Nach einem Schiffsunglück vor Libyen werden über 100 Migranten vermisst
Nach einem Schiffsunglück vor Libyen werden über 100 Migranten vermisst
UN-Flüchtlingshochkommissar Filippo Grandi
UN-Flüchtlingshochkommissar Filippo Grandi

26.07.2019

Schweres Schiffsunglück vor Libyen - Kritik von Kirchen "Der Preis des Kriegs gegen die Nichtregierungsorganisationen"

Bei einem Bootsunglück vor Libyen sind möglicherweise mehr als 100 Menschen ums Leben gekommen. Kirchenvertreter in Italien kritisieren die Position der europäischen Länder und Institutionen und fordern eine Wiederaufnahme der Seenotrettung.

Die Internationale Organisation für Migration (IOM) berichtete, nach Angaben von Überlebenden hätten sich rund 250 Menschen auf dem Boot befunden, das am Donnerstag nach einem Motorschaden vor der Stadt al-Chums kenterte. Unter den Vermissten seien Frauen und Kinder, schrieb die Organisation auf Twitter. Der UN-Flüchtlingskommissar Filippo Grandi sprach ebenfalls auf Twitter von der "größten Tragödie im Mittelmeer in diesem Jahr".

Mindestens 116 Migranten vermisst

Der Sprecher der libyschen Marine, Ajub Kassim, sagte laut Medienberichten, mindestens 116 Migranten würden vermisst. Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen teilte mit, ihr Team in Libyen versorge 135 Überlebende. Sie seien von Fischerbooten gerettet worden. Sieben Personen mit lebensgefährlichen Symptomen benötigten klinische Behandlung.

Kirchenvertreter in Italien reagierten mit Bestürzung. Die Toten seien "der Preis des Kriegs gegen die Nichtregierungsorganisationen" und des Wegduckens der europäischen Länder und Institutionen, die sich der Erstaufnahme von Migranten entledigen wollten, erklärte der Präsident der Föderation Evangelischer Kirche in Italien, Luca Negri.

Wiederaufnahme von Such- und Rettungsoperationen gefordert

Der katholische Jesuiten-Flüchtlingsdienst in Rom forderte die sofortige Wiederaufnahme von Such- und Rettungsoperationen sowie einen Evakuierungsplan für Migranten in Libyen; dort sei ihr Leben durch tägliche Gewalt und Übergriffe in Gefahr. Ferner müssten legale Einreisewege nach Europa und humanitäre Korridore für Menschen auf der Flucht vor Kriegen, Verfolgung und extremer Armut geschaffen werden.

Auch UN-Flüchtlingskommissar Grandi verlangte eine erneute Seenotrettung und ein Ende der Internierung von Flüchtlingen und Migranten in Libyen. Sichere Wege aus Libyen seien jetzt nötig; sonst sei es "für noch viel mehr verzweifelte Menschen zu spät", schrieb Grandi auf Twitter.

(KNA)

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