Kirche in Erbil
Kirche in Erbil
Ordensschwester im Dominikanerinnen-Konvent in Erbil
Ordensschwester im Dominikanerinnen-Konvent in Erbil
Daniele Piccini, Referent für Öffentlichkeitsarbeit bei Kirche in Not Deutschland
Daniele Piccini von "Kirche in Not"

12.06.2017

Dominikanerschwestern im Irak wollen nach Hause "So schnell wie möglich"

2014 mussten sie vor dem IS aus ihrer Heimatstadt Telskuf fliehen. Seitdem leben die Dominikanerschwestern in einem "Notkloster" in Erbil. "Kirche in Not" hilft ihnen, nun zurückzukehren. Ein domradio.de-Interview.

domradio.de:  Sie waren in den vergangenen Monaten zwei Mal im Irak. Wie ist Ihr Eindruck von der Situation der Christen vor Ort?

Daniele Piccini (Referent für Öffentlichkeitsarbeit bei "Kirche in Not", Deutschland): Zunächst vorweg: Die Ninive-Ebene ist jetzt sicher, gekämpft wird nur noch in Mossul. In Erbil leben derzeit noch 90.000 Binnenflüchtlinge.  Allmählich beginnen die christlichen Familien, nach Hause zurückzukehren. Das ist eine sehr gute Nachricht. Wir hoffen, dass das einen Domino-Effekt auslöst und sich immer mehr Familien entscheiden, nach Hause zurückzukehren. Denn die Christen leben seit 2000 Jahren im Irak. Es wäre schade, wenn dieses Land keinen Christen mehr hätte.

domradio.de:  Was verbinden denn die Ordensfrauen mit ihrem Kloster, sollten sie dahin zurückkehren?

Piccini: Die Dominikanerschwestern der Heiligen Katharina von Siena haben ein Kloster in Telskuf; es heißt "Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz". Die Dominikanerinnen sind vor allem Lehrerinnen. In Telskuf leben 1.450 christliche Familien. Wir wissen, dass schon seit Januar diesen Jahres ungefähr 450 Familien nach Telskuf zurückgekehrt sind. Die Schwestern möchten natürlich zusammen mit den Menschen leben. Sie möchten auch sobald wie möglich zurückkehren.

"Kirche in Not" ist nun dabei, die Häuser wieder aufzubauen. Das ist bitter nötig: In der Ninive-Ebene gibt es 13.000 zerstörte Häuser und wir brauchen für den Wiederaufbau etwa 250 Millionen Dollar. Das kann "Kirche in Not" natürlich nicht alleine aufbringen, deswegen brauchen wir die Unterstützung von anderen Einrichtungen und Institutionen. 

domradio.de: Sie sagen, dass die Schwestern Lehrerinnen sind: Gibt es dort denn noch Schulen, wo unterrichtet werden kann?

Piccini: Als sie 2014 in Erbil angekommen sind, haben sie sofort zwei Schulen eröffnet. Sie haben versucht, den Binnenflüchtlinge zu helfen und haben darüber hinaus auch Nahrungsmittel und Windeln verteilt. Auf die Schule in Erbil gehen derzeit etwa 600 Kinder.

domradio.de:  Wie kann man sich das "Notkloster" der Schwestern vorstellen?

Piccini: Als sie in Erbil angekommen waren, mussten sie Gebäude benutzen, die im Grunde keine Klöster waren. Ein Kloster braucht indes eine gewisse Struktur; die Schwestern können nicht irgendwo wohnen. Deswegen ist es so wichtig, dass ihr Kloster in Telskuf so bald wie möglich wiederaufgebaut wird. 

Das Interview führte Tobias Fricke.

(dr)

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