Gerettet: Flüchtlinge kurz vor ihrer Aufnahme an Bord der Phoenix
Gerettet: Flüchtlinge kurz vor ihrer Aufnahme an Bord der Phoenix

21.07.2015

Glockenaktion bringt 250.000 Euro für Seenotrettung MOAS Kölner Treibstoff für Flüchtlinge

Die Flüchtlingsrettung MOAS kann dank vieler Menschen im Erzbistum Köln fortgeführt werden. Bei der Aktion "23.000 Glockenschläge" sind 250.000 Euro Spenden zusammengekommen.

domradio.de: Was passiert genau mit den 250.000 Euro? Es geht ja nach Malta, wo der Sitz Ihrer Organisation ist?

Mathias Dentler (MOAS Deutschland): Zunächst einmal sind wir natürlich sehr beeindruckt von der großen Unterstützung aus Deutschland. Wir, die Gründerfamilie Regina und Christopher Catrambone, der Leiter von MOAS, Martin Xuereb und das gesamte Helferteam sind sehr berührt und beeindruckt. Das motiviert uns natürlich stark, mit der Rettungsmission fortzufahren.

Wir haben ja ein Boot, die Phoenix, die vor der syrischen Küste aktiv nach Flüchtlingen sucht und sie dann an Bord nimmt, sofern das nötig ist und aus der Seenot rettet. Das Schiff ist im Moment im Hafen von Valletta. Wir haben in den letzten Wochen viele Hundert Menschen gerettet, routinemäßig werden jetzt kleinere Reparaturen durchgeführt und Vorräte aufgestockt, also Lebensmittelbestände, Frischwasser, medizinische Bedarfsmittel und natürlich Treibstoff. Einmal Tanken für so ein Seeschiff kostet ungefähr 30.000 Euro.

domradio.de: Wir kennen die Bilder aus dem Fernsehen: Die Menschen sind vollkommen erschöpft, viele können sich nach tagelanger Hock-Haltung nicht mehr auf den Beinen halten. Es gibt kein Wasser, Verpflegung, Sonnenschutz oder Decken. In welcher Verfassung finden Sie die Menschen vor?

Dentler: Das kommt natürlich darauf an, wie schnell wir sie finden. Das Seegebiet ist sehr groß. Man muss sich vorstellen, wenn wir von Malta starten - das ist ja auf der Karte gar nicht so weit weg von Libyen - aber wir brauchen trotzdem 17 Stunden, um überhaupt in die Region zu kommen, wo wir die Menschen noch in einer Situation antreffen, wo man ihnen wirklich schnell helfen kann. Unter Umständen sind sie auch schon mehrere Tage auf See. Je nachdem ist die Situation der Menschen dramatischer oder weniger dramatisch. In der Regel sind die Leute schon mehrere Tage unterwegs. Sie werden da zu Hunderten in winzige Schiffe gepfercht, es wird auch kein Wasserproviant mitgenommen, Lebensmittel oder Decken. Die Leute frieren nachts sehr, haben schon Unterkühlungserscheinungen. Es ist auf jeden Fall schon Dehydrierung aufgetreten und Essen fand da meistens auch nicht statt.

Wir fahren mit der Phoenix an die Schiffe heran, bleiben aber in einem ziemlich großen Sicherheitsabstand und verpflegen die Leute mit Wasser und nehmen sie dann nach und nach an Bord.

domradio.de: Die Aktion 23.000 Glockenschläge hat vor einem Monat bestimmt viele Menschen hier in Köln wachgerüttelt, das war eine unheimlich emotionale Veranstaltung - bemerken Sie ein Umdenken oder gucken zu viele immer noch weg?

Dentler: Was wir merken, ist natürlich, dass viele Menschen sich in Verbindung setzen mit uns und viele auch spenden. Viele Menschen fragen, was können wir tun. Für uns ist wichtig, dass das Problem überhaupt wahrgenommen wird. Für unsere Mission ist es wichtig, dass wir das Geld haben, sie weiterfortführen zu können. In jedem Fall hat aus unserer Sicht die Zivilgesellschaft mit MOAS ein Statement gesetzt, dass es nicht hingenommen wird, die Menschen einfach so ertrinken zu lassen.

Das Interview führte Verena Tröster.

Lesen Sie auch die Pressemitteilung des Erzbistums Köln über die Spendenaktion im Anhang.

(DR)

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