Flüchtlingslager in der Türkei
Flüchtlingslager in der Türkei
Caritas-Präsident Peter Neher
Screenshot: Peter Neher

18.04.2020

47 Flüchtlingskinder aus Griechenland in Hannover eingetroffen "Beschämend gering"

47 minderjährige Flüchtlinge aus griechischen Flüchtlingslagern sind heute in Hannover gelandet. "Beschämend wenige", sagt die Organisation Pro Asyl. Auch die Caritas wünscht sich mehr Engagement. 

Deutschland hat am Samstag 47 unbegleitete junge Flüchtlinge aus überfüllten Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln aufgenommen. Die 42 Kinder und 5 Jugendlichen trafen per Flugzeug aus Athen in Hannover ein. Sie werden zunächst für eine zweiwöchige Quarantäne in Niedersachsen untergebracht, bevor sie auf die Bundesländer verteilt werden.

Die unbegleiteten Kinder und Jugendlichen waren zuvor in Flüchtlingslagern auf den Inseln Lesbos, Samos und Chios untergebracht. Sie stammen aus Afghanistan, Syrien und Eritrea. Insgesamt sollen mindestens 350 Minderjährige nach Deutschland übernommen werden.

Innenminister Seehofer: "Zeichen europäischer Solidarität"

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) erklärte, die Aufnahme sei das Ergebnis monatelanger intensiver Gespräche mit den europäischen Partnern. "Deutschland steht zu seiner Zusage. Wir setzen damit ein konkretes Zeichen europäischer Solidarität." Er gehe davon aus, dass andere EU-Länder jetzt ihre Zusagen ebenfalls umzusetzten.

Der niedersächsische Innenminister Boris Pistorius (SPD) erklärte, die Situation in den Lagern sei unerträglich. Die Koalition der Willigen zeige, dass es europäische Solidarität mit Griechenland und in Not geratenen Flüchtlingen gebe.

Nach jetzigem Stand haben sich zehn EU-Mitgliedstaaten bereit erklärt, minderjährige Migranten von den griechischen Inseln aufzunehmen. Bereits am Mittwoch waren 12 unbegleitete Kinder und Jugendliche in Luxemburg eingetroffen.

EU-Migrationskommissarin Ylva Johansson sagte im Deutschlandfunk, insgesamt gebe es bislang Zusagen für die Aufnahme von 1.600 unbegleiteten Minderjährigen. Sie sollen unter anderem nach Deutschland, Frankreich und Luxemburg gebracht werden.

Caritasverband fordert mehr Aufnahmen

Die Organisation Pro Asyl nannte die Zahl der Aufgenommenen "lächerlich gering". Es gebe Tausende Geflüchtete, die in den Insellagern in Griechenland sich selbst überlassen seien. Pro-Asyl-Geschäftsführer Günter Burkhardt sprach von "unerträglicher Prahlerei Trumpschen Ausmaßes". Das Bundesinnenministerium, die Bundesländer und die EU müssten im Sinne dieser Menschen schnell und pragmatisch handeln.

Der Präsident des Deutschen Caritasverbandes, Peter Neher, erklärte im rbb, die Kinder hätten Schreckliches durchgemacht. "Sie haben häufig den Verlust ihrer Eltern oder den Verlust von Angehörigen erlebt, Gewalt, die Unsicherheit in den griechischen Lagern." Es müssten weitere Kinder aus diesen Lagern herausgeholt werden.

Von einer Geste der Menschlichkeit sprach das UN-Kinderhilfswerk Unicef. Die Bundesregierung zeige damit, dass es auch in Zeiten der Corona-Krise möglich sei, für Kinder in größter Not einzustehen, sagte Geschäftsführer Christian Schneider. Dennoch sei diese Aktion angesichts der großen Not auf den griechischen Inseln keine ausreichende Antwort auf die humanitäre Krise, unter der Tausende Kinder seit langer Zeit litten.

Die Flüchtlingsorganisation Seebrücke sprach von einem "guten Anfang". Dennoch sei die Zahl der aufgenommenden Kinder "beschämend gering". "Wir haben 150 Kommunen und Städte in Deutschland, die bereit wären Menschen aufzunehmen.
Ein bisschen retten geht nicht", sagte Sprecherin Anja Sportelli.

(KNA)

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