Anselm Grün
Anselm Grün

27.08.2017

Für Benediktinermönch Anselm Grün soll von jedem etwas Nährendes ausgehen "Brot ist für alle da"

Brot ist das Grundnahrungsmittel schlechthin. Auch im religiösen Bereich spielt es eine zentrale Rolle. Autor und Pater Anselm Grün hat sich deshalb in einem neuen Buch "Brot himmlisch irdisch" dem Nahrungsmittel gewidmet. Ein KNA-Interview.

KNA: Pater Anselm, welches ist Ihr Lieblingsbrot?

Grün: Ich mag Dinkelbrot sehr gerne, weil es einen guten Geschmack hat und man es richtig langsam kauen kann.

KNA: Welche Bedeutung hat Brot für Sie?

Grün: Brot ist zum einen ein Symbol für den täglichen Lebensunterhalt. Aber es ist noch mehr. Für mich ist Brot eine Speise, die man genießen kann. Gutes Brot langsam zu genießen ist eine Wohltat. Zum Anderen ist Brot aber auch eine Gabe Gottes, die uns für unser Leben stärken kann. Meine Mutter hat in das Brot immer ein Kreuz hineingezeichnet, bevor sie es angeschnitten hat, als Zeichen dafür, dass es eine Gabe Gottes ist und dass es uns Segen bringt. Die Ehrfurcht vor dem Brot ist mir als Kind immer beigebracht worden. Brot wirft man nicht einfach weg. Ich bin nach dem Krieg 1945 geboren, in dieser Zeit war Brot etwas sehr wertvolles.

KNA: Brot gibt es aber nicht überall?

Grün: In Asien ist Brot nicht üblich. Für Europäer gibt es in den Hotels mittlerweile eine Ecke mit Brot, aber sonst isst man es dort kaum. Ansonsten gibt es in Europa eigentlich überall Brot. Aber eine Kultur des Brotes, wie wir sie in Deutschland haben, ist sehr selten. Oft gibt es ja nur Weißbrot wie in Frankreich und kein Schwarzbrot.

KNA: Woran liegt es, dass wir gerade in Deutschland diese Brotkultur haben?

Grün: Der Beruf des Bäckers war immer ein wichtiger Beruf in Deutschland. Und die Bäcker waren kreativ und haben für eine Vielfalt gesorgt. Brot gehört zum täglichen Bedarf: beim Frühstück oder beim Abendessen, es gibt das Pausenbrot. Daher war es naheliegend, dass die deutschen Bäcker auch nach Abwechslung gesucht und neue Brotsorten kreiert haben.

KNA: Neben dieser Brotkultur kaufen die Menschen aber immer häufiger ihr Brot günstig aus Backautomaten beim Discounter. Was halten Sie davon?

Grün: Das ist schon problematisch. Damit geht ein Stück der Backkultur verloren. Der Bäcker, der Handwerker, hat eine eigene Qualität. Mir schmeckt deren Brot einfach besser. Natürlich wird es beim Backautomaten frisch hergestellt, aber es ist schon lange vorgefertigt und wird dann doch ein Einheitsbrot.

KNA: Haben Sie eine Lieblingsbibelstelle zum Thema Brot?

Grün: Im Johannesevangelium heißt es in Kapitel 6, dass Jesus das Brot ist, das vom Himmel herabkommt. Jesus selbst bezeichnet sich gleichsam als Brot. Jesus ist also einer, der andere nährt. Und das ist auch ein schönes Bild für uns: die Frage ob wir auch zum Brot für andere werden können. Ob von uns etwas Nährendes ausgeht und wir durch unsere Ausstrahlung andere stärken oder ob wir die anderen nur benutzen.

KNA: In Ihrem Buch sprechen Sie auch die soziale Komponente des Brotes an. Was hat es damit auf sich?

Grün: Es gibt in der Bibel die Geschichte von der Brotvermehrung. Brot gilt es eben auch zu teilen und nicht wegzuwerfen. Brot zu teilen schafft Gemeinschaft und Beziehung. Und Brot ist für alle da, es gehört nicht uns alleine sondern soll geteilt werden. Auch Jesus hat immer das Brot mit anderen gebrochen. Wenn wir Brot essen und es teilen, dann hat das auch immer etwas Heiliges. Einander Brot reichen, miteinander genießen, teilen, Gemeinschaft stiften - das sind einfach wichtige Symbole.

KNA: Sollten auch Katholiken und Protestanten gemeinsam das Brot brechen, sprich Kommunion feiern?

Grün: Ja, es gibt zwar Unterschiede in der Art wie wir Eucharistie oder Abendmahl feiern und die werden auch bleiben. Aber wir dürfen einander trotzdem als Gäste einladen. Und das geschieht auch schon.

Dana Kim Hansen
(KNA)

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