Kein Familiennachzug für minderjährige Flüchtlinge?
EU-Bürger für gerechte Verteilung von Flüchtlingen

16.02.2016

EU-Bürger laut Umfrage für faire Verteilung von Flüchtlingen Solidarität erwünscht

Einer Studie der Bertelsmann Stiftung zufolge spricht sich die Mehrheit der Bürger der Europäischen Union für eine gemeinsame europäische Flüchtlingspolitik aus.

79 Prozent aller Europäer befürworten dies, so das Ergebnis der am Dienstag in Gütersloh vorgestellten "eupinions"-Umfrage zur Einstellung zu Aysl- und Migrationspolitik in allen EU-Mitgliedsstaaten. Mehr als die Hälfte der Befragten (52 Prozent) wünschte sich, dass die EU die Hauptverantwortung bei der Bewältigung des Flüchtlingsstroms übernimmt; 27 Prozent hingegen waren für eine geteilte Verantwortung zwischen der EU und den Mitgliedsstaaten. Nur 22 Prozent würden die Asyl- und Migrationspolitik ihrem eigenen Land überlassen.

Botschaft an EU-Gipfel

"Damit formuliert eine deutliche Mehrheit der Europäer in Sachen Flüchtlingspolitik eine klare Botschaft an den EU-Gipfel: Findet eine europäische Lösung, die auf Solidarität basiert, Stabilität bringt und die Reisefreiheit wahrt", sagte Aart De Geus, Vorstandsvorsitzender der Bertelsmann Stiftung.

Unabhängig davon beobachten viele EU-Bürger der Umfrage zufolge das Thema Zuwanderung mit Sorge. Als manchmal fremd im eigenen Land empfinden sich demnach 50 Prozent aller EU-Bürger, 58 Prozent fürchteten negative Folgen für die Sozialsysteme. 54 Prozent aller Befragten sind der Meinung, dass die Kriterien für Asylbewerber nicht zu großzügig ausgelegt werden dürften.

Faire Verteilung von Flüchtlingen mehrheitlich gewünscht

Während 54 Prozent der befragten Bürger in den neuen Mitgliedsstaaten für eine faire Verteilung der Asylsuchenden auf die Mitgliedsstaaten der EU seien, befürworteten dies 85 Prozent der Bürger der alten Mitgliedsstaaten, hieß es weiter. Für eine finanzielle Benachteiligung von EU-Staaten, die nicht bei einer fairen Verteilung mitmachen, sprachen sich 41 Prozent der Bürger der neuen EU-Länder aus - in den alten Ländern sind es 77 Prozent. Eine gemeinsame Sicherung der EU-Außengrenzen befürworteten 87 Prozent der Bürger in den neuen, und 91 Prozent der Bürger in den alten Mitgliedsstaaten.

Die repräsentative Befragung fand nach Angaben der Bertelsmann Stiftung in Zusammenarbeit mit Dalia Research im Dezember 2015 in allen 28 EU-Mitgliedsstaaten statt. Befragt wurden 11.410 Bürger.

(epd)

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