Die ökumenische "Mehr"-Konferenz findet seit 2008 statt
Die "Mehr"-Konferenz gibt es seit 2008
Die "Mehr"-Konferenz gibt es seit 2008
Die "Mehr"-Konferenz gibt es seit 2008

05.01.2018

"Mehr"-Konferenz in Augsburg startet mit Teilnehmerrekord "Herzenstore öffnen"

Sie platzt wohl aus allen Nähten: die "Mehr"-Konferenz in Augsburg. Über 11.000 Menschen nehmen teil. Gründer und katholischer Theologe Johannes Hartl will Tore öffnen. Für alle.

In der Augsburger Messe hat am Donnerstag die ökumenische Glaubenskonferenz "Mehr" begonnen. Diesmal nehmen daran laut Angaben der Organisatoren über 11.000 Menschen teil, mehr als je zuvor. Die "Mehr"-Teilnehmer kämen aus bis zu 40 Ländern, zu 90 Prozent aus dem deutschen Sprachraum. Gut 60 Prozent seien katholisch, 35 Prozent je zur Hälfte Anhänger von evangelischen Landeskirchen und Freikirchen, drei Prozent orthodox; auch gebe es Nichtchristen. Der Altersdurchschnitt liege bei 37 Jahren.

Das Treffen charismatisch orientierter Christen dauert bis Sonntag und findet zum elften Mal statt. Wegen der hohen Besucherzahl gibt es eine zweite Großhalle mit Liveschaltung. Auf dem Programm stehen unter dem Motto "Open up the gates" ("Macht die Tore weit auf") christlich motivierte Vorträge, Konzerte, Diskussionen, Gebete und Lobpreisungen. Veranstalter ist das Augsburger Gebetshaus unter der Leitung des katholischen Theologen Johannes Hartl.

Hartl: Faszination und Freude am Glaube ermöglichen

Mit ansprechender Atmosphäre einen Raum schaffen, der es leicht ermöglicht, fasziniert vom Glauben zu sein. Das sei ein Ziel der Konferenz so Hartl bei DOMRADIO.DE. "Im Glauben an Jesus geht es gar nicht in erster Linie darum, irgendwelche moralischen Regeln zu erfüllen. Das glauben ja viele Menschen. Sondern, dass in der Mitte vom Glauben eigentlich die Freude an Gott und die Begegnung mit ihm liegt." Der katholische Theologe betont, ein Programm bieten zu wollen, welches jedem – egal welcher Religion – die Möglichkeit bietet, sich mit der Frage 'Worum geht es in meinem Leben wirklich?' auseinanderzusetzen. Alle Teilnehmer sollen die Konferenz mit einem Gefühl der Hoffnung verlassen, so Johannes Hartl im Interview weiter.

Als Redner treten neben Hartl auch James Mallon, Leo Bigger und Vishal Mangalwadi auf. Mallon ist ein katholischer Pfarrer aus dem kanadischen Halifax, der es laut den "Mehr"-Organisatoren geschafft hat, die Zahl seiner Gottesdienstbesucher fast zu verdoppeln. Der Zürcher Pastor Bigger leitet die sich überkonfessionell verstehende Megachurch International Christian Fellowship (ICF), die größte Freikirche in der Schweiz. Mangalwadi ist ein indischer Theologe, Sozialreformer und Autor; er hält die Bibel für das Herzstück der westlichen Kultur. Als Musikdarbietung gibt es unter anderem ein Konzert der Gruppe "Koenige und Priester".

Laut den Veranstaltern kommt die "Mehr" angesichts des Andrangs allmählich an ihre Grenzen: Die Kapazität der Messe Augsburg sei nun fast erschöpft. Womöglich gebe es deshalb in Zukunft zusätzliche Konferenzen, vielleicht im Sommer in Stadien, sagte Hartl bei der Pressekonferenz zur Eröffnung. Das Konzept selbst solle dabei unverändert bleiben.

Moderne und athentische Spriritualität steckt an

Das Gebetshaus Augsburg ist laut Selbstdarstellung eine ökumenische Initiative junger Christen, die den Glauben zeitgemäß erfahrbar machen will. Es gehört zur "Charismatischen Erneuerung der katholischen Kirche" und finanziert sich eigenen Angaben zufolge durch Spenden. Inzwischen würden mehr als 40 Angestellte und rund 120 ehrenamtliche Mitarbeiter beschäftigt.

Besonders bei jungen Menschen habe das Gebetshaus Erfolg, da einerseits authentische Spiritualität ansteckend sei. Menschen wollten sich mit der Frage 'Wie begegne ich Gott?' beschäftigen, erklärt Johannes Hartl bei DOMRADIO.DE. Das sei an den vielen Reisen junger Menschen nach Taizé und Indien zu erkennen. Zweitens biete sein Verein einen leichten Zugang zu einem Raum, der beispielsweise nicht so kalt und kompliziert erfahrbar sei wie eine Kirche.

(DR, KNA)

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