03.05.2013

Monsignore Kleine zum ersten nationalen Eucharistischen Kongress "Kein abgeschotteter Raum für besonders Fromme"

Einen Monat vor dem Eucharistischen Kongress in Köln erläutert der Kongress-Sekretär, Stadtdechant Monsignore Robert Kleine, wie das Glaubensfest auch kirchenferne Menschen erreichen möchte.

KNA: Monsignore Kleine, wie kam es dazu, diesen ersten nationalen Eucharistischen Kongress zu veranstalten?

Kleine: Es gab bisher noch keine solche Veranstaltung in Deutschland, hierzulande gibt es eher die Tradition der Katholikentage. In anderen Ländern wie Italien ist solch ein Kongress schon bekannter. Anlass ist zum einen das 50-jährige Jubiläum des Zweiten Vatikanischen Konzils und der Liturgiereform. Außerdem hat der Dialogprozess der Deutschen Bischofskonferenz in diesem Jahr den Schwerpunkt der Liturgie. Zudem wollten wir nach all den innerkirchlichen Strukturdebatten wieder den Fokus auf das lenken, was unsere Mitte als Katholiken ist - Jesus Christus und die Feier der Eucharistie.

Sie ist Quelle und Höhepunkt des kirchlichen und gemeindlichen Lebens. Um dies noch einmal deutlich zu machen, wird der Kongress von der Deutschen Bischofskonferenz erstmals veranstaltet.

KNA: Wen möchten Sie dabei ansprechen?

Kleine: Zielgruppe sind alle Gläubigen, Frauen und Männer, Jung und Alt. Jeder ist eingeladen, in diesen Tagen mit Christus in Berührung zu kommen. Wir möchten nicht nur Katholiken erreichen. Eingeladen sind auch all jene Neugierigen und Interessierten, die wissen möchten, was Katholiken da bei der Eucharistie eigentlich genau feiern - das Geheimnis des Glaubens. An diesen Tagen wird niemand ausgeschlossen. Wir sehen hier auch eine missionarische Chance.

KNA: Besteht nicht die Gefahr, dass Sie mit dem Begriff "Eucharistischer Kongress" nur Kircheninsider erreichen, die ohnehin schon mit der Eucharistie etwas anfangen können?

Kleine: Das ist in der Tat ein Problem. Aber die Bischöfe haben sich dafür entschieden, weil die Bezeichnung auf internationaler Ebene geläufig ist. Deutsche verbinden mit "Kongress" eher eine Tagungsmappe und ein geschlossenes Kongresszentrum. Wir möchten "Kongress" verstanden wissen als Zusammenkunft, bei der es um die Eucharistie geht und darum, was wir im Gottesdienst feiern. Wir möchten auch in Katechesen, Vorträgen und auf Podien den Gästen den Sinn der Eucharistie erschließen. Außerdem werden Filme gezeigt, und es gibt zahlreiche Konzerte. Die Musik hat über Jahrhunderte die Liturgie geprägt, viele Stücke sind speziell für den Gottesdienst komponiert worden. Die Musik kann die Liturgie noch einmal auf einer ganz anderen, sinnlichen Ebene erschließen. Der Kongress ist also kein abgeschotteter Raum für die besonders Frommen.

KNA: Was sagt "Eucharistie" Otto-Normal-Katholiken heute noch?

Kleine: Wir haben hier in Köln etwa 13 Prozent Kirchenbesucher, die sonntags zur Messe kommen, noch weniger besuchen die Werktagsmessen.

Mir stellt sich die Frage: Nehmen wir eigentlich wahr, was wir da feiern? Schließlich bedeutet Gottesdienst auch, dass Gott für uns da ist. Wir möchten den Menschen klarmachen, dass es nicht um eine Sonntags-Pflicht geht, dass man in die Kirche gehen "muss", sondern dass es eine Einladung und ein Geschenk Gottes an uns ist. Wir feiern in jeder Eucharistie, dass Jesus auferstanden und in der Gestalt des Brotes bei uns ist. In der Kommunion empfangen wir den Leib Christi - und sollen so gestärkt unseren Glaubens- und Lebensweg gehen. Diese verschiedenen Aspekte der Eucharistie wollen die Tage im Juni in den Blick nehmen.

KNA: Wie möchten Sie dem Glaubensleben Ferner- oder Außenstehende erreichen?

Kleine: Sie lassen sich vielleicht über ein Konzert ansprechen: Was hat den Komponisten bewegt, an was hat er geglaubt? Ein anderer Zugang kann eine Kunstausstellung sein. Kolumba und städtische Museen präsentieren Sonderausstellungen, die um Christus und sie Eucharistie kreisen. So kommen vielleicht auch Suchende und Glaubensskeptiker Gott auf die Spur. Es lohnt sich, nach Köln zu kommen!

Angelika Prauß
(KNA)

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