Johannes Siebner
Johannes Siebner

18.04.2017

Jesuiten in Deutschland bereiten sich auf Veränderungen vor Europäischer werden

Die deutsche Provinz des Jesuitenordens steht in den kommenden Jahren vor Veränderungen. In absehbarer Zeit solle es nur noch eine zentraleuropäische Provinz geben, sagte der künftige Leiter der deutschen Provinz, Pater Johannes Siebner.

"Wir sind jetzt damit betraut, das vorzubereiten", sagte Siebner in einem Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Die deutsche Provinz umfasst derzeit das Gebiet Deutschlands und Schwedens mit 344 Jesuiten.

Hoher Altersschnitt

Trotz eines rückläufigen Trends bezeichnete Siebner die Nachwuchssituation des Ordens als "eigentlich ganz gut". In Deutschland gebe es bis zu vier neue Jesuiten pro Jahr. "Im Vergleich zu den 60er oder 70er Jahren ist das wenig; entsprechend ist unser Altersschnitt sehr hoch. Aber wenn ich es mit den Eintrittszahlen in Priesterseminaren oder in anderen Orden vergleiche, bin ich dankbar, dass junge Männer bei uns eintreten wollen."

Die deutsche Jesuitenprovinz trifft sich in diesen Tagen zu ihrem turnusmäßigen Symposium. Es findet diesmal in Schwäbisch Gmünd statt. Dazu wird auch der Generalobere des Ordens, Arturo Sosa Abascal, erwartet. Siebner tritt sein neues Amt am 1. Juni an. Bisher leitete der 55-Jährige das Aloisiuskolleg in Bonn, eine von drei Jesuitenschulen in Deutschland.

"Wir haben nicht vor, eine unserer Schulen abzugeben", betonte Siebner. Das Netzwerk der Schulen in ignatianischer Trägerschaft und der Jesuitenschulen, die sich in dieser Tradition sehen, wachse. "Die Leute sagen mir oft: 'Ihr habt eine kraftvolle Idee, eine lebendige Vision, ein umsetzbares Konzept. Das lädt gerade dazu ein, neue Schulen zu gründen'", so Siebner. "Das werden wir in Deutschland wohl nicht tun. Aber der Orden steht zu seiner Tradition in Bildung und Erziehung."

Aufarbeitung des Missbrauchsskandals als bleibende Aufgabe

Der scheidende Rektor des Aloisiuskollegs in Bonn sieht die Aufarbeitung des Missbrauchsskandals an den deutschen Jesuitenschulen als bleibende Aufgabe. "Die wichtigste Erkenntnis der vergangenen Jahre ist die, dass es keinen Schlusspunkt geben soll und geben kann. Sondern dass wir uns auf einen Weg gemacht haben, auf dem wir nun gemeinsam weitergehen", sagte Pater Johannes Siebner.

"Die wichtigsten Meilensteine heißen Anerkennung, Anerkennung, Anerkennung", so Siebner weiter. "Das heißt: Schauen was ist; für wahr nehmen, was ist; ernst nehmen, was ist - und dann Konsequenzen daraus ziehen." Zudem sei es wichtig, ansprechbar zu bleiben. "Die Betroffenen müssen spüren: Da ist jemand, der bereit ist, für die Institution Verantwortung zu übernehmen."

Tradition in Bildung und Erziehung

Im Jahr 2010 machte Pater Klaus Mertes, der damalige Leiter des Canisius-Kollegs, Fälle von Missbrauch an der Jesuitenschule in Berlin öffentlich. Durch diesen Schritt wurde der Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche in Deutschland bekannt. Siebner begleitete die Aufarbeitung von Missbrauchsfällen zunächst an der Jesuitenschule Sankt Blasien im Schwarzwald, seit sechs Jahren am Aloisiuskolleg.

(KNA)

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