EKD: Sorge um Flüchtlinge im Mittelmeer
Blumen zum Gedenken an im Mittelmeer ertrunkene Flüchtlinge

15.04.2019

Abgeordneten-Appell zu Ostern: Menschen im Mittelmeer retten Auf das "C" berufen

Im "inneren Kreis der Hölle": In einem "Osterappell" haben Abgeordnete von CDU, SPD, Grünen, Linken und FDP die Bundesregierung aufgefordert, sich für den Aufbau eines europäischen Seenotrettungsdienstes im Mittelmeer einzusetzen.

Die Regierung solle sich zugleich für eine systematische Verteilung der Geretteten in Europa stark machen – Notfalls mit einer Koalition der Willigen, heißt es in dem am Freitag in Berlin veröffentlichten Aufruf.

Dabei verweisen die 210 Unterzeichner auf die grausame Behandlung von Flüchtlingen in libyschen Internierungslagern. Hinzu komme nun der Konflikt in dem Land. Die Bundesregierung solle sich unverzüglich für ihre Freilassung und Evakuierung nach Niger einsetzen sowie für ein Ressettlement-Programm der Vereinten Nationen. Luise Amtsberg (Grüne) betonte die besondere Verantwortung Deutschlands als "relevanteste Kraft" in der EU. Sie übte scharfe Kritik am Umgang mit zivilen Seenotrettern und Nichtregierungsorganisationen, die teilweise kriminalisiert würden.

Das "C"

Die in Libyen internierten Flüchtlinge seien "ausnahmslos schwersten Menschenrechtsverletzung, wie Folter, Misshandlung, sexueller Gewalt, Ausbeutung, Zwangsarbeit ausgesetzt bis hin zu willkürlicher Hinrichtung", heißt es in dem Schreiben. Der CDU-Abgeordnete Matthias Zimmer äußerte sich nach Gesprächen mit Hilfsorganisationen in Libyen erschüttert über die Zustände, wo sogar Kinder Selbstmord begingen.

Er verglich sie mit dem "inneren Kreis der Hölle". Wer sich auf das "C" berufe, den könne dies nicht gleichgültig lassen. Gyde Jensen (FDP) sagte, der christliche Feiertag sei ein Anlass, sich für die Wahrung des humanitäre Völkerrechts einzusetzen. Nach den Worten von Helge Lindh (SPD) sind die Menschen auf ihr nacktes Überleben zurückgeworfen. Er forderte von Europa einen Verteilmechanismus. Es gebe viele aufnahmebereite Kommunen. Ulla Jelpke (Die Linke) übte scharfe Kritik an der Zusammenarbeit mit der libyschen Küstenwache, die in Notfällen oft über Stunden nicht zu erreichen sei. Auch sei eine Rückführung Geretteter in die Lager unmenschlich.

AfD nicht einbezogen

Nach Angaben von Amtsberg bekundeten über die Unterzeichner hinaus zahlreiche weitere Parlamentarier ihre Zustimmung, ohne sich aber Einzelforderungen anschließen zu wollen. Die AfD wurde nach ihren Worten nicht einbezogen. Wegen teilweise "unsäglicher Verleumdungen" ziviler Seenotretter, habe die Vertrauensgrundlage gefehlt.

Die Hilfsorganisation Sos-Mediterranee Deutschland, begrüßte die Initiative. Sie erinnerte daran, dass bereits vergangene Woche mehr als 260 zivilgesellschaftliche Organisationen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) um eine Lösung für die humanitäre Krise auf dem Mittelmeer gebeten hätten. Auch Pro Asyl sah in der Initiative eine "großartige Unterstützung". Die "Verelendung der Schutzsuchenden an und vor Europas Küsten muss beendet werden", so Pro Asyl. Ärzte ohne Grenzen nannte Lage in Libyen "extrem besorgniserregend". Tausende Geflüchtete seien in Internierungslagern, zum Teil nahe an den Frontlinien und hätten "keine Chance, sich selbst in Sicherheit zu bringen".

Besondere Brisanz erhält der Appell vor dem Hintergrund aktueller Ereignisse auf dem Mittelmeer: Am Donnerstag musste eine schwangere Frau nach einem epileptischen Anfall von Bord des deutschen Rettungsschiffes "Alan Kurdi" gebracht werden. Die Crew der "Alan Kurdi" wartet seit neun Tagen mit inzwischen noch 62 Flüchtlingen an Bord vor der Küste Maltas auf eine politische und humanitäre Lösung. Mehrere Staaten in Europa verweigerten dem Schiff das Einlaufen in einen sicheren Hafen. Die "Alan Kurdi" ist derzeit das einzig verbliebene private Rettungsschiff im Mittelmeer.

(KNA, epd)

Die neue Bibel-Nacht

Ein in Deutschland einmaliges Nachtprogramm: Jede Nacht sind in der Zeit von 23 Uhr bis 6 Uhr verschiedene Kapitel aus dem Neuen Testament zu hören.

Weihbischof Puff: täglicher Impuls und Fürbitten

Messenger-Gemeinde

Im Video: Täglicher Gottesdienst

Sehen Sie hier den täglichen Gottesdienst aus dem Kölner Dom. An Werktagen ab 9 Uhr, an Sonn- und Feiertagen ab 12 Uhr in der Mediathek.

Morgenimpuls mit Schwester Katharina

Jeden Morgen von Montag bis Freitag on Air und Online: Schwester Katharina Hartleib aus Olpe begleitet Sie mit spirituellen Impulsen in den Tag.

Der gute Draht nach oben!

Tageskalender

Radioprogramm

 23.02.2020
06:30 - 10:00 Uhr

DOMRADIO Der Sonntag

  • Gesucht: die Pfarrei der Zukunft
  • Interessante Filme auf der Berlinale
07:20 - 07:20 Uhr

WunderBar

07:50 - 07:55 Uhr

Wort des Bischofs

09:40 - 09:45 Uhr

Kirche2Go

10:00 - 12:00 Uhr

Gottesdienst

11:00 - 16:00 Uhr

DOMRADIO Der Sonntag

  • Weihbischof Schwaderlapp: Was Kinder über die Erstkommunion wissen sollten
  • Als Blinde Karneval feiern
10:00 - 12:00 Uhr

Gottesdienst

11:00 - 16:00 Uhr

DOMRADIO Der Sonntag

  • Weihbischof Schwaderlapp: Was Kinder über die Erstkommunion wissen sollten
  • Als Blinde Karneval feiern
12:40 - 12:45 Uhr

WunderBar

17:50 - 17:55 Uhr

Wort des Bischofs

18:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Menschen

19:00 - 20:00 Uhr

DOMRADIO Kopfhörer

20:00 - 22:00 Uhr

DOMRADIO Musica

Heutiges Evangelium:
In dieser Woche zu Gast:
In dieser Woche zu Gast:

Passionsspiele 2020

Berichte, Bilder, Interviews und Videos aus Oberammergau.

DOMRADIO.DE auch auf Alexa

Gottesdienste, Nachrichten und das Evangelium – jetzt täglich auch auf Ihrem Echo und Echo Show!

Wort des Bischofs

Der geistliche Impuls von Kardinal Woelki. Jeden Sonntag neu.

Wochenkommentar

Der DOMRADIO.DE Chefredakteur blickt auf die Woche.

Kostenlose Radio-App für iPhone und Android

Nehmen Sie Ihr DOMRADIO.DE mit wohin Sie wollen und wann immer Sie Lust haben. Funktionen: Nachrichten, Podcasts, Mediathek, Wecker, Sleep-Timer, Bluetooth, Chromecast, AirPlay, CarPlay, Android Wear…