Dreifaltigkeit auf dem Klarenaltar
Dreifaltigkeit auf dem Klarenaltar
Martin Korden
Martin Korden

27.05.2018

Bedeutung der Heiligen Dreifaltigkeit "Gott ist die Liebe"

Heute feiert die Kirche das Geheimnis der Dreifaltigkeit Gottes, es ist der Sonntag der Heiligen Dreifaltigkeit. Was es mit diesem Tag genau auf sich hat, erklärt DOMRADIO.DE-Theologieredakteur Martin Korden.

DOMRADIO.DE: Die Dreifaltigkeit – was feiern wir heute damit genau?

Martin Korden (Liturgie-Redakteur): Man könnte sagen, heute feiert die Kirche Gott als den Dreieinigen. Wenn man sich bekreuzigt, nennt man die drei Personen, die Gott ausmachen: Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Kurz gesagt: Die Dreifaltigkeit meint die christliche Vorstellung, dass Gott aus eben diesen drei Personen besteht. Vater, Sohn und Heiliger Geist, die für sich genommen aber eine Einheit bilden.

DOMRADIO.DE: Aber wie kommt die Kirche eigentlich zu diesem, man könnte sagen, komplizierten Glauben?

Korden: Das hat zunächst einmal mit der Verkündigung Jesu zu tun. Er selbst bringt nämlich diese drei Personen ins Spiel. Er nennt Gott seinen Vater im Himmel. Er bezeichnet sich selbst als den Sohn Gottes und er spricht an mehreren Stellen von einer weiteren Person, die nennt er einmal den Beistand, mal den Geist. Man könnte auch anders übersetzen und sagen, er spricht von einer Hauchung oder einer Energie, die von Gott kommt.

Jesus selbst spricht also von drei Personen und diesen angekündigten Beistand, den haben die Christen später auf das Pfingstereignis bezogen, das haben wir letzte Woche gefeiert. Da kommt diese Art von göttlicher Energie, die die bis dahin verängstigten Jünger dazu bringt, mutig zu verkünden, in alle Welt aufzubrechen. Sie begleitet und führt sie auch auf ihrem Weg zur Gründung dieser weltumspannenden Gemeinde, die man dann irgendwann begann, Christen zu nennen.

DOMRADIO.DE: Aber Gott in drei Personen, da könnten auch Menschen aus anderen Religionen fragen: Glaubt ihr etwa an mehrere Götter?

Korden: Das wäre ein Missverständnis. Wichtig war schon ziemlich von Anfang an, als die Kirche versucht hat, diese Vorstellungen als eine Lehre, eine Theologie zu formulieren, dass diese drei Personen eben zusammen eine Einheit bilden – als der eine Gott. Das ist nicht nur ausgedacht, sondern von Ausformulierungen Jesu abzuleiten. Das Johannes-Evangelium zum Beispiel, das ist voll von Zitaten, in denen Jesus klarmachen will, dass Gott, der Vater, und er, der Sohn, eine Einheit bilden. Wer mich sieht, sieht den Vater, so wird Jesus zitiert.

Die Rolle des Geistes in der Dreifaltigkeit ist dann die der Verbindung zwischen Vater und Sohn. Der Vater schenkt sich im Geist dem Sohn und der Sohn im Geist dem Vater zurück. Das hört sich kompliziert an, aber letztendlich liegt darin auch die Begründung für den Satz: Gott ist die Liebe. Denn wenn Gott in sich Liebe ist, kann er nicht nur einer sein, weil Liebe nicht bei sich bleibt, sondern über sich hinausströmt. Viele sagen ein Bild für die Dreifaltigkeit könnte auch die Verbindung von Mann und Frau sein, die in ihrer Liebe zueinander ein Drittes hervorbringen, nämlich die Kinder. Die Liebe zwischen beiden wird in den Kindern leibhaftig.

Man hat auch gesagt: Die Entdeckung der Dreifaltigkeit ist letztlich ein Zeichen, dass der Mensch als Geschöpf Gottes genau diesen Auftrag hat, wie er sein Menschsein gestalten kann – sich ebenso in Liebe selbst zu verschenken und auf diese Weise am göttlichen dreifaltigen Leben Teil hat.

Das Gespräch führte Heike Sicconi.

(DR)

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