Gruppenbild mit Kanzlerin
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07.04.2017

Ehrenamtliche Helfer zu Gast im Bundeskanzleramt "Ein Glück für die Flüchtlinge"

Flüchtlingshelfer vis a vis mit der Bundeskanzlerin. 140 Engagierte, die sich von ihrem "Wir schaffen das" angesprochen gefühlt hatten, wurden von Angela Merkel ins Berliner Kanzleramt eingeladen. Als Dankeschön.

Aus allen Teilen der Republik waren sie gekommen: Engagierte aus Kirchengemeinden, lokalen Initiativen, Vereinen. Rund 140 Flüchtlingshelfer hatte Angela Merkel (CDU) in das Bundeskanzleramt nach Berlin eingeladen - stellvertretend für viel mehr Freiwillige, die sich in den vergangenen Monaten in der Flüchtlingshilfe verdient gemacht haben. Die Kanzlerin stand ihnen Rede und Antwort. Und sie bedankte sich gemeinsam mit Kanzleramtschef Peter Altmaier (CDU) für ihren Einsatz.

"Es war ein Glück, dass die Flüchtlinge Sie getroffen haben. Auch für Deutschland war es ein Glück." Altmaier lobte die Helfer und räumte ein, dass im Spätsommer und in den folgenden Monaten "nicht alles perfekt abgelaufen ist". Es sei großartig gewesen, dass sich Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten zusammengefunden und sich spontan entschlossen hätten, zu helfen. "Wenn wir nicht alle zu einer großen Kraftanstrengung bereit gewesen wären", wäre es umgekehrt eine Tragödie für die Flüchtlinge gewesen, wie Altmaier sagte.

Kanzlerin oft nachdenklich

Zuvor hatte die Bundeskanzlerin mit den Flüchtlingshelfern gesprochen. Geduldig beantwortete sie deren Fragen, warum etwa das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) seine Bescheide nicht schneller losschicke, warum Flüchtlinge nach Afghanistan abgeschoben würden, warum es nicht mehr Ausbildungsmöglichkeiten für sie gebe.

Merkel wirkte oft sehr nachdenklich, wenn sie antwortete. Keinem, der sich näher mit Flüchtlingen beschäftige, lasse das Schicksal der Menschen kalt, meinte die CDU-Politikerin. Es gebe schließlich "niemanden, fast niemanden, der seine Heimat ohne triftige Gründe verlässt".

Und die Kanzlerin räumte ein: "Wir arbeiten da auch an eigenen Versäumnissen". Wie etwa beim BAMF. Dies sei 2015 nicht zuletzt personell schlecht aufgestellt gewesen.

Sie notierte sich auch Anfragen der Helfer. Etwa von einer Frau aus dem Raum Würzburg. Sie habe den Asylbewerber gekannt, der im vergangenen Jahr mit der Axt auf Bahnreisende losgegangen sei und entsprechende Hinweise an die Sicherheitsbehörden weitergegeben.

Diese seien aber nicht berücksichtigt worden. Ja, so Merkel, dafür werde sie sich einsetzen. Flüchtlingsinitiativen sollten auch Ansprechpartner für Sicherheitsbehörden sein. "Sie kennen die Menschen schließlich am besten", so die Kanzlerin.

Zupacker und Verängstigte

Angesprochen auf Ängste und Unsicherheiten von Menschen durch die Flüchtlinge, mit denen die Helfer auch konfrontiert werden, sagte Merkel, noch nie sei sie in ihrer politischen Karriere so sehr auf zwei verschiedene Gruppen in Deutschland gestoßen: Auf die, die zupackten und in ihrem Engagement für Flüchtlinge stets eine positive Grundhaltung hätten und auf diejenigen, die von Verunsicherung redeten. "Ich muss in der Politik natürlich beiden Gruppen gerecht werden", resümierte sie.

Kritisch ging Merkel auch mit der Vergangenheit vieler europäischer Länder um: "Wir haben uns in der Kolonialzeit an Afrika versündigt." Grenzen zwischen den afrikanischen Ländern seien willkürlich gezogen worden - "ohne Rücksicht auf die Gebiete der einzelnen Stämme". Die Politik müsse den Menschen vor Ort stärker zuhören und eigene Initiativen besser fördern. Und noch etwas war ihr wichtig: "Wir müssen ein bisschen Leidenschaft für die Geschichte Afrikas entwickeln, ansonsten werden wir nicht zueinander kommen".

Birgit Wilke
(KNA)

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