Reliquiar von Schwester Blandine in der Klosterkirche der Ursulinenkongregation Calvarienberg in Ahrweiler
Reliquiar von Schwester Blandine in der Klosterkirche der Ursulinenkongregation Calvarienberg in Ahrweiler
Grabstein von Blandine Merten in Trier
Grabstein von Blandine Merten in Trier

18.05.2018

Vor 100 Jahren starb die selige Blandine Merten Fürsprecherin in vielen Lebenslagen

Ihr Leben endete mit nur 34 Jahren sehr früh. Dennoch wird die vor 100 Jahren verstorbene Ursulinenschwester Blandine Merten noch immer von vielen Menschen verehrt. Was machte die "Liebreiche", so die Bedeutung ihres Ordensnamens, so einzigartig?

Eltern bitten sie um Beistand, wenn ihr Kind vor einem wichtigen Examen steht. Auch in Partnerschafts-Krisen wird sie angerufen. Doch vor allem bei Krankheiten - Krebs, Hautausschlägen, Depressionen - und vor schwerwiegenden Operationen wenden sich viele Menschen mit inständigen Gebeten an Schwester Blandine Merten. Vor 100 Jahren, am 18. Mai 1918, starb die 1987 seliggesprochene Ursuline.

Unter den Tausenden von Pilgern, die es zu ihrer Grabstätte im Schatten der Trierer Barockkirche Sankt Paulin drängt, sind auffallend viele junge Leute und Männer. An Werktagen suchen zwischen 50 und 100 Besucher die 1990 fertig gestellte Gedenkkapelle auf dem Pauliner Friedhof auf, an Sonn- und Feiertagen sind es bis zu 200. Aus dem gesamten Bundesgebiet, aus den Niederlanden, aus Belgien und Frankreich reisen die Trostsuchenden an - mit dem Auto, mit Bussen, Fahrrädern, Motorrädern oder zu Fuß. Selbst aus Amerika vertrauen Gläubige auf Blandines Hilfe.

Hilfsbereit und genügsam

Sie wurde am 10. Juli 1883 als neuntes Kind einer Bauernfamilie in Düppenweiler im Saarland geboren und erhielt den Taufnamen Maria Magdalena. Schon von frühester Kindheit an wurden ihr ein empfindsames Gemüt, eine ausgeprägte Hilfsbereitschaft und Genügsamkeit bescheinigt. In ihrer ländlichen Umgebung lernte sie die Sorgen vieler Familien um das tägliche Überleben kennen; sie wusste, was Armut bedeutete. Nach ihrer Schulzeit besuchte Maria Merten von April 1899 bis September 1902 das Lehrerinnen-Seminar Marienau in Vallendar bei Koblenz.

Zunächst in Oberthal bei St. Wendel, später in Morscheid im Hunsrück und schließlich in Großrosseln an der Saar wirkte die junge Frau als Lehrerin. Sie galt als sehr bodenständig und verfügte in ihrem Beruf über große Ausstrahlung - vielleicht ein Grund dafür, warum Schwester Blandine in den vergangenen Jahrzehnten immer bekannter und zu einer Art Volks-Seligen wurde.

Die "Liebreiche"

Als die junge Pädagogin im Juli 1907 nach Großrosseln versetzt wurde, reifte in ihr der Entschluss, ins Kloster zu gehen. Im April 1908 erfolgte der Eintritt ins Kloster Calvarienberg bei Ahrweiler. Zu Beginn ihres Noviziats erhielt Maria den Ordensnamen Blandine, die "Liebreiche". Ihr klösterliches Leben sollte nur zehn Jahre dauern.

Nach Ablegung ihrer zeitlichen Gelübde im November 1910 folgte ein kurzer Aufenthalt in Saarbrücken; sieben Monate später wurde Schwester Blandine nach Trier in das dortige Banthuskloster versetzt, wo sie in Schule und Pensionat wirkte.

Frühe Krankheit

Am 4. November 1913 legte sie ihre ewigen Gelübde ab. Wenige Jahre später erkrankte Schwester Blandine an einer schweren Lungentuberkulose. Wegen der Ansteckungsgefahr lebte sie im letzten Stadium der tödlichen Krankheit isoliert; sie durfte nur noch von älteren Mitschwestern besucht werden. Am 18. Mai 1918 verstarb sie im Alter von nur 34 Jahren.

"In honorem beatae Blandine Merten" - dieser Spruch (übersetzt: In ehrender Erinnerung an die Selige Blandine Merten) steht in schlichten Versalien über dem Eingang der Trierer Pilgerstätte. In dem sonnenüberfluteten Gotteshaus verharren die Pilger vor einem einfachen Altar und bringen der Seligen in der Stille des Raums ihre Nöte entgegen. In dem ausliegenden Votiv-Buch schildern viele Menschen ihre Anliegen und Sorgen, formulieren aber auch ihren Dank - ein eindrucksvolles Dokument tiefer Gläubigkeit und Gebetserhörungen.

Ermutigung und Stärkung

Immer wieder ist darüber gerätselt worden, warum diese Ordensfrau trotz ihres nur kurzen und unspektakulären Lebens einen derartigen Wirkungsgrad erreichen konnte. Als Schwester Blandine 1987 zur Ehre der Altäre erhoben wurde, deutete der damalige Trierer Bischof Hermann Josef Spital dieses Phänomen so: "Die Gläubigen sehen in ihr einen Menschen, der den gleichen schlichten Weg gegangen ist, den sie selbst gehen wollen."

Viele Menschen fänden durch Schwester Blandine Ermutigung und Stärkung. "Sie wenden sich in ihren Anliegen an sie, weil sie an die Macht ihrer Fürsprache glauben; die einen haben Erhörung ihrer Gebete gefunden, die anderen, denen die Erhörung scheinbar versagt blieb, erhielten die Kraft, ihr Kreuz zu tragen."

Karl Peters
(KNA)

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