Der Begriff "Gott" auf einer Tafel
Der Begriff "Gott" auf einer Tafel

10.08.2017

Religionspädagogin zur Gottesvorstellung von Schülern "Viele Schüler sind religiös gar nicht sprachfähig"

Wie stellen sich Kinder und Jugendliche Gott vor und wie können sie zu einem erwachsenen Gottesbild finden? Die Religionspädagogin und Gymnasiallehrerin Ibtissame Yasmine Maull hat diese Fragen untersucht und Antworten gefunden.

epd: Sie haben die Gottesvorstellungen von evangelischen gymnasialen Sechstklässlern untersucht und sich vier Jahre später mit denselben Schülern nochmals getroffen. Was hat sich in deren Gottesbild verändert?

Ibtissame Yasmine Maull (Religionspädagogin): Im Kindesalter werden Gott durchweg positive Eigenschaften zugeschrieben, Gott ist der Schöpfer und der Starke, der immer da ist. Bei den Zehntklässlern sind die Fragen und Zweifel mit Blick auf Gott größer geworden. Viele können am naiven Bild von Gott als Garant für Glück und Sicherheit nicht mehr festhalten, weil sie andere, leidvolle Erfahrungen gemacht haben. Im Unterricht werden sie mit naturwissenschaftlichen Weltentstehungstheorien konfrontiert, was bei vielen dafür sorgt, ihren Schöpfungsglauben abzuhaken, statt ihn mit den Theorien der Wissenschaft zu verbinden.

epd: Wie können Lehrende die Schüler in ihrer religiösen Entwicklung begleiten?

Maull: Religionslehrer sollten auf die Fragen der Jugendlichen eingehen. Die Gottesvorstellungen sind dabei der Schatz, mit dem man arbeiten kann. Sie sollen mit der persönlichen Entwicklung mitwachsen und erwachsen werden. Sonst verkommen sie zu einem Artefakt aus der Kindheit. Hier hilft es auch, Fragen wie "Warum lässt Gott das zu?" im Religionsunterricht zu behandeln und zu zeigen, wie Glaube weiterbestehen kann, auch wenn im Leben nicht alles gut verläuft. Oder auf das Verhältnis von Glauben und Naturwissenschaft einzugehen, beziehungsweise auf das Verständnis und die Auslegung von Bibelstellen.

epd: Warum ist es überhaupt wichtig, über Gottesvorstellungen zu reden und was sollte dabei beachtet werden?

Maull: Viele Schüler sind religiös gar nicht sprachfähig, weil sie nicht gewohnt sind, sich über Gott und den Glauben an ihn Gedanken zu machen und darüber zu reden. Dies ist eine wichtige Aufgabe des Religionsunterrichts und kann in einer Atmosphäre des Vertrauens und der Wertschätzung geübt werden. Lehrende sollten mit der Haltung in den Unterricht gehen, dass sie die Vorstellungen der Jugendlichen ernst nehmen und sie nachvollziehen wollen. Dann profitieren alle von den Gedanken und den Ansichten der anderen.

Das Gespräch führte Judith Kubitscheck.

(epd)

Der gute Draht nach oben!

Tageskalender

Radioprogramm

  • Tageskalender
  • 21.07.
06:00 - 06:30 Uhr

DOMRADIO Morgenimpuls

06:30 - 11:00 Uhr

DOMRADIO Der Samstag

  • Weihwasser auf Blech - der Autosegen
  • Kölner Lichter - das Spektakel mit einer gigantischen Vorbereitung
  • Mehr als ein Glockenspiel - das neue Geläut des Paderborner Doms
10:15 - 10:20 Uhr

Alle Wetter!

11:00 - 16:00 Uhr

DOMRADIO Der Samstag

11:11 - 11:15 Uhr

Wort zum Samstag

11:00 - 16:00 Uhr

DOMRADIO Der Samstag

Wochenkommentar

Der DOMRADIO.DE Chefredakteur blickt auf die Woche.

Programmtipps

  • Walnüsse am Baum
    22.07.2018 00:00
    Alle Wetter!

    4. Juli-Woche: Sankt-Jakobs-We...

  • Zeit zum Innehalten
    22.07.2018 07:20
    WunderBar

    Lust auf Urlaub 1

  • Markusevangelium
    22.07.2018 07:50
    Evangelium

    Mk 6,30-34

Kostenlose Radio-App für iPhone und Android

Nehmen Sie Ihr DOMRADIO.DE mit wohin Sie wollen und wann immer Sie Lust haben. Funktionen: Nachrichten, Podcasts, Mediathek, Wecker, Sleep-Timer, Bluetooth, Chromecast, AirPlay, CarPlay, Android Wear…

Empfangsanleitung zum Ausdrucken

Wort des Bischofs

Der geistliche Impuls von Kardinal Woelki. Jeden Sonntag ab 8 Uhr!

Gemeinsam für das Mehr im Menschen

Berufungspastoral im Erzbistum Köln: Dein Platz in Kirche und Welt.

Das ganze Leben

Hilfsangebote der Kirche im Erzbistum Köln.

Der tägliche Impuls von Weihbischof Puff

Weihbischof Schwaderlapp beantwortet Glaubensfragen