MOAS-Mitarbeiter werfen von einem Beiboot aus Flüchtlingen Wasserflaschen zu
MOAS-Retter im Einsatz

24.03.2017

MOAS-Symposium auf Malta Gegen das Ertrinken

Mit milderen Temperaturen und ruhigerer See steigt die Zahl der Menschen, die sich über das Mittelmeer Richtung Norden aufmachen. Die Seenotrettung MOAS lädt deshalb ab Sonntag zum Symposium nach Malta ein, um über Lösungsansätze zu sprechen. 

domradio.de: Frau Kleuren-Schryvers, Sie sind mit ihrer Stiftung "Aktion Pro Humanität" ebenso eingeladen wie Vertreter von St. Egidio ein, Caritas International und das UNHCR- Die Überschrift ist "Humanitäre Fluchtkorridore". Über welche Aspekte des Themas wird da genau gesprochen werden?

Dr. Elke Kleuren-Schryvers (Vorsitzende der Stiftung "Aktion Pro Humanität"): Mit diesen sogenannten humanitären Fluchtkorridoren will man die Bedingungen verändern. Man will es schaffen, dass die Menschen geordnet und vor allen Dingen sicher ihre Flucht antreten können und nicht immer wieder auf diese Schlepperbanden angewiesen sind. Die kosten nicht nur viel Geld, sondern diese Flucht birgt auch ein großes Risikopotential, den Weg über das Meer nicht lebend bewältigen zu können. 

domradio.de: Gibt es da schon Lösungsvorschläge?

Kleuren-Schryvers: Ich kenne noch keine humanitären Fluchtkorridor-Lösungsansätze. Dafür wird dieses Forum auf Malta wohl da sein. Ich weiß, dass sich Regina Catrambone, die Co-Founderin von Moas, internationale sehr stark macht für diese Fluchtkorridore. Aber weil so namhafte Vertreter dabei sind wie St. Egidio, UNHCR, die Ghandi Stiftung oder Caritas International, glaube ich, dass es schon viele Denkversionen dieser humanitären Fluchtkorridore gibt, die uns da vorgestellt werden.

domradio.de: Sie Treffen auf Malta vor Ort zusammen mit dem MOAS-Team und werden die "My Phoenix" sehen, eines von den beiden Schiffen, die Moas hat. Werden Sie dann gemeinsam hinausfahren?

Kleuren-Schryvers: Das gemeinsame Rausfahren ist - soweit ich weiß - nicht im Programm. Aber das Anschauen des Schiffes und seiner technischen Möglichkeiten und das Zusammentreffen mit der Crew in jedem Fall. Es geht ja auch im Augenblick darum, dass MOAS dringend noch Spenden braucht, um dieses Jahr sozusagen verfrüht auslaufen zu können. Einen Monat eher, als das im Budget geplant ist. Eigentlich ist es der 1. Mai. Aber jetzt will man vor dem Hintergrund der Situation auf dem Mittelmeer bereits am 1. April auslaufen. Ich gehe davon aus, dass die Vorbereitungen bereits laufen - zumindest insoweit, als dass man versucht, sich technisch einzustellen. Spendentechnisch muss das noch bewerkstelligt werden.

domradio.de: Malta liegt nahe Sizilien/Italien, die Flüchtenden auf der Mittelmeer-Route kommen größtenteils aus Libyen. In diesem Gebiet sind die MOAS-Teams unterwegs, um in Seenot Geratene zu retten - die "Saison" geht jetzt wieder los - was erwarten die Seenotretter?

Kleuren-Schryvers: Es war diese Woche ja schon in den Medien: Vor der libyschen Küste sind 3000 Menschen in Seenot geraten, die geborgen werden mussten. Und ich denke, das Szenario ist ja leider immer das gleiche. Deswegen stumpfen wir Menschen - glaube ich - schon ab, angesichts dieser immer wiederkehrenden Szenarien. Es sind diese hoffnungslos überfüllten Boote, manchmal mit Menschen die nur aneinander gedrängt stehen können oder kauern, unter Deck sogar, also überhaupt keine Chance haben dem Ertrinken irgendwie zu entgehen, wenn das Boot kentert. Diese Szenarien sind es immer wieder, auf die die Rettungsteams treffen.

domradio.de: Wie können wir alle helfen?

Kleuren-Schryvers: Man kann konkret MOAS helfen, dass dieser Monat April sozusagen möglich wird, indem man spendet. Wir sind auch in Kontakt mir Aktion Medeor, die ein sogenanntes "post rescue" Programm mit uns gemeinsam finanzieren will. Wir sind in Kontakt mit dem Bistum Münster, mit privaten Spendern und Unternehmen, um dabei zu helfen, dass dieses verfrühte Auslaufen möglich wird. Spenden, Spenden, Spenden könnten super helfen. Das Erzbistum Köln macht das ja schon kontinuierlich seit den 23.000 Glockenschlägen. Aber jetzt geht es eben vordringlich um den Monat April. 

Das Interview führte Verena Tröster.

(DR)

Wort des Bischofs

Der geistliche Impuls von Kardinal Woelki. Aktuell: Statement zur Missbrauchs-Studie.

DOMRADIO.DE auch auf Alexa

Gottesdienste, Nachrichten und das Evangelium – jetzt täglich auch auf Ihrem Echo und Echo Show!

DOMRADIO in Berlin und Brandenburg

Ab sofort auf DAB+ auch in Berlin und Brandenburg: Das Kölner DOMRADIO!

Mit Willibert in die Heilige Stadt

Im November 2019 ist es soweit: Erkunden Sie das ehrwürdige Rom auf dieser Pilgereise mit dem Rom-Kenner Willibert Pauels, Karnevalsfreunden und DOMRADIO.DE Besuchern auch bekannt als "ne Bergische Jung"!

Der gute Draht nach oben!

Tageskalender

Radioprogramm

  • Tageskalender
  • 19.09.
06:00 - 06:30 Uhr

DOMRADIO Morgenimpuls

06:30 - 10:00 Uhr

DOMRADIO Der Morgen

  • Versteigerung Kardinal Meisners Nachlass
  • Kompromiss im Fall Maaßen?
  • "Jeder Mensch braucht ein Zuhause" - Wohnungslosigkeit in Städten wie Köln
10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Bücherplausch: Von einer Marinetaucherin und dem Erwachsenwerden
  • Korea-Gipfel: Kim und Moon unterzeichnen Vereinbarung
  • Verwandlung: Blutwunder in Neapel
10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Bücherplausch: Von einer Marinetaucherin und dem Erwachsenwerden
  • Korea-Gipfel: Kim und Moon unterzeichnen Vereinbarung
  • Verwandlung: Blutwunder in Neapel
15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Kongress im Vatikan: Gegen Fremdenfeindlichkeit und Rechtspopulismus
  • Der Wunsch nach Frieden: Konzert im Kölner Dom
  • Vier Tage - drei Länder: Am Samstag reist der Papst ins Baltikum
15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Kongress im Vatikan: Gegen Fremdenfeindlichkeit und Rechtspopulismus
  • Der Wunsch nach Frieden: Konzert im Kölner Dom
  • Vier Tage - drei Länder: Am Samstag reist der Papst ins Baltikum
19:00 - 22:00 Uhr

DOMRADIO Der Abend

  • "Jeder Mensch braucht ein Zuhause" - Wohnungslosigkeit in Städten wie Köln
  • Bücherplausch: Von einer Marinetaucherin und dem Erwachsenwerden
  • Kongress gegen Fremdenfeindlichkeit im Vatikan
22:00 - 22:30 Uhr

DOMRADIO Nachtgebet

Heutiges Evangelium:
In dieser Woche zu Gast:
In dieser Woche zu Gast:

Wochenkommentar

Der DOMRADIO.DE Chefredakteur blickt auf die Woche.

Programmtipps

  • Lukasevangelium
    20.09.2018 07:50
    Evangelium

    Lk 7,36–50

  • Reims: Glasfenster von Wolfgang Knoebel
    20.09.2018 09:10
    Anno Domini

    Kathedrale in Flammen

  • Matthäusevangelium
    21.09.2018 07:50
    Evangelium

    Mt 9,9–13

Kostenlose Radio-App für iPhone und Android

Nehmen Sie Ihr DOMRADIO.DE mit wohin Sie wollen und wann immer Sie Lust haben. Funktionen: Nachrichten, Podcasts, Mediathek, Wecker, Sleep-Timer, Bluetooth, Chromecast, AirPlay, CarPlay, Android Wear…

Empfangsanleitung zum Ausdrucken

Gemeinsam für das Mehr im Menschen

Berufungspastoral im Erzbistum Köln: Dein Platz in Kirche und Welt.

Das ganze Leben

Hilfsangebote der Kirche im Erzbistum Köln.

Der tägliche Impuls von Weihbischof Puff

Weihbischof Schwaderlapp beantwortet Glaubensfragen