Laetare-Sonntag: Zeit zum Innehalten
Laetare-Sonntag: Zeit zum Innehalten
Martin Korden
Martin Korden

26.03.2017

Laetare - Der besondere Sonntag in der Fastenzeit Zeit zum Durchatmen

Der vierte Fastensonntag ist ein besonderer: es ist Laetare-Sonntag. Ein Moment in der Fastenzeit, um ein wenig durchzupusten. Was es mit diesem Tag genau auf sich hat, erklärt domradio.de-Theologieredakteur Martin Korden.

domradio.de: Was ist an dem heutigen Sonntag so besonders?

Martin Korden (Liturgie-Redakteur): Es ist Halbzeit. Die Hälfte der 40 Tage ist vorbei - genau genommen schon seit vergangenem Donnerstag. Aber - wie bei jedem Fußballspiel - braucht es zur Halbzeit auch in der Fastenzeit eine kleine Pause. So könnte man den vierten Fastensonntag charakterisieren: Pause vom Fasten. Heute ist der Laetare-Sonntag. Das ist lateinisch und bedeutet: "Freue dich!" In dem Fall: "Freue dich schon auf Ostern". Das ist das größte kirchliche Fest für die Christen, die dann die Auferstehung Jesu feiern. In aller Zurückgezogenheit und Stille der Fastenzeit davor braucht es diesen Tag, an dem uns in Erinnerung gerufen wird, dass wir auf dieses Fest zusteuern. Darum heute ein Tag, der die Fastenzeit aufhellen will.

domradio.de: Aber wie merkt man das heute, dass der Laetare-Sonntag ist?

Korden: In der Kirche wird das zum Beispiel dadurch erkennbar, indem sie das in der Fastenzeit vorherrschende Violett etwas aufhellt. Da kommt die Osterfarbe Weiß mit dazu. Und wenn man Violett mit Weiß mischt, kommt natürlich Rosa heraus. Das kann man dann an den für heute vorgesehenen Messgewändern der Priester sehen.

domradio.de: Das ist ja nun eher etwas Äußerliches und spielt sich in der Kirche selbst ab. Wie kann denn der einzelne Christ diesen Tag anders oder heller gestalten?

Korden: Das kommt darauf an, was jeder einzelne daraus macht. Jedenfalls ermutigt die Kirche dazu, heute mehr auf die Freude zu achten, beziehungsweise einen bewusst etwas vom Rest der Fastenzeit herausgehobenen Tag zu verbringen. Wie genau, hängt vielleicht auch etwas mit dem jeweiligen Fastenopfer zusammen. Das kann man heute vielleicht ein wenig schleifen lassen. Wer heute ein Fest feiert, einen Geburtstag oder einen persönlichen Erfolg, kann dies tun, weil es nicht der Fastenzeit zum Opfer fallen soll. Da würde man gut katholisch vielleicht sagen: "Das ist würdig und recht", aber dann mach es bitte auch an Laetare. Vielleicht erinnern wir uns da an den Rat des Kölner Erzbischofs Kardinal Woelki aus dem vergangenen Jahr, als in Düsseldorf der Rosenmontagszug ausfiel und in der Fastenzeit nachgeholt werden sollte. Da hat Kardinal Woelki gesagt, wenn man schon Karneval unbedingt in der Fastenzeit nachholen muss, dann bitte an Laetare.

domradio.de: Und haben die Düsseldorfer den Rat befolgt?

Korden: Nein. Die haben damals nicht auf den Kardinal gehört und den Zug eine Woche nach Laetare, am fünften Fastensonntag, nachgeholt. Das hatte allerdings auch organisatorische Gründe.

Das Interview führte Hilde Regeniter.

(DR)

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