Zerstörtes Krankenhaus in Syrien
Zerstörtes Krankenhaus in Syrien
Die Erstaufnahmeeinrichtung in Köln
Die Erstaufnahmeeinrichtung in Köln

31.03.2016

Erstaufnahmeeinrichtung für minderjährige Flüchtlinge Glücklich über Essen und ein Bett

Sie sind unter 18 und kommen allein nach Deutschland. Der Sozialdienst Katholischer Frauen betreut junge Flüchtlinge direkt nach ihrer Ankunft und hilft ihnen bei ihren ersten Schritten im für sie so fremden Deutschland.

domradio.de: Was sind die konkreten Aufgaben oder Herausforderungen, die unbegleitete minderjährige Ausländer mit sich bringen?

Angelika Wiedenau (Bereichsleiterin des Sozialdienstes Katholischer Frauen): Wenn die Jugendlichen als erstes zu uns kommen, sind sie sehr erschöpft, müde und hungrig. Wir bieten ihnen zunächst eine Grundversorgung. Sie sind in dieser Einrichtung hier nur sieben Tage, da ist es wichtig, dass wir sie medizinisch untersuchen, dazu gehört ein Tuberkulose-Test und wir schauen, ob sie normal gewachsen sind oder irgendwelche Krankheiten oder Behinderungen haben. Danach schätzen wir ein, wo sie dann am besten untergebracht werden können.

domradio.de: Welchen Eindruck haben Sie von diesen jungen Menschen, die hierher kommen?

Wiedenau: Von denen, die wir jetzt haben, stellen wir fest: Die sind sehr lernbegierig, möchten sehr schnell Deutsch lernen und sagen ganz schnell "Bitte" und "Danke". Außerdem bemühen sie sich sehr, wenn sie Wörter aufgeschnappt haben, sie zu benutzen und sich verständlich zu machen.

domradio.de: Was sind das für Jugendliche in Ihrer Einrichtung?

Wiedenau: Die Meisten sind zwischen 16 und 17 Jahre alt und kommen aus allen Ländern. Wir haben Marokkaner, Syrer und Afghanen, also aus den unterschiedlichsten Kulturen. Wir nehmen hier nur männliche Flüchtlinge auf. Auch in ganz Köln sind 90 Prozent der minderjährigen Flüchtlinge männlich. Das ist klar, weil die Flucht gefährlich und anstrengend ist, da schicken die Familien die jungen, starken Männer.

domradio.de: Führt das zu Problemen, etwa aggressivem Verhalten?

Wiedenau: Das kann ich für hier überhaupt nicht bestätigen. Man muss natürlich auch sehen, wir sind die Erstaufnahme, die jungen Menschen kommen gerade erst hier an und müssen sich erst mal eingewöhnen. Wir bemerken vielmehr, dass sie dankbar sind und glücklich mit einem Bett und was zu essen. Sie sind jetzt nicht aggressiv untereinander oder gegen uns. Wir haben auch nicht das Problem, dass sie mit Frauen schlecht umgehen würden. Wir haben hier überwiegend weibliche Mitarbeiterinnen und die Jungs sind weder respektlos noch hören sie nicht auf die Anweisungen der Pädagoginnen.

domradio.de: Welche Herausforderungen erwarten Sie in der Zukunft?

Wiedenau: Das hängt davon ab, wie sich die Zahl der Flüchtlinge entwickeln wird. Im Moment kommen sehr wenig - und da muss man schauen, ob das mehr oder weniger werden. Und danach müssen wir dann unser Konzept anpassen. Da müssen wir sehen, wie sich das entwickelt.

domradio.de: Fühlen Sie sich von Stadt und Gesellschaft ausreichend unterstützt?

Wiedenau: Wir fühlen uns sehr unterstützt: Einmal von der Stadt, die auch sehr eng mit uns kooperiert; wir haben hier aber auch einen wunderbaren Pool von Ehrenamtlichen, die uns auch in jeglicher Weise unterstützen. Das ist für uns sehr wichtig.

Das Interview führte Christoph Paul Hartmann
(DR)

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