Köln erwartet bis zu bis 60.000 Teilnehmer
Köln erwartet bis zu bis 60.000 Teilnehmer

04.06.2013

Heute startet in Köln der Eucharistische Kongress Anmeldeboom auf den letzten Metern

Am Kölner Tanzbrunnen eröffnet die katholische Kirche heute Abend (live bei domradio.de ab 19 Uhr) den Eucharistischen Kongress. Nach zunächst schleppender Anmeldephase werden inzwischen bis zu 50.000 Dauer- und Tagesgäste erwartet.

30.000 Anmeldungen aus dem gesamten Bundesgebiet liegen mittlerweile vor. Die Veranstalter sind mit diesem Boom hochzufrieden. Auf dem Programm des Treffens stehen rund 800 Veranstaltungen: Glaubensgespräche und Gottesdienste in Kirchen, Anbetungen und Beichtgelegenheiten, Podien und Vorträge zu theologischen und sozialethischen Themen, ein Bühnenprogramm, Konzerte und eine Lichtinstallation im Kölner Dom. Das aktuelle Rheinhochwasser berührt die Veranstaltung nur am Rande. Drei Schiffstouren im Rahmen des Jugendfestivals könnten ins Wasser fallen. Und für einen Busparkplatz am Rheinufer muss je nach Entwicklung eine Alternative gefunden werden.

Inhaltlich im Zentrum steht die Eucharistie, das für Katholiken zentrale Sakrament. Es knüpft an das letzte Abendmahl Jesu vor seiner Festnahme und Kreuzigung an. Dabei bezeichnete er Brot und Wein als seinen Leib und sein Blut und forderte dazu auf, dieses Mahl zu seinem Gedächtnis immer wieder zu begehen. Dies geschieht in jeder katholischen Messfeier. Wenn am Altar der Priester Jesu Wort "Das ist mein Leib" oder "Das ist mein Blut" über Brot und Wein spricht, sind die Katholiken davon überzeugt, dass sich eine Wandlung vollzieht und Christus gegenwärtig ist.

Zuletzt 1909 in Köln

In der katholischen Kirche haben die  internationalen und - wie in Köln - die nationalen Eucharistischen Kongresse eine 132-jährige Geschichte. Das erste Treffen fand im französischen Lille statt. In Frankreich war eine geistliche Bewegung entstanden, die Christus und die eucharistische Frömmigkeit in den Mittelpunkt rückte. Zu diesem Zweck entstanden damals zahlreiche Kongregationen und Vereinigungen, die eine Erneuerung der Kirche durch die Präsenz von Christus in der Gesellschaft fördern wollten.

Auch im deutschsprachigen Raum gab es Eucharistische Kongresse, so 1909 in Köln, 1912 in Wien und zuletzt 1960 in München. Nach Bayern kamen damals, 15 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg, rund 300.000 Menschen aus der ganzen Welt. Zeitzeugen erlebten die einst bombengeschädigte Stadt als "neues München". In Erinnerung ist das gewaltige Fahnenmeer internationaler katholischer Vereine und die überwältigende Präsenz zahlreicher Geistlicher.

Angebot an alle Generationen

Eine solche große Resonanz entfalten inzwischen mehr die katholischen Weltjugendtage - wie auch der in Köln im Jahr 2005. An die damalige Erfahrung möchte Kardinal Joachim Meisner anknüpfen. Er steht an der Spitze der gastgebenden Erzdiözese und ist die treibende Kraft hinter dem Großtreffen der Deutschen Bischofskonferenz. Nach den 2010 aufgedeckten Missbrauchsfällen erhofft er sich einen neuen Schub für das gebeutelte katholische Selbstbewusstsein. In diesem Sinne ist das Großtreffen auch ein Teil des Dialogprozesses, mit dem die deutsche Kirche den Skandal bewältigen und in die Zukunft blicken will. Im Programm hat diese Thematik allerdings keinen Niederschlag gefunden.

Die Tage am Rhein ähneln in ihrer Ausrichtung dem Kölner Weltjugendtag - allerdings richtet sich das Angebot an alle Generationen. Zahlreiche deutsche Bischöfe wollen mit den Teilnehmern über den Glauben ins Gespräch kommen. Bei einem Fest in der Lanxess Arena und auf Bühnen in der Stadt treten Bands wie die "Bläck Fööss" auf. Kölner Museen gehen auf das Thema des Kongresses ein. Bei einem Podium diskutieren die Kardinäle Walter Kasper und Karl Lehmann über das Zweite Vatikanische Konzil. Ein - im wörtlichen Sinne - besonderes Highlight erwartet die Besucher im Kölner Dom: Lichtkünstler und Musiker geben dem Innenraum nachts eine besondere spirituelle Atmosphäre.

Andreas Otto
(KNA)

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