Verwundete Zivilisten in Ost-Ghuta
Verwundete Zivilisten in Ost-Ghuta
Heinrich Bedford-Strohm
Heinrich Bedford-Strohm

20.03.2018

Bedford-Strohm dringt auf "politische Friedenslösung" für Syrien "Sieben bittere Jahre des Blutvergießens"

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, dringt auf eine "politische Friedenslösung" für Syrien und seine Nachbarstaaten. Einen Appell richtet er auch an die neue Bundesregierung.

Er mahnt die neue Bundesregierung und alle politisch Verantwortlichen, "dringlich, gemeinsam mit ihren internationalen Partnern alles Menschenmögliche zu tun, um zunächst die menschliche Sicherheit für die leidende Zivilbevölkerung in Ost-Ghuta zu gewährleisten", so der bayerische Landesbischof. Er rief zudem zu Fürbitten auf.

"Sieben bittere Jahre des Blutvergießens"

Bedford-Strohm erinnerte daran, dass der Krieg in diesen Tagen in sein achtes Jahr geht. "Sieben bittere Jahre des Blutvergießens, von Hass und Gewalt, von gescheiterten Friedensbemühungen und weiterer Eskalation haben mehr als 500.000 Todesopfer gefordert und ein zerstörtes Land hinterlassen."

Millionen seien auf der Flucht; die Opfer gehörten allen ethnischen Gruppen und Religionsgemeinschaften an. "Mit großer Sorge sehen wir, dass die christlichen Kirchen und Gemeinschaften besonderer Verfolgung ausgesetzt und an manchen Orten nahezu ausgelöscht sind."

Jesuiten-Flüchtlingsdienst beklagt Gleichgütigkeit

Der Leiter des Jesuiten-Flüchtlingsdienstes (JRS) im Nahen Osten, Nawras Sammour, beklagte eine Gleichgültigkeit europäischer Länder. Staaten wie Deutschland, Frankreich und England hätten eine "so glorreiche Geschichte der Aufklärung und gleichzeitig eine leidvolle der Kriege. Diese Geschichte erlaubt es ihnen nicht, dass sich das wiederholt und man sich all die Jahre gleichgültig zeigt gegenüber dem Syrienkrieg", sagte Sammour dem Internetportal weltkirche.katholisch.de.

Europa wird seiner Meinung nach einen hohen Preis dafür zahlen. "Vor allem die reichsten Länder Europas zahlen am meisten Geld, um uns zu unterstützen, humanitäre Hilfe und natürlich auch bei der Aufnahme der Flüchtlinge." Die Flüchtlinge stünden vor den Toren Europas oder seien schon dort. Europa müsse eine Lösung finden, damit die Menschen in Würde in ihrer Heimat leben könnten. "Daran sollte Europa arbeiten und nicht nur Waffen produzieren oder versuchen, Probleme mit Militäreinsätzen zu lösen", forderte Sammour.

Kein Glaube an baldiges Kriegsende

An ein baldiges Ende des Krieges glaube er nicht: "Überhaupt nicht, da bin ich ganz und gar pessimistisch. Die Situation ist so komplex und kompliziert und wird immer komplizierter. Es ist ein Chaos." Es sei nicht nur ein Bürgerkrieg unter Syrern, "sondern es kommen auch viele Menschen aus dem Ausland, um an dieser komplett irrationalen und absurden 'Maskerade' mitzuwirken." Es handele sich nicht um eine Revolution oder einen Religionskrieg - "es ist alles zusammen, auf unverständliche Weise miteinander vermengt."

Wegen Kämpfen in Damaskus sind seinen Angaben zufolge derzeit etwa 500 Kinder von der Arbeit des JRS abgeschnitten. "Wir hoffen, dass wir unsere Arbeit bald wieder aufnehmen können, wenn der Frieden zurückkehrt." Normalerweise lernten Kinder mit Unterstützung des JRS grundlegende Dinge wie Lesen, Schreiben, Rechnen. "Wir unterrichten auch Jugendliche, die nicht die Möglichkeit haben, die Schule zu besuchen."

(KNA)

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