Eucharistischer Kongress: Aufbruch und Glaubensfest
Eucharistischer Kongress: Aufbruch und Glaubensfest

18.05.2013

Kirche sucht beim Eucharistischen Kongress neues Selbstvertrauen Aufbruch nach Tiefschlägen

Es klingt wie ein Expertentreffen, meint aber genau das Gegenteil. Mit dem Eucharistischen Kongress Anfang Juni in Köln will die katholische Kirche in Deutschland Massen bewegen.

Der sperrige Begriff lässt nicht erkennen, dass es sich um ein Glaubensfest handelt, zu dem mehrere Zehntausend Gläubige vom 5. bis 9. Juni in der Stadt am Rhein erwartet werden. Nach den Tiefschlägen durch die Missbrauchsfälle sollen die Tage mit Gottesdiensten, Anbetungen, Vorträgen und Musik ein Signal des Aufbruchs setzen.

Das jedenfalls wünscht sich der Kölner Kardinal Joachim Meisner. Er steht an der Spitze der gastgebenden Erzdiözese und ist die treibende Kraft hinter dem Großtreffen der Deutschen Bischofskonferenz mit 800 Veranstaltungen. Bei dem Fest könne man sich gegenseitig im Glauben stärken, so der Erzbischof.

Inhaltlich im Zentrum steht die Eucharistie, das für Katholiken zentrale Sakrament. Dabei geht es um die Glaubensüberzeugung, dass Jesus Christus in den Gestalten von Brot und Wein gegenwärtig ist. Mit dem Sakrament knüpft die Kirche an das letzte Abendmahl Jesu vor seiner Festnahme und Kreuzigung an. Dabei bezeichnete er Brot und Wein als seinen Leib und sein Blut und forderte dazu auf, dieses Mahl zu seinem Gedächtnis immer wieder zu begehen. Dies geschieht in jeder katholischen Messfeier. Aber auch die Anbetung vor dem eucharistischen Brot in einer Monstranz gehört zur katholischen Tradition - und besonders zu Eucharistischen Kongressen.

Zuletzt vor mehr als 100 Jahren in Köln

Diese internationalen und inzwischen auch nationalen Treffen haben eine 132-jährige Geschichte. Das erste Treffen fand im französischen Lille statt. In Frankreich war eine geistliche Bewegung entstanden, die Christus und die eucharistische Frömmigkeit in den Mittelpunkt rückte. Zu diesem Zweck entstanden damals zahlreiche Kongregationen und Vereinigungen, die eine Erneuerung der Kirche durch die Präsenz von Christus in der Gesellschaft fördern wollten.

Auch im deutschsprachigen Raum gab es Eucharistische Kongresse, so 1909 in Köln, 1912 in Wien und zuletzt 1960 in München. Nach Bayern kamen damals, 15 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg, rund 300.000 Menschen aus der ganzen Welt. Zeitzeugen erlebten die einst bombengeschädigte Stadt als "neues München". In Erinnerung ist das gewaltige Fahnenmeer internationaler katholischer Vereine und die überwältigende Präsenz zahlreicher Geistlicher.

Anknüpfen an die Weltjugendtage

Eine solche große Resonanz entfalten inzwischen mehr die katholischen Weltjugendtage - wie auch der in Köln im Jahr 2005. An die damalige Erfahrung möchte Meisner, der zum Jahresende 80 Jahre alt wird und sich auf der Zielgeraden seiner Amtszeit befindet, anknüpfen. Nach den 2010 aufgedeckten Missbrauchsfällen erhofft er sich einen neuen Schub für das gebeutelte katholische Selbstbewusstsein. In diesem Sinne ist das Großtreffen auch ein Teil des Dialogprozesses, mit dem die deutsche Kirche den Skandal bewältigen und in die Zukunft blicken will.

Programmatisch knüpft das Glaubenstreffen an den Kölner Weltjugendtag an. Wie vor acht Jahren stehen auch diesmal Gottesdienste, Anbetungen und Katechesen im Vordergrund - allerdings auch für Erwachsene. Zahlreiche deutsche Bischöfe wollen mit den Teilnehmern über den Glauben ins Gespräch kommen. Bei einem Fest in der Lanxess Arena und auf Bühnen in der Stadt treten Bands wie die "Bläck Fööss" auf.

Kölner Museen gehen auf das Thema des Kongresses ein. Podien wie bei den gesellschaftspolitisch ausgelegten Katholikentagen sind rarer gesät. Bei einem diskutieren die Kardinäle Walter Kasper und Karl Lehmann über das Zweite Vatikanische Konzil. Ein - im wörtlichen Sinne - besonderes Highlight erwartet die Besucher im Kölner Dom: Lichtkünstler und Musiker geben dem Innenraum nachts eine besondere spirituelle Atmosphäre.

Andreas Otto
(KNA)

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