Zusammenleben der Religionen
Zusammenleben der Religionen
Wolfgang Huber
Wolfgang Huber

14.09.2017

Altbischof Huber warnt vor falsch verstandener Toleranz "Toleranz heißt nicht Gleichgültigkeit"

Christliche und muslimische Theologen haben vor falsch verstandener Toleranz gegenüber Religionen gewarnt. "Toleranz heißt nicht Gleichgültigkeit", sagte der frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Wolfgang Huber.

"Wer tolerant ist, führt auch Debatten über die Dinge, die er nicht akzeptieren kann." Dazu zählten die religiöse Rechtfertigung von Gewalt oder Antisemitismus. Huber sprach bei einer Podiumsdiskussion des Hanns-Lilje-Forums in Hannover zum Thema "Religiöse Pluralität als Herausforderung".

Dies sei nicht nur auf den Islam bezogen, erläuterte der evangelische Theologe. "Ich kann auch nicht leichten Herzens in ein Land fahren, in dem die lutherische Kirche die Frauenordination ablehnt oder wieder abgeschafft hat." Huber warnte davor, den Islam mit Islamismus gleichzusetzen. Terroristen seien bei weitem nicht nur religiös, sondern auch politisch motiviert. Doch es gebe durchaus Muslime, die Terror mit ihrer Religion rechtfertigten. Hier seien vor allem Selbstklärungsprozesse innerhalb des Islam nötig, sagte Huber. Der Islam müsse "pluralismusfähiger" werden - nicht nur aus taktischen Gründen, sondern aus Überzeugung.

Deutschland ist ein religiös vielfältiges Land

Deutschland sei kein säkulares, sondern ein religiös vielfältiges Land, unterstrich der Altbischof. Religionsanhänger seien hierzulande mit einem Bevölkerungsanteil von gut zwei Dritteln weiterhin in der Mehrheit, aber vielfältiger als früher. In dieser Pluralität müssten die christlichen Kirchen wieder stärker das Evangelium als eigenen Glaubenskern hervorheben, forderte Huber. Glaubensgemeinschaften müssten wissen, welche Werte sie trügen, nur dann könnten sie sich kritisch mit anderen auseinandersetzen.

Im interreligiösen Dialog sollten sich alle Beteiligten auf Augenhöhe, aber nicht kritiklos begegnen, sagte auch die islamische Theologin Hamideh Mohagheghi. Erschütterungen des eigenen Glaubens seien hilfreich. "Es ist eine Anregung, sich selbst zu bewegen." Kritische Fragen sollten aber mit konstruktiver Absicht gestellt werden und nicht, um sich selbst zu erhöhen, betonte sie. "Sonst provoziert man nur Abwehr."

Islamische Theologin: Traditionelle Muslime sind nicht pauschal "die Bösen"

Muslime müssten sich schon fragen, warum sich viele ihrer jungen Leute radikalisierten. Früher habe es auch keine so scharfe Abgrenzung zwischen Sunniten und Schiiten gegeben wie heute, sagte sie. «´"Da konnte man zusammen beten und untereinander heiraten." Es gebe viele Muslime, die den Islam für die einzig wahre Religion hielten, aber auch solche, die für mehr Akzeptanz von religiöser Vielfalt arbeiteten. Die gebürtige Iranerin warnte jedoch davor, liberale Muslime pauschal als "die Guten" und traditionelle Muslime als "die Bösen" hinzustellen.

(epd)

Der gute Draht nach oben!

Tageskalender

Radioprogramm

  • Tageskalender
  • 21.07.
06:00 - 06:30 Uhr

DOMRADIO Morgenimpuls

06:30 - 11:00 Uhr

DOMRADIO Der Samstag

  • Weihwasser auf Blech - der Autosegen
  • Kölner Lichter - das Spektakel mit einer gigantischen Vorbereitung
  • Mehr als ein Glockenspiel - das neue Geläut des Paderborner Doms
10:15 - 10:20 Uhr

Alle Wetter!

11:00 - 16:00 Uhr

DOMRADIO Der Samstag

11:11 - 11:15 Uhr

Wort zum Samstag

11:00 - 16:00 Uhr

DOMRADIO Der Samstag

Wochenkommentar

Der DOMRADIO.DE Chefredakteur blickt auf die Woche.

Programmtipps

  • Walnüsse am Baum
    22.07.2018 00:00
    Alle Wetter!

    4. Juli-Woche: Sankt-Jakobs-We...

  • Zeit zum Innehalten
    22.07.2018 07:20
    WunderBar

    Lust auf Urlaub 1

  • Markusevangelium
    22.07.2018 07:50
    Evangelium

    Mk 6,30-34

Kostenlose Radio-App für iPhone und Android

Nehmen Sie Ihr DOMRADIO.DE mit wohin Sie wollen und wann immer Sie Lust haben. Funktionen: Nachrichten, Podcasts, Mediathek, Wecker, Sleep-Timer, Bluetooth, Chromecast, AirPlay, CarPlay, Android Wear…

Empfangsanleitung zum Ausdrucken

Wort des Bischofs

Der geistliche Impuls von Kardinal Woelki. Jeden Sonntag ab 8 Uhr!

Gemeinsam für das Mehr im Menschen

Berufungspastoral im Erzbistum Köln: Dein Platz in Kirche und Welt.

Das ganze Leben

Hilfsangebote der Kirche im Erzbistum Köln.

Der tägliche Impuls von Weihbischof Puff

Weihbischof Schwaderlapp beantwortet Glaubensfragen