Eine syrische Familie sitzt vor einem Asylwohnheim.
Eine syrische Familie sitzt vor einem Asylwohnheim.
Familiennachzug
Familiennachzug

28.02.2019

UNHCR fordert mehr Flexibilität beim Familiennachzug Tausende Väter, Mütter und Kinder voneinander getrennt

Geflüchtete dürfen seit August 2018 ihre Familienangehörigen nachholen. Der Familiennachzug ist über Kontingente geregelt, die 2018 nicht ausgenutzt wurden. Eine Übertragung der freien Plätze auf 2019 helfe, dass Familien wieder zusammenleben können.

Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR hat von Deutschland mehr Flexibilität beim Familiennachzug gefordert. Weiterhin blieben Tausende Väter, Mütter und Kinder voneinander getrennt. "Die anfänglichen Verzögerungen bei den Verfahren dürfen nicht weiter zu Lasten der Betroffenen gehen", sagte UNHCR-Vertreter Dominik Bartsch. "Übertragbare Kontingentplätze wären eine pragmatische Lösung für die Verwaltung und fair gegenüber den Familien. Der Familiennachzug muss aber allgemein flexibler werden", so Bartsch weiter.

Gesamtkontingent nicht ausgeschöpft

Im August war der sogenannte Familiennachzug für enge Angehörige von Flüchtlingen mit eingeschränktem (subsidiärem) Schutzstatus wieder eingeführt worden. Jeden Monat sollen seitdem eigentlich bis zu 1.000 Anträge bewilligt werden. Im vergangenen Jahr war das Gesamtkontingent jedoch nicht ausgeschöpft worden. Die Kontingent-Regelung werde nun zwar ausgeschöpft, führte Barsch aus. Es sollten aber auch die ungenutzten 2.400 Plätze aus 2018 in diesem Jahr vergeben werden, forderte er. Von August bis Dezember 2018 waren 2.612 Visa ausgestellt worden, also im Schnitt lediglich 522 pro Monat.

Innerhalb der Regierung gebe es noch keine Fortschritte dazu, ob das Restkontingent in dieses Jahr übertragen werde. Zur Kategorie der Flüchtlinge mit eingeschränktem Schutzstatus gehören vor allem Bürgerkriegsflüchtlinge aus Syrien.

Lange Wartezeiten

Angesichts der vielen betroffenen Familien führe die Begrenzung auf 1.000 Personen pro Monat zwangsläufig dazu, dass Familien sehr lange Wartezeiten hinnehmen müssten, bevor sie ihre Angehörigen wiedersehen könnten, kritisierte das Hilfswerk. Außerdem seien sowohl Flüchtlinge als auch subsidiär Geschützte in Deutschland weiterhin mit zahlreichen rechtlichen und praktischen Hindernissen konfrontiert, wenn sie ihre Angehörigen über die Familienzusammenführung nachholen wollten.

"Notwendige Regelungen dürfen nicht in Bürokratie ausarten, die verhindert, dass Eltern bei ihren Kindern sind", sagte UNHCR-Vertreter Bartsch. "Es braucht für das ganze Verfahren pragmatische und flexible Lösungen, die den oft prekären Lebensumständen der Menschen Rechnung tragen." So befänden sich viele Angehörige selbst auf der Flucht, so dass bestimmte Nachweise oder Dokumente unmöglich zu beschaffen seien.

(KNA, epd)

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