Diese Bilder sind seltener geworden: Flüchtlinge im April 2014 vor Lampedusa
Rettung von Flüchtlingen am 4.10.14 von einem Schlauchboot auf dem Mittelmeer vor Lampedusa
Screenshot: Papst Franziskus auf Lampedusa
Screenshot: Papst Franziskus auf Lampedusa

08.07.2020

Papst-Gottesdienst in Erinnerung an Lampedusa-Reise Flüchtlingsmesse ohne Flüchtlinge

Die Bootsflüchtlinge auf Lampedusa waren 2013 Ziel der ersten Reise von Papst Franziskus. Jedes Jahr am 8. Juli wird daran mit einem Gottesdienst erinnert – in Corona-Zeiten läuft der allerdings anders ab.

DOMRADIO.DE: Warum feiert Franziskus jedes Jahr diese Flüchtlings-Messe?

Anne Preckel (Vatican News): Der Papst erinnert mit dieser Messe an seinen Besuch auf der Insel Lampedusa. 2013 war er einen Tag auf dieser Mittelmeerinsel, um an das Leid der Bootsflüchtlinge zu erinnern und an die Tausenden Toten im Mittelmeer. Er hat in seiner Ansprache damals dort die Gleichgültigkeit diesem Leid gegenüber kritisiert. Er sprach von einer "Globalisierung der Gleichgültigkeit". Das war damals ein ganz starker Akzent gewesen, und, man muss sagen, auch der Auftakt einer ganzen Reihe von Initiativen in diesem Pontifikat für eben jene Menschen.

DOMRADIO.DE: Wie fand die Messe für Geflüchte in diesem Jahr unter Corona-Bedingungen statt?

Preckel: Im vergangenen Jahr hatte die Papstmesse für Flüchtlinge noch im Petersdom stattgefunden. Da waren rund 250 Gäste und Flüchtlinge anwesend. In diesem Jahr fiel das alles etwas reduzierter aus. Der Grund ist natürlich die Corona-Pandemie. Deswegen konnten eben dieses Mal keine Flüchtlinge an der Messe teilnehmen. Dabei waren aber Vatikan-Mitarbeiter, die in der Flüchtlingsarbeit engagiert sind. Ort war nicht der Petersdom, sondern die Kapelle des vatikanischen Gästehauses Santa Marta. Da feiert der Papst auch seine Morgenmessen.

DOMRADIO.DE: Was hat der Papst zur aktuellen Situation der Geflüchteten in der Messe gesagt?

Preckel: Papst Franziskus hat aus seiner Lampedusa-Rede von damals die Stelle zitiert, dass eine Globalisierung der Gleichgültigkeit in unserer Wohlstandskultur herrsche. Konkret hat er dann an die Lage von Flüchtlingen in Libyen erinnert. Tausende Menschen sind in diesem Jahr auf dem Mittelmeer abgefangen worden und nach Libyen zurückgeschickt worden. Diese Flüchtlinge landen dann in Gefangenenlagern. Was da passiert, ist tatsächlich die Hölle. Das wissen wir aus Berichten von Flüchtlingen. Das weiß Franziskus auch aus erster Hand. Er hat in der Messe noch einmal ein Zeugnis eines äthiopischen Flüchtlings erwähnt, der gefoltert worden ist.

DOMRADIO.DE: Welche Botschaft sendet der Papst mit so einer Messe für Flüchtlinge aus?

Preckel: Das ist ein ganz wichtiges Signal, denn die Welt und die einzelnen Länder neigen im Corona-Modus doch sehr dazu, die eigenen Schäfchen ins Trockene zu bringen. Zugleich sind die Flüchtlinge aber in dieser Pandemie besonders schutzlos, wenn man an die Fälle in den überfüllten Flüchtlingslagern denkt, wo sich das Virus leicht verbreiten kann. Insofern sind die Papstworte eine Erinnerung daran, gerade diese Menschen jetzt nicht zu vergessen.

(DR)

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