Hermine Urbaniak
Hermine Urbaniak
Kleiderkammer
Kleiderkammer

19.11.2015

Johanniter-Flüchtlingshilfe Köln engagiert sich bei Kleidersammlung Unterwäsche, Socken und Herrenschuhe

Vielen Flüchtlingen fehlt bei ihrer Ankunft in Deutschland die Bekleidung für den Winter. Die Johanniter-Flüchtslingshilfe in Köln engagiert sich, um die Bedürftigen auszustatten, wie Mitorganisatorin Hermine Urbaniak bei domradio.de verriet.

domradio.de: Viele kennen vielleicht die Fotos von den riesigen Kleiderhaufen in einer Kleidersammlung. Da fragt man sich, wie packt man das am besten an, um da irgendwie Ordnung reinzukriegen?

Hermine Urbaniak: Wir konnten auf Konzepte von bestehenden Kleiderkammern zurückgreifen. Das heißt, wir haben das einfach auf größere Mengen übertragen und haben in einem größeren Raum Sortiertische aufgebaut. Da legen wir die Spenden erst einmal ab, begutachten sie und sortieren sie weg. Wir sortieren die Kleidung direkt nach den Kategorien für Damen, Herren und Kinder. Dann gibt es weitere Unterkategorien und wir sortieren die Kleidung entsprechend in unser Lager.

domradio.de: Nun haben vielleicht einige die Vorstellung, dass man dabei bis über beide Arme in dreckiger Wäsche wühlen muss. Kommt das denn eher oft oder seltener vor?

Hermine Urbaniak: Ganz grundsätzlich werden sehr viele schöne Sachen gespendet, die brauchbar sind und schon vielen Flüchtlingen Freude bereitet haben oder Freude bereiten werden. Dafür möchte ich ausdrücklich vielen Dank für die große Spendenbereitschaft sagen. Das ist ganz, ganz toll! Sachen, die nicht ganz so schön sind, kommen manchmal auch an, aber das ist eher die Ausnahme. Für unsere Helfer bauen wir natürlich vor. Jeder, der bei uns anpackt, bekommt Einmalhandschuhe, womit man arbeiten und sich schützen kann, sofern das nötig ist.

domradio.de: Sie sagen ja, es gibt Helfer. Aber woher kommen die? Gibt es eine ausreichende Anzahl an Menschen, die mitmachen?

Hermine Urbaniak: Wir sortieren seit einigen Monaten mit bis zu 15 Helfern täglich. Es haben sich viele aus der Bevölkerung bei uns gemeldet, die sich ganz formlos über das Internet in einer Liste eingetragen haben. Es haben sich aber auch viele Firmen, wie beispielsweise Ford, engagiert. Ford stellt seine Mitarbeiter zwei Tage für soziale Projekte frei, so dass wir viele von ihnen in unseren Umpackstationen und in unserem Zeltdorf in Köln-Chorweiler einsetzen konnten. Es haben sich aber auch DHL, Rewe, IHK, die Wirtschaftsjuroren und nicht zuletzt auch einige Moderatoren von domradio.de engagiert.

domradio.de: Ja, zwei Moderatoren hatten sich schon auf den Weg gemacht. Mehrere wollen es noch machen. Aber, wie geht man es denn an, wenn man helfen will? Sie hatten die Liste im Internet schon erwähnt. Gibt es auch noch alternative Anmeldemöglichkeiten?

Hermine Urbaniak: Unser Lager ist im Augenblick sehr gut gefüllt und wir sind gut sortiert. Wir sind jetzt erst einmal in einem Stadium, in dem wir die Kleidung austeilen. Das müssen wir auch zeitnah machen, damit die Sachen unter die Leute kommen und damit die Klamotten, die in Umzugskartons verpackt sind, nicht anfangen zu riechen. Wir werden unser Lager jetzt erst einmal leeren. Dann werden wir einen neuen Spendenaufruf starten und dann geht die ganze Prozedur quasi wieder von vorne los. Und dann würden wir vielleicht auch über domradio.de einfach noch einmal aufrufen, eine Telefonnummer bekannt geben und dann kann man sich darüber melden.

domradio.de: Ist das denn der schönste Augenblick, wenn man sieht, wie die Sachen, die man sortiert hat, an die Flüchtlinge gehen.

Hermine Urbaniak: Ja, das ist super. Wir sind schon stolz auf unsere Umpackstation, dass die so gut strukturiert ist und auf die vielen Freiwilligen, die uns geholfen haben. Wenn die Anforderungen aus unseren Notunterkünften kommen und man uns mitteilt, dass an einem Tag zehn Kisten Jacken oder zehn Kisten Hosen gebraucht werden, und wir diese Anfrage dann bedarfsgerecht rüberbringen können, dann ist das gut. Wir sehen dann schon, wie die Menschen sich über die Kleidung freuen. Viele kommen ja wirklich nur mit dem Notdürftigsten am Leib hier an. Wenn dann richtig schöne Sachen dabei sind und Frauen auch mal richtig schicke Kleidung abgegeben haben, sieht man die Freude.

domradio.de: Wir haben gerade gehört, dass sie bisher viele Spenden erhalten haben und momentan keine Helfer dringend benötigen. Aber sie brauchen noch ganz spezielle Kleidung. Was wird im Moment denn besonders dringend benötigt?

Hermine Urbaniak: Im Augenblick benötigen wir Herrenschuhe. Damenschuhe haben wir fast ein kleines Zimmer voll, daneben stehen aber nur zwei Kisten Herrenschuhe. Weiterhin brauchen wir ganz, ganz dringend neue, ungetragene Unterwäsche und neue Socken, sowie Reisetaschen und Jacken. Diese Dinge können in der Frankfurter Straße 666 in Köln-Ostheim abgegeben werden. Darüber würden wir uns und vor allem die Flüchtlinge sehr, sehr freuen.

Das Interview führte Dr. Christian Schlegel.

(dr)

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