Diskussion um verheiratete Priester
Ordensfrau mit einem Collarhemd
 Anselm Grün
Anselm Grün

30.03.2018

Mönch Anselm Grün hält Bischöfinnen und Päpstin für möglich "Der Kirche dürfen Frauen nicht verloren gehen"

Der Benediktinermönch und christliche Bestseller-Autor Anselm Grün sieht keine theologischen Gründe gegen Priesterinnen, Bischöfinnen oder eine Päpstin. "Nur: Hier geht es um geschichtliche Prozesse. So etwas braucht Zeit".

Das sagte Grün gegenüber der "Augsburger Allgemeinen". Der erste Schritt müsse nun sein, dass Frauen zu Diakoninnen geweiht würden. "Der Kirche dürfen die Frauen nicht verloren gehen!". Auch gegen die Abschaffung des Zölibats gebe es keine theologischen Gründe, so der Münsterschwarzacher Benediktiner. Deshalb müsse die verpflichtende Ehelosigkeit für Priester jedem freigestellt werden.

"Pro Pope Francis"-Unterstützer

Seine Unterstützung der Unterschriftenaktion "Pro Pope Francis" begründete Grün mit "sehr konservativen Kreisen" in Rom, die Papst Franziskus blockierten. "Er würde mit seinen Reformen bestimmt weitergehen wollen, will aber auch eine Kirchenspaltung nicht provozieren."

Allein durch seine Sprache habe der Papst einen neuen Geist in die Kirche gebracht, so der Benediktiner. "Unter seinen Vorgängern Johannes Paul II. und Benedikt XVI. wurden Priester oft anonym angeschwärzt." Dieses Denunziationssystem gebe es nicht mehr. "Innerhalb der Kirche wird gerade ein neues Miteinander im Glauben gelernt."

Brutalität in Sozialen Medien beklagt

Weiter hat Grün die Brutalität und Kulturlosigkeit vieler Beiträge in Sozialen Netzwerken beklagt. "Dort wendet mancher seinen ganzen Hass, seinen ganzen inneren Mist nach außen. Etwa wenn es um das Thema Flüchtlingspolitik geht", sagte der Mönch. Auch er werde immer wieder im Internet beschimpft. So sähen manche seine Theologie und Spiritualität als häretisch an. "Ich tue es mir nicht an, diese Vorwürfe im Internet zu lesen."

Außerdem sei er noch nie so massiv angegangen worden wie etwa der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick, der sogar Todesdrohungen erhalten habe, erklärte Grün. "Das hängt wohl damit zusammen, dass ich mich nicht so politisch äußere." Er wolle nicht nach Besserwisser klingen.

"Natürlich, man kann gegen rechte Tendenzen anschreiben - aber nicht gegen Shitstorms im Internet." Er versuche mit seinen Büchern, die Weisheit der Menschen und die deren Seele zu bestärken, so dass sie nicht abdrifteten. "Diejenigen, die bereits abgedriftet sind, erreiche ich durch fromme Worte auch nicht mehr", so der Autor.

(KNA)

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