr viele Organisationen weltweit, die sich um den Schutz von Kindern und Mädchen bemühen.

Das Interview führte Renardo Schlegelmilch.

Information: Der Weltgebetstag der Frauen findet vor allem in den Regionen Köln, Düsseldorf und Mainz wegen des Karnevals erst am 8. März statt.

(DR)

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